Bücherschrank steht rund um die Uhr offen

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Norbert Wehner, Abdullah Özenc und Cemal Uran (von links) betreuen neben Verena Özhan ehrenamtlich Hanaus ersten öffentlichen Bücherschrank, der gestern eingeweiht wurde.

Hanau (did) - Vom Kinderbuch bis zur Weltliteratur, vom Kochbuch bis zum Reiseführer - im ersten öffentlichen Bücherschrank Hanaus, der gestern auf auf dem kleinen Platz an der Ecke Gärtnerstraße/Karl-Röttelberg-Straße in der südlichen Innenstadt offiziell eingeweiht wurde, hat vieles Platz.

An dem Schrank kann sich jeder bedienen, Bücher ausleihen oder gebrauchte Bücher für andere hineinstellen. Das, was beispielsweise in Mainz oder Frankfurt schon seit Jahren gut funktioniert, gibt es ab sofort auch in Hanau. „Ein besonders niedrigschwelliges Angebot, Menschen an Bücher und damit an Sprache heranzuführen“, wie es Oberbürgermeister und Kulturdezernent Claus Kaminsky (SPD) gestern ausdrückte.

Das besondere am ersten öffentlichen Bücherschrank Hanau ist, dass er auf Anregungen aus Reihen der Bürgerschaft zurückgeht. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ für die südliche Innenstadt wurde gemeinsam mit den Bewohnern des Quartiers die Idee geboren. Und mit Verena Özhan, Norbert Wehner, Abdullah Özenc und Cemal Uran stellten sich aus Reihen der Anwohner auch vier ehrenamtliche Paten zur Verfügung, die den Bücherschrank betreuen werden.

Neues Potential für ehemals triste Ecke

Der Förderverein der Stadtbiblitohek Hanau unterstützte das Projekt mit einer ersten Bücherspende. Gestern steuerte der Buchladen am Freiheitsplatz weitere Literatur hinzu. Im Rahmen einer kleinen Feier, an der viele Menschen aus dem Quartier teilnahmen und für die der Schulchor der nahen Brüder-Grimm-Schule sogar eigens ein Lied („Südlicht hat ‘nen Bücherschrank.“) einstudiert hatte, wurde der Bücherschrank von OB Kaminsky und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel seiner Bestimmung übergeben.

Der massive Schrank aus Edelstahl und mit Sicherheitsglas, der von der Großauheimer Schlosserei Matulka gefertigt wurde, steht fortan rund um die Uhr offen. Gut einsehbar, mitten im Quartier stehend, steht der Schrank unter guter „sozialer Kontrolle“. Sitzbänke laden auf dem kleinen Platz zum Lesen ein. Eine ehemals triste Ecke könnte so zu einem beliebten Treffpunkt im Viertel werden.

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