Wer passt mit wem zusammen?

Nun 600 Asylbewerber in städtischer Unterkunft

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Bei Marion Beyer laufen alle Planungen zur Unterbringung der Flüchtlinge in der städtischen Einrichtung auf Sportsfield Housing in Wolfgang zusammen. 

Hanau -  Rund 100 weitere Asylbewerber sind in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft auf Sportsfield Housing in Wolfgang angekommen. Im städtischen Teil des Flüchtlingsquartiers leben nun 600 Menschen. Auf dem Gesamtgelände von Sportsfield Housing befindet sich auch eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes.

„Wir werden in unserem Engagement für die Betreuung der Flüchtlinge nicht nachlassen.“ Mit dieser Aussage will Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) das Bewusstsein dafür schärfen, dass das Thema Flüchtlinge für die Stadt Hanau nach wie vor aktuell ist - trotz der deutlich gesunkenen Zahlen an Schutzsuchenden, die die Bundesrepublik erreichen. Erst am Dienstag sind 100 neue Flüchtlinge in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft auf Sportsfield Housing in Wolfgang eingetroffen.

„Der Druck, weitere Kapazitäten für die Unterbringung zu schaffen, hat zwar nachgelassen, aber im Moment kann niemand genau sagen, wie sich die Situation weiterentwickelt“, sagt der Stadtrat. Um auf alles vorbereitet zu sein, halte die Stadt an ihren bisherigen Planungen fest. Diese sehen vor, die Wohnblöcke auf dem städtischen Teil von Sportsfield Housing nach und nach zu sanieren. Derzeit sind sechs Blöcke fast komplett belegt. Seit Dienstag leben nun rund 600 Asylbewerber in der Gemeinschaftsunterkunft. Sieben weitere Blöcke werden Zug um Zug saniert – etwa monatlich wird einer fertig.

Die Stabsstelle Asyl, die die Stadt eingerichtet hat, wächst im Moment ebenfalls Stück für Stück. Bis zu 25 Stellen hatte die Stadt im Rahmen des Sonderbudgets „Flüchtlinge“ eingeplant. Die Aufgaben reichen von Betreuung der Flüchtlinge über Wohnungssuche bis zur Sprachförderung. Am Dienstag, als 100 neue Flüchtlinge ihre Wohnungen auf Sportsfield Housing bezogen, war die Verwaltung besonders gefordert. Vor Ort laufen bei Marion Beyer die Planungen zusammen.

Die Flüchtlinge werden der Stadt zugewiesen. Wenn der Main-Kinzig-Kreis eine Ankunft meldet, müssen die Wohnungen hergerichtet und Belegungspläne erstellt werden. „Wir überlegen genau, wer mit wem zusammenpasst. In einer Wohneinheit sollten die Bewohner idealerweise dieselbe Sprache sprechen.“ Bis zu acht Personen können in einer Wohnung untergebracht werden. Anhand der vom Kreis übermittelten Listen plant Marion Beyer, wer mit wem in welche Wohnung einziehen soll. Selbstverständlich wird dabei darauf geachtet, dass Familien zusammenbleiben.

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Dann wird eine Kette von organisatorischen Maßnahmen in Gang gesetzt: Für den Ankunftstag wird Verpflegung bestellt. Die so genannten Willkommenstüten, in denen die Neuankömmlinge Basisinformationen über Hanau finden, werden gepackt. Helfer werden instruiert. Vor allem der Kontakt zu den von der Stadt ausgebildeten ehrenamtlichen Lotsen ist in dieser Phase intensiv. Sie sollen die Neuankömmling in den ersten Tagen begleiten - vor allem bei Behördengängen.

Eingebunden in die Arbeit rund um die Ankunft sind auch bereits seit längerem in Hanau lebende Flüchtlinge. Wenn die Busse mit den Neuankömmlingen auf Sportsfield Housing eintreffen, steht regelmäßig eine Gruppe aus Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft parat. Sie helfen vor allem beim Dolmetschen. In der Verwaltung werden nach dem Eintreffen die Wohnungen zugewiesen, Papiere kontrolliert, Essenspakete und Willkommenstüten ausgegeben.

Dabei profitieren Marion Bayer und ihr Team auch von der Unterstützung der Helfer - sowohl aus den Reihen der Flüchtlinge als auch aus jenen der Lotsen. „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer könnten wir das alles nicht bewältigen“, betont Stadtrat Weiss-Thiel.

Wer in der Flüchtlingsbetreuung mithelfen möchte, kann sich unter Telefon 06181/295-1944 oder per E-Mail an hanauengagiert@hanau.de beim Koordinationsbüro melden. 

cs

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