Blick auf das Karstadt-Areal

Hanau (cs.) ‐ Seit Investor ECE aus dem „Wettbewerblichen Dialog“ zur City-Umgestaltung ausgeschieden ist, rückt die Karstadt-Immobilie am Freiheitsplatz wieder stärker in den Fokus.

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ECE war der einzige der zuletzt drei Investoren, der das Areal direkt in sein Shoppingcenter einbezogen hat und einen Vorvertrag für einen Kauf vorlegen konnte. Mit dem Ausscheiden von ECE ist das hinfällig, hat sich der Kauf für den Brachenprimus erledigt, dem seit längerem bereits das frühere Sporthaus Barthel gehört.

Aber auch die im Wettbewerb verbliebenen Investoren HBB und 3 W haben ihr Augenmerk auf das Areal gerichtet. Dass das Karstadt-Kaufhaus in Hanau erhalten bleibt, gilt schon seit längerem als unwahrscheinlich. Wegen des laufenden Insolvenzverfahrens von Arcandor/Karstadt gibt es aus der Düsseldorfer Zentrale derzeit keinerlei Stellungnahmen. Ursprüngliche Pläne, eine Reihe von vergleichsweise schlecht laufenden Häusern, darunter auch Hanau, in einen eigenen Geschäftsbereich zusammenzufassen, wurden im Zuge des Insolvenzverfahrens nach Informationen unserer Zeitung nicht mehr umgesetzt. Das Hanauer Haus war, wie die meisten Karstadt-Immobilien, vor gut zwei Jahren an die Immobliengesellschaft Highstreet verkauft worden (Haupteigentümer: die Investmentbank Goldman Sachs) und wurde zurückgemietet.

Auch bei Karstadt-Aus kein langer Leerstand erwartet

Auch für den Fall, dass die Karstadt-Filiale aufgegeben wird, befürchtet Martin Bieberle, der im Rathaus den Fachbereich Stadtenwicklung leitet, keinen langen Leerstand. Die 1a-Geschäftslage und die Maßnahmen auf dem Freiheitsplatz beflügelten auch hier die Entwicklung.

So stellt sich der Blick im 3 W-Entwurf auf die Freiheitsplatz-Nordseite dar. Links das jetzige „Central“-Kino.

Investor HBB hat in seiner Freiheitsplatz-Planung, die unter anderem Läden und die Stadtbibliothek in drei Neubauten zwischen Hammer- und Fahrstraße vorsieht, auf Computerbildern bereits Ideen für das Karstadt-Gelände entwickelt: An der Hammerstraße Geschäfte, im rückwärtigen Bereich an der Steinheimer Straße Wohnbebauung. Man habe „einen engen Draht“ zur Eigentümergesellschaft, so HBB-Geschäftsführer Harald Ortner. In den vergangenen Monaten sei „auch über das Hanauer Haus gesprochen“ worden. HBB würde im Falle eines Zuschlags beim „Wettbewerblichen Dialog“ auch das Karstadt-Areal gerne entwickeln, falls das Kaufhaus aufgegeben wird.

Auch Mitbewerber 3W hat „direkten Kontakt zum Eigentümer und zu Karstadt“, so Geschäftsführer Friedrich Doré. Der Verbleib von Karstadt am Freiheitsplatz sei für ihn zwar „weiterhin erste Option“, aber auch 3 W habe „ein alternatives Konzept für den Fall, dass Karstadt nicht in Hanau bleibt“.

Rubriklistenbild: © op-online

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