Baugesellschaft knapp bei Kasse

Hanau - „Es gab schon Besichtigungen,“ sagt Jens Gottwald, einer der beiden Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau. Gestern war Gottwald wieder mit einem Interessenten im Kinzigheimer Weg am Rande des Hafengebiets unterwegs. Dort will sich die Baugesellschaft von 27 Häusern mit 172 Wohnungen trennen. Von Erwin Diel

Trotz Finanzkrise gebe es eine ganze Reihe von Kaufinteressenten.

Grund des Verkaufs: Der städtische Wohnungbaugesellschaft wachsen die Renovierungsverpflichtungen über den Kopf. Am Kinzigheimer Weg sei eine Grundsanierung der Häuser erforderlich, neue Heizungen müssten eingebaut, unter anderem die Elektroleitungen erneuert werden. Die dafür notwendige Summe im „siebenstelligen Bereich“ könne das Unternehmen nicht finanzieren, sagt Gottwald. Im Bestand, der rund 4500 Wohnungen umfasst, gebe es weiteren dringlichen Sanierungsbedarf, zum Beispiel in der Weststadt. Darauf müsse sich das Unternehmen konzentrieren.

Bereits im Sommer 2007 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, das 13500 Quadratmeter große Gelände am Kinzigheimer Weg zu veräußern. Trotzdem habe die Geschäftsführung noch einmal versucht, ein bereits entwickeltes Sanierungskonzept zu finanzieren und umzusetzen, sagte Gottwald, der im Oktober vergangenen Jahres in die Geschäftsführung der städtischen Wohnungsgesellschaft eintrat. Nach eingehender Prüfung und mehreren Finanzierungsversuchen sei klar, dass der Sanierungsaufwand für die gesamte Immobilie in Höhe eines höheren siebenstelligen Euro-Betrages nicht zu realisieren sein werde.

Die Mieter sind schriftlich von den Plänen unterrichtet worden. Für die Mietparteien solle sich auch nach einem Verkauf möglichst wenig ändern, verspricht der bisherige Eigentümer. So werde es einen Verkauf nur geben, wenn der Erwerber sich zu einer Sanierung der kompletten Anlage verpflichtet. Die Baugesellschaft biete Interessenten an, auch künftig die Verwaltung der Liegenschaft in deren Auftrag zu erledigen. Gelinge dies, dann bleibe die Baugesellschaft weiterhin Ansprechpartner der Mieter.

Die Linke im Stadtparlament will den angekündigten Verkauf der Häuser am Kinzigheimer Weg stoppen. Dazu hat die Fraktion zur nächsten Sitzung am 2. März einen Antrag angekündigt. Die Häuser müssten in städtischen Besitz gehalten werden. Die Baugesellschaft soll aufgefordert werden, das von ihr erstellte Sanierungskonzept vorzulegen.

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