Hanauer und ihre Gäste lassen sich das Feiern nicht vermiesen

Bürgerfest trotzt dem Wetter

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Spannende Duelle auf dem Wasser: Die Drachenbootrennen waren einmal mehr ein Spaß für Zuschauer und Aktive. Im Finale siegten schließlich die X-Dragons. 

Das 59. Hanauer Bürgerfest hatte am Wochenende auf den Mainwiesen unterhalb des Schlosses Philippsruhe bezüglich des Wetters nicht gerade das große Los gezogen. Nach einem rekordverdächtigen und schönen Freitagabend hatte sich der Himmel eingetrübt. 

Hanau –Doch viele Gäste aus Hanau und Umgebung ließen sich davon nicht beeindrucken und feierten ihr großes Fest in Erinnerung an den Wiederaufbau der Stadt.

Am Freitagabend strömten die Menschen aus allen Richtungen auf die Mainwiesen, wo von Freitag bis Sonntag rund 2000 ehrenamtliche Helfer den Ablauf des großen Festes sicherstellten. An den Eingängen waren die Fahrradparkplätze voll belegt, Sicherheitskräfte hatten alle Hände voll zu tun, um an den Kassen mitgeführte Taschen zu kontrollieren. Und obwohl die Spielregeln bezüglich mitgeführter Getränke seit Jahren klar sind: die bereitstehenden Tonnen füllten sich zusehends mit konfiszierten Flaschen.

Stadtverordnete siegen gegen die Presse

Zu dieser Zeit war die traditionelle Fußballschlacht zwischen Vertretern der Hanauer Presse und der Mannschaft der Stadtverordneten bereits geschlagen. Übrigens mit einem fair gefertigten und gehandelten Fußball, den Anja Zeller von der städtischen Stabsstelle für nachhaltige Strategien zum Anstoß auf das Spielfeld brachte. Nach zwei mal 20 Minuten stand es 4:2 für die Stadtverordneten, die damit erstmals seit langem wieder einen Sieg gegen die Presse einfuhren und nach dem Spiel entsprechend in Hochstimmung waren.

Eine Plattform für den Musiknachwuchs bot wieder das Finale des Hoffnungsträgercontest.

Während die Fußballhelden sich frisch machten für die offizielle Eröffnung an der Bühne der Theaterarena, hatten sich dort bereits die Musiker des Katholischen Musikvereins Excelsa Steinheim und die des Evangelischen Posaunenchores Steinheim platziert, um den Abend mit einem gemeinsamen Konzert musikalisch einzuleiten. Eine von vielen Darbietungen, die auf der Bühne Beispiel gaben für das kulturelle Leben in Steinheim. Denn der Stadtteil und sein im kommenden Jahr anstehendes 700-jähriges Jubiläum waren das übergeordnete Thema des diesjährigen Bürgerfestes.

Dass bereits im Jahr davor so intensiv auf das Jubiläum hingewiesen wird, was manch einen verwirren könne, ist für Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky eine Selbstverständlichkeit. Denn ab 1. Januar 2020 werde in Steinheim „365 Tage lang das Jubiläum gefeiert.“

„Feiern, das können wir Steinheimer sehr gut.“

Das neue Steinheimer Apfelweinkönigspaar Uta I. und Lothar II. sprachen denn auch die herzliche Einladung an alle Gäste des Bürgerfestes aus, die anstehenden Feierlichkeiten in Steinheim zu besuchen. „Wer kommt, der wird das nicht bereuen,“ war sich auch Steinheims Ortsvorsteher Klaus Romeis sicher. Denn „Feiern, das können wir Steinheimer sehr gut.“

Luden nach Steinheim an: Das Bundesäppelwoi-Königspaar Uta I. und Lothar II.

Auch auf dem Hanauer Bürgerfest, wo die Ausrichter des anstehenden Stadtrechtsjubiläums starke Präsenz zeigten. Der Jubiläumsausschuss zur Festeröffnung sogar in mittelalterlichen Kostümen. Und den ehrenamtlichen Helfern aus Steinheim oblag es dann auch, die „Bus-Bar“ zu betreiben. „Eine echte Premiere,“ so Thomas Schulte, Geschäftsführer der Hanauer Straßenbahn GmbH. Apfelrose, verschiedene Sorten Apfelwein und Apfelsecco wurden an der schicken Bar unter der blauen Lichterkette an der Busdecke ausgeschenkt. Hessische Spezialitäten wie Handkäse mit Musik, Presskopf- und Käsebrot oder Schmandkuchen hielt das Steinheimer Serviceteam im von ihm bewirtschafteten Zelt für die Gäste bereit und konkurrierte damit mit einem Speiseangebot aus aller Herren Länder.

Dichtes Gedränge auf der Flaniermeile herrschte zumindest am Freitagabend, als das Wetter noch mitspielte.

Das Wetter am Samstag sorgte dafür, dass tagsüber die Zelte der Vereine stärker bevölkert waren. Auch sportliche Darbietungen wurden von den Sportarenen unter freiem Himmel – so weit möglich – auf Bühnen in die Zelte verlegt.

Ungeachtet der Witterung traten indes die Mannschaften in den Drachenbooten zum Wettbewerb an. Die „X-Dragons“ entschieden das Finale für sich in 55,21 Sekunden, knapp gefolgt von den „Viactiv purple Dragons“ aus Hanau in 57,21 Sekunden. Und das vor einer doch ansehnlichen Kulisse von Zuschauern, die wie auch die vielen anderen Besucher am Samstag und Sonntag dem Wetter die Stirn boten und sich den Spaß am Feiern nicht vermiesen ließen.

VON DIETER KÖGEL

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