Beim Berufeparcours an der Hahn-Schule informieren sich Jugendliche über Ausbildungsplätze

Lötkolben als Ideengeber

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Den Umgang mit dem Lötkolben konnte man beim Berufsparcours an der Otto-Hahn-Schule ausprobieren, zu dem Sieben- bis Neuntklässler eingeladen waren.

Hanau - Immer weniger Schüler streben nach dem Abschluss eine Ausbildung an, sondern gehen an eine weiterführende Schule oder an die Uni. Von Steffen Müller

Um die vielfältigen beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten aufzuzeigen, hat die Evangelische Fachstelle für Jugendberufshilfe „Pilot“ an der Otto-Hahn-Schule zum Berufeparcours geladen, auf dem 13 Betriebe ihre Angebote präsentierten. Eigentlich will Can später Bankkaufmann werden - „wenn die Noten reichen.“ Doch für den Achtklässler der Otto-Hahn-Schule haben sich gestern beim Berufeparcours neue Alternativen aufgetan „Die Stände von VAC und Evonik waren sehr interessant. Damit habe ich gar nicht gerechnet“, sagt der 14-Jährige, für den nun auch eine Ausbildung in einem Handwerkbetrieb in Frage kommt. Damit trifft auf Can genau das zu, was sich die Veranstalter des Berufeparcours erhofft haben. „Das Ziel ist es, den Schülern eine Orientierung über die verschiedenene Ausbildungsangebote zu geben“, sagt Margarete Petersein, die Leiterin von „Pilot“. Außerdem solle dem Trend entgegengewirkt werden, dass immer mehr Schüler nach einem Haupt- oder Realschulabschluss an eine weiterführende Schule gehen, anstatt eine Ausbildung zu beginnen. Denn: „Die Abbrecherquote an weiterführenden Schulen beträgt 30 bis 50 Prozent“, so Petersein.

Auch für die 13 ausstellenden Betriebe aus Hanau und der Region bietet der Berufeparcours die Möglichkeit, sich zu präsentieren und den Kontakt zu potenziellen Azubis und Praktikanten herzustellen. „Wir sind auf jeder Ausbildungsmesse in der Region vertreten“, sagt Ersel Kepenek von der Vacuumschmelze (VAC), der sich selbst noch im ersten Lehrjahr befindet. Und der Aufwand zahle sich aus: „Durch die Schulprojekte bekommen wir immer mehr Anfragen.“ Mit praktischen Übungen lernen die 150 Schüler aus den Klassen 7 bis 9 den Alltag in handwerklichen Berufen kennen. Am VAC-Stand können kleine Kupferdrähte zu Figuren zusammengelötet werden, bei Evonik werden Löcher in eine Stahlplatte gebohrt und die Landesinnung Kälte/Klima/Technik lässt im Bereich Mechatronik Rohre um bis zu 90 Grad verbiegen.

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Doch auch Ausbilder aus sozialen oder kaufmännischen Berufen wie Krankenpflege oder Industriekaufmann haben ihre Stände in der Otto-Hahn-Schule aufgebaut. Bei der Drogeriekette dm sitzt Fabian und sortiert Kosmetikprodukte ihren Beschreibungen zu. Eigentlich möchte er ins Handwerk, sagt der Achtklässler, aber sich über andere Berufe zu informieren, könne ja nicht schaden. Zu den Ständen von Unternehmen aus dem Handwerk wird er später noch gehen. Dort ist bereits Julian aus der 8Rc angekommen und fräst bei Evonik Löcher in eine kleine Metallschiene. „Das ist mal etwas anderes und hat Spaß gemacht“, sagt er. Ob ein Handwerksberuf später etwas für ihn ist, weiß er noch nicht. Die Möglichkeit sei aber durchaus vorhanden.

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