Anschauungsunterricht im Umweltzentrum

Bienen sind wichtiger als Huhn und Schaf

+
Gabriele Schaar-von Römer, die Leiterin des Umweltzentrums an der Kinzigaue, präsentiert den Bienestock, den die städtischen Einrichtung zu Anschauungszwecken betreibt.

Hanau - Welches ist das wichtigste Nutztier Deutschlands? Wer diese Frage hört, denkt prompt an Schweine, Rinder, Hühner oder Schafe. Kaum jemandem fällt dabei die Biene ein. Dabei belegt sie laut Umweltbundesamt nach Rind und Schwein Platz drei in dieser Kategorie.

Georg Peukert, Vorstandsmitglied des Hanauer Imkervereins, geht noch einen Schritt weiter. „Die Biene ist am wichtigsten. Sie bestäubt die meisten Nutzpflanzen und macht Landwirtschaft erst möglich“. Das lernen schon die Kinder im Umweltzentrum Hanau. Spannendes Anschauungsobjekt ist seit einem Jahr ein Bienenstock. Der Holzkasten riecht gut nach Honig. An ihm erfahren Kita-Gruppen und Schulklassen sowie andere Besucher des Umweltzentrums, wie Bienen arbeiten und leben. Durch ein Schaufenster im Bienenkasten können sie beobachten, wie die Tiere Waben bauen, Honig einlagern oder Nachwuchs heranziehen. Wem das noch nicht reicht, der kann die hauseigene Ausstellung besuchen, in der es Wissenswertes rund um die Biene und ihre Umwelt zu sehen gibt. Bienen haben in den 30 Tagen ihres Lebens viel zu tun. Erst in den letzten zehn werden sie zur Honig- und Sammelbiene. Welche Arbeiten sie davor erledigen, zeigt die Schau.

Gestochen wurde übrigens noch keiner der jungen Bienenforscher. Die Fachleute des Umweltzentrums zeigen den richtigen Umgang mit den Honig produzierenden Insekten. „Wir erklären den Kindern, dass man ihnen mit Vorsicht und Respekt begegnen muss und gehen mit guten Beispiel voran“, sagt Leiterin Gabriele Schaar-von Römer. Der „Bienenfleiß“ zahlt sich aus. „Wir ernten im Jahr bis zu 60 Gläser Honig. Der Honig ist zum Probieren beim Besuch der Ausstellung und in den Kursen gedacht.“

Beim Umweltzentrum im Phillip-August-Schleißner-Weg 2 an der Kinzigaue finden die Bienen eine ideale Umgebung, denn es gibt genug Nahrung. Der Bienenstock steht zwischen Streuobstwiesen und Apfelhecken. Um ihn herum blühen Wildblumen in allen Farben. Die kleinen Honigsammler mögen es eben bunt. Das ist nicht überall in Hanau so. „Die Nahrung wird für Bienen oft knapp, weil in Gärten bienenfreundliche Pflanzen fehlen - beispielsweise Bergminze, Thymian oder Salbei“, sagt Schaar-von Römer. „Zierpflanzen sehen zwar hübsch aus, haben für Bienen aber keinen Nährwert.“ Stattdessen sollten die Bürger bienenfreundliche Gewächse im Garten haben wie Heidekraut oder Sonnenblumen. „Für das Wohl der Bienen kann jeder etwas tun.“ Umso wichtiger sei es, schon den Kindern zu vermitteln, wie wichtig Bienen sind und wie sie geschützt werden können.

Interessierte Kitas und Schulen können sich per Telefon (06181/3049148) oder E-Mail (umweltzentrum@hanau.de) anmelden. Wer die Ausstellung sehen möchte, kann einfach ins Umweltzentrum kommen.

cs

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare