CDU-Doppelrolle soll nochmal beredet werden

Hanau - (cs.) Setzt bei der Hanauer CDU und dem von ihr gestellten Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Scheuermann Nachdenklichkeit ein? „Wir entziehen uns keinen Überlegungen“, sagte Scheuermann gestern, der in die Kritik gekommen war, weil er zusätzlich zum Amt des Parlamentsvorstehers auch das des CDU-Fraktionschefs und damit Oppositionsführer übernehmen will.

Ob Scheuermann, der CDU-Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl 2011 werden soll, bei der angekündigten Doppelrolle bleibt, ließ er gestern offen. „Wir werden alles nochmals bereden.“ Das soll bei einer Fraktionssitzung nächsten Dienstag passieren. „Wir klopfen alles ab.“ Der Christdemokrat räumte ein, dass die letzten Tage „sehr bewegt“ gewesen seien. Neben Kritik habe er aber auch Zuspruch erfahren.

Wie berichtet, hatte der bisherige Fraktionschef Franz Ott nach der CDU-Schlappe bei der OB-Wahl seinen Rücktritt als Fraktionsvorsitzender erklärt, er zieht sich in die zweite Reihe zurück. Als neuer starker Mann mit ungewöhnlicher Doppelfunktion war dann Scheuermann vorgestellt worden. Sein geplantes Doppel als Fraktionschef und zugleich Stadtverordnetenvorsteher hatte Kritik ausgelöst - CDU-intern, in Medienkommentaren und vom politischen Gegner. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, FDP, Grünen und BfH sowie OB Claus Kaminsky (SPD) wetterten: Das neutrale Amt des Stadtverordnetenvorstehers, der das gesamte Parlament repräsentiere, sei nicht vereinbar mit der parteipolitischen Funktion eines Fraktionsvorsitzenden.

Derweil sorgt auch Ex-Oberbürgermeisterin Härtel (CDU) für politische Schlagzeilen. Eine Boulevard-Zeitung orakelte von einem „Comeback der Margret Härtel“. Die 65-Jährige kündigte darin an, sie sei bereit, im Wahlkampf 2011 „mitzuhelfen und mitzuwirken.“ Scheuermann hatte erklärt, er setze unter anderem auf den Rat Härtels. Diese strebe aber kein Amt an. Härtel war 2003 nach Skandalen von den Bürgern abgewählt worden.

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