Menschenrechte

Auszeichnung für Menschenrechte - Zwei Preisträger kommen aus Hanau

Ein Aufkleber von Pro Asyl auf einer Laterne
+
Pro Asyl setzt sich für den Schutz und die Rechte von asylsuchenden Menschen in Deutschland und Europa ein.

Seit 2006 wird der Preis für Menschenrechte vergeben. In diesem Jahr stammen zwei der Preisträger aus Hanau.

  • Preis für Menschenrechte wird verliehen
  • Seit 2006 wird der Preis vergeben
  • Zwei Preisträger stammen aus Hanau

Die Stiftung Pro Asyl hat in diesem Jahr ihren Menschenrechtspreis  „PRO-ASYL-Hand“ an die Hanauer Marion Bayer und Hagen Kopp sowie Hela Kanakane aus Tunesien verliehen. Die drei engagieren sich bei „Watch the Med – Alarm Phone“ (zu Deutsch etwa: Mittelmeer-Wache).

Seit mehr als fünf Jahren beantworten Mitglieder von „Alarm Phone“ Notrufe von Flüchtlingen, die im Mittelmeer in Seenot geraten sind. Wie Pro Asyl mitteilte war das „Alarm Phone“ mit fast 3200 Booten bislang in Kontakt und versuchte, die Rettung der Menschen sicherzustellen.

Preisträger der Auszeichnung für Menschenrechte aus Hanau gehören zu den Gründern des Netzwerks

Marion Bayer und Hagen Kopp gehören zu den Gründern des Netzwerks, das 2014 ins Leben gerufen wurde unter dem Eindruck der Bootskatastrophe mit mehr als 300 Toten vor Lampedusa. Am 3. Oktober 2013 war ein ungefähr 20 Meter langer Kutter vor der Insel in Seenot geraten. An Bord befanden sich damals über 540 Flüchtlinge aus Somalia und Eritrea. Nach einem Motorschaden soll der Kapitän des Schiffs eine Decke angezündet haben, um ein Notsignal zu senden. Als das Feuer außer Kontrolle geriet, kam es zu Panik unter den Passagieren, weshalb das Boot kenterte. Dieses Ereignis führte damals auch zur Gründung der Hilfsgruppierung „Lampedusa in Hanau“.

„Watch the Med“ betreibt mit Ehrenamtlichen in Europa und Nordafrika rund um die Uhr eine Notruf-Hotline. Rufen Schutzsuchende das „Alarm Phone“ an, werden zunächst die wichtigsten Daten abgefragt. Das „Alarm Phone“ gibt anschließend alle Informationen an die zuständige Küstenwache weiter. Im besten Fall wird eine Rettungsaktion eingeleitet. „Allzu oft jedoch bleibt eine Rettung aus, immer öfter werden Menschen völkerrechtswidrig zurückgeschleppt“, kritisiert Pro Asyl.  Laut der Organisation kamen seit 2014 insgesamt 20 180 Menschen im Mittelmeer ums Leben.

Preis für Menschenrechte wird seit 2006 vergeben - dieses Jahr geht er nach Hanau

Pro Asyl ist ein deutscher Verein, der sich für den Schutz und die Rechte von asylsuchenden Menschen in Deutschland und Europa einsetzt. Die dazugehörige Stiftung übernimmt langfristige Aufgaben, die die Arbeit des Vereins unterstützen. Der Preis  „PRO-ASYL-Hand“ wurde erstmalig im Jahr 2006 verliehen. Damals ging der Preis sowohl an Stefan Schmidt, der als Kapitän des Schiffs Cap Anamur im Jahr 2004 Flüchtlinge in Seenot aufnahm und dafür von den italienischen Behörden vor Gericht gestellt wurde sowie an Ferenc Kőszeg, der sich seit vielen Jahren in Ungarn, Polen und der Ukraine für Menschen- und Flüchtlingsrechte engagiert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare