E-Mobilität immer mehr in den Fokus

„Wahrlich kein Luftkurort“

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Katharina Lenz, die Produktmanagerin E-Mobilität bei den Hanauer Stadtwerken zeigt, wie man auf Stadtwerke-Gelände an der Leipziger Straße Strom zapfen kann. 

Hanau - Hanau setzt zunehmend auf die Elektromobilität. Den Ist-Zustand und die Zukunftsvisionen wollen die betroffenen Eigenbetriebe der Stadt zusammen mit externen Partnern, die in dieser Branche unterwegs sind, beim 1. Hanauer E-Mobilitätstag im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche demonstrieren.  Von Dieter Kögel 

Die Belastungssituation durch Feinstaub und andere Schadstoffe in Hanau könne zwar mit einer „gewissen Gelassenheit“ betrachtet werden, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky gestern bei einer Pressekonferenz, Fahrverbote oder andere drastische Maßnahmen drohten nicht. Doch Hanau wächst. Und damit auch der Verkehr. Rechtzeitig auf diese Herausforderungen zu reagieren, alternative Mobilitätskonzepte in den Blickpunkt zu rücken und diese umzusetzen, ist demnach auch das Fernziel der Verkehrsbetreibe HSB, des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) und der Stadtwerke (SWH). Allerdings mahnte OB Kaminsky in diesem Zusammenhang auch an, auf übergeordneter politischer Ebene für eine „Förderkulisse“ zu sorgen, die das Handeln auf kommunaler Ebene ermögliche, „damit wir das vor Ort anpacken können.“ Denn trotz klimatisch günstiger Voraussetzungen (Kaminsky: „Hanau wird nachts gut durchlüftet“), sei die Stadt „wahrlich kein Luftkurort“, sagt Anja Zeller von der städtischen Stabsstelle für Nachhaltige Strategien, die den Mobilitätstag federführend organisiert. Und der soll Anregungen bieten. Ob für Privatverbraucher, Unternehmer – es soll etwas zum Anschauen und Nachahmen geboten werden. Alternativen eben, die bei den Eigenbetrieben schon Einzug halten.

Dort, wo Parkautomaten die Gebühren kassieren, sei das Parken für E-Autos frei, sagte Stadtrat Thomas Morlock, unter dessen Regie HIS steht. Der Eigenbetrieb hat sich bereits mit der Anschaffung und Inbetriebnahme verschiedener E-Fahrzeuge mobilen Alternativen gewidmet. Und auch die HSB setzt – zunächst im Bereich der Verkehrsaufsicht und der Dienstleistungen – auf E-Antriebe oder auf Hybrid-Technik versichert Geschäftsführer Thomas Schulte.

Erklärtes Ziel auch für den Geschäftsführer der Stadtwerke, Steffen Maiwald, ist es, mit dem Versorgungsunternehmen die logistischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass den Elektrofahrzeugen nicht der „Saft“ ausgeht.

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Mit einer Ladekarte, die ab 17. September bei den Stadtwerken erhältlich ist, kann nicht nur an den neun Elektroladestellen in der Stadt Hanau getankt werden. Bundesweit sind 2 200 Ladepunkte angeschlossen, erklärt Katharina Lenz, Stadtwerke-Produktmanagerin für E-Mobilität, die auch auf die finanziellen Vorteile für Verbraucher hinweist. Denn 100 Kilometer mit dem E-Auto kosteten derzeit unter 4,50 Euro, das sei „mehr als drei Euro preiswerter als Benziner“, so Lenz, die für 1. Oktober ein weiteres SWH-Angebot ankündigt. Die „Wallbox“ zum schnellen Laden in der eigenen Garage.

Infos dazu gibt es in Kürze auf der Internetseite der Stadtwerke und auch beim Elektromobilitätstag am 22. September von 10 bis 15 Uhr auf dem Freiheitsplatz. Von dort aus können die Besucher übrigens auch eine Bus-Rundreise durch Hanau antreten. Zum Nulltarif. Für HSB-Chef Schulte ein Experiment, um die Nachfrage nach dem ÖPNV über die „Preisgestaltung“ zu testen.

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