1. Januar 2021

Aus sechs Pfarreien wird eine: Großgemeinde St. Klara und Franziskus startet 2021

Bei einer Gemeindeversammlung der St. Jakobus-Pfarrei in der Paulskirche wurde über die Zusammenlegung der zum Bistum Fulda gehörenden Hanauer, Großauheimer und Großkrotzenburger Pfarreien informiert.
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Bei einer Gemeindeversammlung der St. Jakobus-Pfarrei in der Paulskirche wurde über die Zusammenlegung der zum Bistum Fulda gehörenden Hanauer, Großauheimer und Großkrotzenburger Pfarreien informiert.

Für die mehr als 18 100 katholischen Christen in den sechs dem Bistum Fulda angehörenden Hanauer, Großauheimer und Großkrotzenburger Pfarreien ändert sich Grundlegendes. Ihre Pfarreien werden zum 1. Januar 2021 zu einer einzigen großen Kirchengemeinde zusammengelegt. Der Name der neuen Pfarrei wird ab Jahresbeginn „St. Klara und Franziskus“ sein.

Hanau - Der Countdown bis zur Verschmelzung am Jahresende läuft. Bis dahin sind die beiden Pastoralverbände „Unsere Liebe Frau Hanau“ mit 11 568 Katholiken und die „Kirche am Fluss / St. Christophorus“ (6 589 Katholiken) noch selbstständig. Mit dem 31. Januar 2021 steht auch schon der Termin für den Gründungsgottesdienst in der Stadtpfarrkirche Mariae Namen mit Bischof Dr. Michael Gerber fest. Beginn des Gottesdienstes ist um 14 Uhr.

Im Rahmen einer Gemeindeversammlung in der Paulskirche informierte dieser Tage die katholische Pfarrgemeinde St. Jakobus ihre Gemeindemitglieder über die neuesten Entwicklungen im Prozess des Zusammenwachsens der sechs Pfarreien.

Die neue Kirchengemeinde umfasst ab 1. Januar das Gebiet der bisherigen katholischen Pfarreien Mariae Namen (Innenstadt Hanau / 3 769 Gläubige), St. Josef (Innenstadt und Wolfgang / 1 646), Heilig Geist (Stadtteil Lamboy / 1 883), St. Jakobus Großauheim mit Waldsiedlung (3 589) sowie St. Laurentius Großkrotzenburg (3 000).

Pfarrei in Kesselstadt bleibt eigenständig

„Bei der Vorbereitung des Zusammenführungsprozess war und ist auch die Pfarrei St. Elisabeth Kesselstadt involviert. St. Elisabeth bleibt aber weiterhin eigenständig, ist aber in die Zusammenarbeit mit der neuen großen Pfarrei eingebunden. In einigen Jahren wird St. Elisabeth dann ebenfalls ganz Teil der gemeinsamen Pfarrei werden“, erläuterte Pastoralreferentin Hanna Ehlers bei der Gemeindeversammlung in der Paulskirche.

Hanna Ehlers,

Das Pfarrbüro für die neue große Pfarrei wird in der Stadtpfarrkirche Mariae Namen im Bangert 6 in Hanau sein und als „zentrales Pfarrbüro“ umgebaut. In den vormaligen Pfarrbüros werde es Kontaktstellen mit Öffnungszeiten je nach lokalem Bedarf geben. Leitender Pfarrer der neuen Hanauer Pfarrei wird der zur Zeit erkrankte Pfarrer Dirk Krenzer, bis zu seiner Genesung wird er kommissarisch von den Pfarrern Manuel Stickel oder Patrick Prähler vertreten. „Die Entscheidung für die vorübergehende Leitung wird Anfang November getroffen“, sagt Ehlers.

Bistum plant zahlreiche Zusammenlegungen von Kirchengemeinden

Die Zusammenfassung der bisherigen Pfarreien mit Neuausrichtung der Seelsorge und kirchlichen Arbeit geschehe auf Wunsch des früheren Bischofs Heinz-Josef Algermissen und des neuen Bischofs Michael Gerber, erläuterte Ehlers. „Im ganzen Bistum Fulda werden spätestens bis 2030 neue, größere und anders als bisher organisierte Pfarreien mit jeweils mehreren Kirchenorten entstehen – unter dem bistumsweiten Motto: zusammen wachsen.“

Gründe hierfür seien der eklatante Priestermangel und Nachwuchssorgen auch in anderen kirchlichen Berufen, der Rückgang an Taufen und Kirchensteuerzahlenden, steigende Kirchenaustritte und Veränderungen in einer zunehmend säkularen und multireligiösen Gesellschaft.

Pfarreiname setzt sich gegen 70 Vorschläge durch

Der Zusammenschluss wird durch eine Steuerungsgruppe, die aus je einem Gemeindemitglied aus jeder der sechs Pfarreien sowie einer hauptamtlichen Person aus jedem Pastoralverbund besteht, in enger Abstimmung mit mehreren Arbeitsgruppen und den gewählten Gremien aller beteiligten Pfarreien sowie dem Bistum vorbereitet.

Der neue Pfarreiname „St. Klara und Franziskus“ wurde von der Arbeitsgruppe „Namensfindung“ aus 70 Vorschlägen ausgesucht. In die Endauswahl hatten es neben dem neuen Pfarreinamen auch „Philipp Neri“ sowie „Papst Johannes XXIII.“ geschafft.

Gottesdienste weiter an allen Standorten

Rechtlich gesehen nimmt die Stadtpfarrei Mariae Namen alle anderen Pfarreien auf. Es werden, so Ehlers, alle Kirchenbücher geschlossen und neue Tauf- und Traubücher eröffnet. „Der gemeinsame Name zeigt, alle Pfarreien beginnen gemeinsam ein neues Kapitel der Geschichte unserer Kirche in unserer Region“, erläuterte Ehlers.

Alle Kirchen der neuen Pfarrei bleiben vorerst als Gottesdienststandorte bestehen. Im ersten Halbjahr 2021 soll der gemeinsame Pfarrgemeinde- sowie Verwaltungsrat gewählt werden.

Drei Priester für Pfarrei eingeplant

„Es wird davon ausgegangen, dass die künftige Pfarrei – inklusive St. Elisabeth – langfristig mit drei Priestern planen kann. Wenn jeder Priester pro Wochenende zwei Eucharistiefeiern leitet, ergibt sich daraus, dass in jedem der sechs künftigen Kirchenorte der neuen Pfarrei – immer ein Sonntagsgottesdienst stattfinden kann“, erläuterte Ehlers.

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