Jugendliche belegen vom Bund finanzierte Tanz- und Fotografieworkshops

Ballett zu Popmusik

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Die sechs Tänzerinnen aus dem Workshops „Tanztheater“ präsentierten auf einer Bühne in der Stadtbibliothek ihre Choreografien, die sie selbst erarbeitet haben.

Hanau - Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Eine Foto zeigt violette Karotten auf dem Hanauer Wochenmarkt und in dem Tanz zu einem poppigen Lied fließen Elemente aus dem Ballett mit ein. Von Steffen Müller 

21 Kinder haben eine Woche an dem Bundesprogramm „Kultur macht Spaß“ teilgenommen und sich in Workshops mit den Themen „Tanztheater“ sowie „Fotografie und Bildbearbeitung“ beschäftigt. Das Gekicher hinter dem roten Vorhang im Lesesaal der Stadtbibliothek geht auch weiter, als Stadtrat Axel Weiss-Thiel das Förderprogramms „Kultur macht Spaß“ vorstellt. Die sechs Mädchen zwischen zehn und 14 Jahren warten hinter der Bühne ungeduldig auf ihren Auftritt. Sie wollen zeigen, was sie in den letzten fünf Tagen unter Anleitung der Tanzpädagogen Matthias Kemmerer und Martina Schulz gelernt haben. Drei Choreografien haben die Mädchen in dem Workshop, der erstmals von der Volkshochschule Hanau angeboten wurde, selbst erarbeitet und einstudiert.

Doch als der Auftritt immer näher rückt und VHS-Leiterin Elke Hohmann erklärt, dass das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wurde und die Workshops kostenlos waren, ist bei den jungen Tänzerinnen Aufregung zu spüren. Immer wieder blickt ein nervöses Gesicht hinter dem Vorhang hervor.

Doch als sich dieser hebt, ist die Aufregung verschwunden. Souverän rufen die Tänzerinnen ihre Chorografien ab, in denen sich auch Elemente aus dem Ballett wiederfinden, die auf Wunsch einer Teilnehmerin mit aufgenommen wurden. Zwar sitzt nicht jeder Schritt perfekt, doch dafür, dass die meisten Tänzerinnen Anfänger sind, haben sie in nur fünf Tagen eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Das bestätigen auch ihre Lehrer Kemmerer und Schulz, die nicht nur Tanzschritte einüben ließen. „In dem Projekt ging es auch um Konzentration, Merkfähigkeit und Teamfähigkeit“, erläutert Kemmerer. Deshalb unternahm die Gruppe auch einen Ausflug in eine Kletterhalle nach Frankfurt. Es solle das Selbstvertrauen der Teilnehmerinnen gestärkt werden. Damit sich niemand verstecken kann, stehen bei jedem Tanz zwei andere Mädchen im Vordergrund, die anderen bleiben im Hintergrund.

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Um Vordergrund und Hintergrund dreht es sich auch bei der Präsentation der Ergebnisse des zweiten Workshops. Und um Tiefenschärfe. Bei „Fotografie und Bildbearbeitung“ erhielten die 15 jugendlichen Teilnehmer erst eine Einführung in die Digitalfotografie und begaben sich dann auf Motivsuche. Im Anschluss wurden die Aufnahmen mit Bearbeitungsprogrammen am Computer verändert. Herausgekommen sind dabei ganz unterschiedliche Kreationen. Das Brüder-Grimm-Denkmal mit bunten Farbtupfern, Karotten vom Hanauer Wochenmarkt leuchten violett, Kartoffeln grün. „Der Albtraum jeder Hausfrau“, sagt Kursleiter Peter Giefer. Obwohl sich viele der Bilder dazu eignen würden, wird es wohl zu keiner Ausstellung kommen. Die Fotos sollen aber demnächst auf der Facebook-Seite der VHS zu sehen sein.

„Ich würde gerne in jeden Ferien wiederkommen“, sagt Nastaran, die Balletttänzerin. Die Möglichkeit dazu hat sie. Denn das Förderprogramm „Kultur macht Spaß“ wird bis 2017 in den Oster-, Sommer- und Herbstferien weiter angeboten.

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