Sperrmüll-Anlieferung mit Geduld 

Bauhof Hanau - Lange Wartezeit während Corona

Lange Warteschlangen haben sich am Samstag vor dem städtischen Bauhof an der Daimlerstraße gebildet. Die Fahrzeuge stauten sich bis zum Kreisel am Hauptfriedhof (Ehrensäule) zurück. Fotos: Grünewald

Wer am Samstag seinen Sperrmüll oder Grünschnitt am Hanauer Bauhof abliefern wollte, brauchte vor allem eines: Geduld und gute Nerven. Denn wie schon in der Woche zuvor gab es vor der Zufahrt in die Daimlerstraße lange Rückstaus mit Wartezeiten bis zu eineinhalb Stunden.

Hanau - Lange Schlangen bei den Zufahrten, Maskenpflicht auf dem Gelände, Security, die den Verkehr regelte und die Zugänge zum Eingangsbereich kontrollierte, und zusätzlich eine Streife der Ordnungspolizei: Die Atmosphäre auf dem Bauhofgelände war in diesen Coronazeiten schon eine besondere. Besucher, die ihre alten Haushaltsgeräte oder Gartenabfälle entsorgen wollten, fühlten sich mitunter an einen Katastrophenfilm erinnert. Allein zehn Mitarbeiter des Hanauer Eigenbetriebs Infrastrukturservice (HIS) bemühten sich generalstabsmäßig um Ordnung und die Aufrechterhaltung von Hygiene- und Abstandsregelungen. Wer zu zweit auf das Gelände kam, in der Hoffnung, dass viele Hände schneller beim Müllentladen sind, hatte das Nachsehen. Gemäß den strengen Vorgaben durfte nur eine Person den Kofferraum oder Anhänger entleeren, während der Partner im Wagen warten musste. Dies hatte die Stadt im Vorfeld angekündigt (wir berichteten).

Hanau: Auch während Corona kein Platz für diesen Sperrmüll

Umso größer der Ärger, wenn Müll mitgebracht wurde, der auf dem Gelände nicht entsorgt werden konnte. Allein 60 Fahrzeuge mussten in der vergangenen Woche wieder weggeschickt werden. Sonderabfälle, die auf dem Hanauer Bauhof nicht angenommen werden, „weil wir dafür keine Lagercontainer haben“, so HIS-Einsatzleiter Klaus Gimpel, sind: Autoreifen, Lacke und Öle, Glas- und Dämmwolle.

„Wir wurden auch schon des Öfteren verbal bedroht“, erzählt ein Mitarbeiter, der mit Maske und strengem Blick den Inhalt des Kofferraums kontrolliert. „Einen Ochsen ham’ wir immer dabei“, so die lapidare Feststellung zu jenen ausfälligen Zeitgenossen. „Aber im Großen und Ganzen halten sich die Hanauer an die Vorgaben.“ Dies kann auch Klaus Gimpel bestätigen. Er steht an der Eingangsschranke und verfolgt mit wachsamen Augen das Geschehen. „90 Prozent der Besucher sind vernünftig.“ Und auch in normalen Zeiten gebe es hin und wieder ein paar Unbelehrbare.

Corona in Hanau: "Neue Normalität"

Dabei hatten die Verantwortlichen das Öffnungskonzept im Vergleich zur Vorwoche verändert. Während am letzten Samstag aus Abstands- und Hygienegründen anlässlich der „neuen Normalität“ nur zehn Fahrzeuge auf das Gelände durften, hatte die Polizei nun für 70 Pkw grünes Licht gegeben. So sollten zumindest die Fahrspuren für den Busverkehr vor dem Hauptbahnhof freigehalten werden. Und während in der letzten Woche rund 500 Hanauer ihren Sperrmüll entsorgten, waren es in dieser Woche deutlich mehr, so Klaus Gimpel. Der Rückstau der Warteschlange reichte auch an diesem Wochenende bis zum Kreisel am Hauptfriedhof. Ein Anblick, der bei einigen Verkehrsteilnehmern für Stress sorgte, und, so die Polizei, in einer kleinen Schlägerei gipfelte. Drängler hatten die Ottostraße als Abkürzung entdeckt und versuchten sich so an den wartenden Pkw vorbei zu mogeln, bis die Polizei hier einen Riegel vorschob.

Corona-Isolation sinnvoll nutzen

Doch die meisten nahmen es sportlich und ertrugen die Wartezeit. „Es geht halt nicht anders“, so der Kommentar der Wartenden, und: „Den Müll kann ich ja nicht im Wohnzimmer stapeln.“ Die Tage, die wegen Corona zu Hause verbracht werden, sind eine gute Gelegenheit zu entrümpeln und Haus und Hof fit für den Frühling zu machen. Nur mancher, der nicht alles mit einer Fuhre abliefern konnte, biss auf die Zähne. „Muss ich mich, wenn ich jetzt noch einmal mit Gartenabfällen komme, erneut in der Schlagen anstellen?“, so die Frage bei der Ausfahrt. „Sie müssen“, lautete der Kommentar des Einsatzleiters.

VON MATTHIAS GRÜNEWALD

Der Kinzigbogen in Hanau ist für die Polizei ein Hotspot für Corona-Kontrollen geworden. Trotz Kontaktsperre treffen sich hier immer wieder Jugendliche zum „Chillen“. Dafür werden nun saftige Bußgelder fällig.

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