„Er tut so viel Gutes und sagt es nicht“

Bundesverdienstkreuz für Peter Jüngling

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Vielfältig engagiert und nun mit der höchsten deutschen Auszeichnung geehrt: Peter Jüngling, der von OB Kaminsky das Bundesverdienstkreuz überreicht bekam. 

Hanau - Eine besondere Auszeichnung fand gestern in Schloss Philippsruhe statt. Peter Jüngling, Hanaus ehrenamtlicher Tausendsassa, bekam von Oberbürgermeister Claus Kaminsky das Bundesverdienstkreuz verliehen. Von Steffen Müller 

Die Stühle im Roten Saal in Schloss Philippsruhe sind voll besetzt, kein Platz ist frei geblieben. In den hintersten Reihen müssen Zuschauer stehen. „Es ist ein besonderer Ausdruck von Wertschätzung, dass die Stühle im Roten Saal nicht ausreichen“, beginnt OB Claus Kaminsky seine Laudatio auf einen Mann, dessen Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz „gerecht, verdient und längst überfällig“ sei: Peter Jüngling. Der Hanauer „Hans Dampf in allen Gassen“ (Kaminsky) wurde gestern für seine Verdienste um die Stadt mit der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Und das zurecht. Peter Jüngling steht in Hanau für das Ehrenamt wie kaum in Zweiter. Egal, ob wissenschaftlich, sozial oder geschichtlich - bei freiwilligem Engagement kennt der 59-Jährige keine Unterschiede.

Der Polizeioberkommissar ist in der archäologischen Forschung in der Region Altkreis Hanau und Main-Kinzig-Kreis tätig, er unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und unterrichtet junge Amateur-Archäologen. Zusätzlich betreut er meist jugendliche Straftäter, ist Vorsitzender im Verband für lesbische und schwule Polizeibedienstete und engagiert sich im Verein Queer Hanau dafür, dass für Homosexuelle kulturelle Angebote, geschützte Räume sowie Anlaufstellen geschaffen werden und der Grundstein für eine tolerante und vielfältige Stadt gelegt wird. Ebenso gehören zu Jünglings Tätigkeiten, dass er seit 1971 bei der Feuerwehr aktiv ist und im Denkmalbeirat der Stadt Hanau sitzt.

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Bei seiner Bescheidenheit ist sogar vorstellbar, dass Jüngling im Verborgenen noch mehr ehrenamtliche Arbeit betreibt. „Er tut so viel Gutes und sagt es nicht“, weiß Anna-Katharina Ortner. Jünglings Nachbarin gehört zu den vielen geladenen Gästen und bewundert „sein Engagement und seine Präsenz.“ Dem stimmt OB Kaminsky zu. „Egal, wo ich hin komme, Peter Jüngling ist schon da.“ Kaminsky fühlt sich von dem Preisträger aber weder verfolgt noch bedroht. Die einzige Angst, die der OB hat, ist, dass Peter Jüngling die Auszeichnung falsch auffassen könnte: „Dies ist nur ein Zwischenbericht und kein Abschlusszeugnis.“

Der Geehrte beruhigt seinen Vorredner umgehend: „Angenehm sind die Arbeiten, die erledigt sind und da kommt noch einiges auf mich zu. Ich werde weiter machen, so lange die Gesundheit es erlaubt und ich die Unterstützung von Familie und Freunden habe.“

Es entspricht Jünglings Bescheidenheit, dass er an seinem Ehrentag an diejenigen denkt, die ihm bei seiner Arbeit helfen. „Alle kann man nicht auf die Reihe bringen, was unter meinem Namen gelaufen ist.“ Gestern war der Rote Saal jedoch überfüllt, um nur einen Namen zu würdigen: Peter Jüngling.

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