Sparkasse Hanau stellt Technik um

„Bezahlen per QR-Code ist die Zukunft“

Hanau - Die Sparkasse Hanau stellt aufs Bezahlen per so genanntem QR-Code um und hat deshalb die bisherige Beleglesefunktion an den Überweisungsautomaten in ihren Filialen abgeschafft. Von Dirk Iding 

Für Kunden, die Rechnungen ohne QR-Code bezahlen müssen, bedeutet das allerdings zunächst wieder die Eingabe aller relevanten Zahlungsdaten per Hand. Dr. Ingo Wiedemeier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanau, ist sich sicher: „In ein, zwei Jahren redet über das Überweisen mit den klassischen Überweisungsträgern kaum noch jemand.“ Deshalb habe sich die Sparkasse Hanau, die knapp 125.000 Kunden betreut, entschlossen, schon jetzt auf das neue GiroCode-Verfahren umzustellen, erklärte Wiedemeier auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz des Geldinstituts. „Das ist die Zukunft“, glaubt der Vorstandsvorsitzende und verweist auf Zahlen: Vor fünf Jahren habe die Sparkasse Hanau noch rund eine Million Überweisungsträger jährlich bearbeitet, heute seien es nur noch rund die Hälfte.

Und dieser Trend werde sich fortsetzen. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Kreishandwerkerschaft stellte die Sparkasse Hanau dieser Tage das neue GiroCode-Verfahren interessierten Firmeninhabern vor. Denn bevor Überweisungen auf breiter Front mit Hilfe des neuen Verfahrens getätigt werden können, muss es sich im Handel, bei Dienstleistern und anderen Rechnungsstellern erst einmal weiter durchsetzen. Auch das GiroCode-Verfahren ermöglicht eine komfortable und fehlerfreie Überweisung ohne das lästige Eintippen von IBAN und BIC. GiroCode basiert auf einem europaweit einheitlichen Standard und wird in Form eines QR-Codes auf die Rechnung gedruckt. Dieser Code enthält alle relevanten Zahlungsdaten wie Zahlungsempfänger, IBAN, BIC, Verwendungszweck und Überweisungsbetrag.

Der QR-Code auf Rechnungen kann auf zwei Wegen erfasst werden: Zum einen an den üblichen Überweisungsterminals in den Sparkassen-Filialen. Diese verfügen nun über einen QR-Code Scanner. Dafür gibt es an den Terminals in den 28 Filialen der Sparkasse Hanau allerdings keine Beleglesefunktion mehr. „Beide Techniken vorzuhalten, wäre unwirtschaftlich“, bittet Dr. Wiedemeier die Kunden um Verständnis, die bei Nicht-Vorhandenseins eines QR-Codes auf ihren Rechnungen nun vorerst wieder die Zahlungsdaten per Hand eingeben müssen.

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QR-Code-Rechnungen können aber auch - und das ist die eigentliche Innovation - per Sparkassen-App über Smartphone oder Tablet gescannt werden, um anschließend die dann vorausgefüllte Überweisung freizugeben. Damit reagiert die Sparkasse Hanau auf den Trend, dass immer mehr Kunden für ihre Bankgeschäfte das Smartphone oder Tablet nutzten.

Bei der Info-Veranstaltung in der Sparkasse Hanau appellierte Kreishandwerksmeister Martin Gutmann an die Firmeninhaber, offen zu sein für die modernen Möglichkeiten im Zahlungsverkehr. Immer mehr Unternehmen gehen laut Sparkasse dazu über, ihre Rechnungen mit QR-Code zu versehen. Auch die Stadt Hanau und das Deutsche Rote Kreuz würden ihre Rechnungen künftig mit einem QR-Code versehen. Bei der Stadt ist der Anfang gemacht. Wer von Hanauer Stadtpolizisten ein „Knöllchen“ bekommt, kann das fällige Bußgeld bereits mittels QR-Code überweisen.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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