Bury-Ausstellung in Philippsruhe eröffnet

Von der Welt inspiriert

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Modelle von Bury-Skulpturen gehören zu den Exponaten der Austellung, die bis 26. Juni in Schloss Philippsruhe zu sehen ist - dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Hanau - Als „Weltenerfinder“ betitelte Professor Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung Weimar, den in Gelnhausen geborenen und immer noch eng mit Hanau verbundenen Goldschmied und Bildhauer Claus Bury bei der Vernissage zur Bury-Ausstellung „Meine Sicht“.

Wegen des großen Andranges war die Eröffnungsfeier in die Friedenskirche von Kesselstadt verlegt worden. Die fasste dann die Gäste aus Hanau und von außerhalb. Denn Claus Bury hatte auch seine „Meisterschüler und Studenten aus der ganzen Welt eingeladen,“ wie Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck in ihrer Begrüßung sagte. Nach seiner Ausbildung zum Goldschmied an der Hanauer Zeichenakademie habe Bury „eine künstlerische Transformation hin zum Architekten“ gemacht und der 200-jährigen Familientradition der Burys in Hanau eine neue Richtung gegeben. Und immer wieder habe sich Bury in Hanau eingebracht. Sein Relief des Grundrisses der Hanauer Neustadt, als Modell schon vor vielen Jahren präsentiert, soll bei der Umgestaltung des Platzes an der Wallonisch-Niederländischen Kirche „in wenigen Jahren“ realisiert werden. Ein „begehbarer Stadtplan der Neustadt, der das 17. Jahrhundert wieder erfahrbar macht“, so Funck.

Doch Bury hat laut Professor Holler nicht nur lokale Empathien. Er habe die Welt bereist, fremde Kulturen kennengelernt, ihre Bauten skizziert, fotografiert, beschrieben. Eindrücke, die Eingang gefunden haben in seine künstlerische Arbeit, in seine Skulpturen und architektonischen Schöpfungen nach den Regeln von „Zahl, Maß und Goldenem Schnitt,“ die den Erkenntnissen des italienischen Mathematikers Leonardo Fibonacci folgten, einer der bedeutendsten Mathematiker des Mittelalters. Gestaltungsregeln, deren Anwendungen „von der Welt inspiriert“ worden seien. Bury und seine Arbeit verkörperten „exemplarisch den Satz: Von Hanau in die Welt“, so Museumsleiterin Dr. Katharina Bechler. Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung im Museum fanden diese Einlassungen ihre Bestätigung. Neben Fotografien und Burys Tage- und Skizzenbücher sind eine Vielzahl von Modellen zu sehen, die der Künstler entworfen und gebaut hat. Konstruktionen, die ebenso mit der Form wie mit dem Material spielen, Balance ausstrahlen oder Balance suchen, den Blick auf einen Fokus verengen und ihn dadurch erweitern.

Mit einem „Kunstfrühstück im Museumscafé “ bietet das Museum in Schloss Philippsruhe am 24. April, am 22. Mai und am 26. Juni jeweils ab 10 Uhr ein attraktives Begleitprogramm zur Ausstellung an. Nach den klulinarischen Genüsse können die Gäste zusammen mit Claus Bury auf Entdeckungsreise durch die Ausstellung gehen. (dk)

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