Neuer Trend

Co-Working-Spaces auf Pioneer: 9000 Quadratmeter für kreatives Arbeiten

Viel Raum zur kreativen Entfaltung: „Bruder 5“ soll als erster für Co-Working an den Start gehen.
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Viel Raum zur kreativen Entfaltung: „Bruder 5“ soll als erster für Co-Working an den Start gehen.

Einer der Trends in der Arbeitswelt, Co-Working, das Teilen einer Bürofläche und der dafür zu zahlenden Mietkosten, wird nun auch im Pioneer Park aufgegriffen: In zwei der denkmalgeschützten Kasernengebäude „Fünf Brüder West“ will die Pioneer Makers GmbH eine Art kreativen Campus für Unternehmer, Selbstständige, Handwerker und viele mehr errichten. In der geplanten Größe ein in Hanau und der Rhein-Main-Region bisher einmaliges Projekt.

Hanau - Die Pioneer Makers GmbH gibt es erst seit Juli dieses Jahres, gegründet wurde sie von Katja Weinstock und Olaf Leijdekker. Weinstock ist die Ehefrau von Dr. Marc Weinstock, dem Geschäftsführer der LEG Hessen-Hanau GmbH, die auf dem Pioneer-Areal für die Vermarktung der Flächen, und damit auch für die für gewerbliche Zwecke vorgesehenen „Fünf Brüder West“, verantwortlich ist.

Lange Zeit wurden Investoren gesucht

Für drei der „Brüder“ wurde lange Zeit nach Investoren gesucht, für einen derzeit immer noch. Für zwei der Gebäude nun also eine „familieninterne“ Lösung aus dem Haus Weinstock.

Katja Weinstock bringt, wie auf der Internetseite der Pioneer Makers zu lesen ist, berufliche Erfahrung als Personaldirektorin und Organisationsentwicklerin mit. Olaf Leijdekker war in der Industrieautomatisierung im internationalen Umfeld tätig, laut eigener Aussage die überwiegende Zeit in Managementpositionen.

Langfristige Planung: Vertrag läuft über zehn Jahre

Die Pioneer Makers GmbH hat die „Brüder“ Nummer 4 und 5 von der LEG angemietet, plus gegebenenfalls das mögliche Nachverdichtungsgebäude zwischen den Bestandsgebäuden. Die Laufzeit des Mietvertrages erstreckt sich über zehn Jahre, mit Option auf eine langfristige Verlängerung, so Weinstock.

In den sogenannten „Brüdern 4 und 5“ entstehen Co-Working-Areas, ein Maker-Space mit Mietwerkstatt für Prototyping oder Kleinserien-Produktion und eine Digital-Zone.

Die „Zehn Brüder“

Die „Zehn Brüder“ sind zehn baugleiche Gebäude der in den 1930er Jahren errichteten Eisenbahnpionier-Kaserne. Die fünf westlich gelegenen „Brüder“ werden für gewerbliche Nutzung entwickelt: In einem will die Bamac + Keck Pioneer Hanau GbR ein Hotel, in einem weiteren ein Gesundheitszentrum realisieren. Die „Brüder“ Nummer 4 und 5 hat die Pioneer Makers GmbH angemietet. Für Nummer 3 werden noch Investoren gesucht, wie Martin Bieberle, Stadtentwickler und einer der beiden Geschäftsführer der LEG Hessen-Hanau GmbH, die den Pioneer Park entwickelt, auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. In den „Fünf Brüdern Ost“ entstehen rund 280 Miet- und Eigentumswohnungen.
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9000 Quadratmeter für kreatives Arbeiten

Insgesamt rund 9000 Quadratmeter werde der Pioneer Makers GmbH nach Fertigstellung in den beiden kernsanierten Kasernengebäuden zur Verfügung stehen, informiert Katja Weinstock auf Nachfrage. Es sei geplant, die Außenanlagen des entstehenden Campus zum Teil für Außenarbeitsplätze und Gastronomie zu nutzen.

Im ersten Bauabschnitt sollen die rund 5000 Quadratmeter in „Bruder 5“ entwickelt werden. Die Hälfte der Fläche, rund 2500 Quadratmeter, sei für Bürofläche vorgesehen, der Rest für ein Maker-Café, eine Roof Bar und Sport sowie Werkstattfläche, Co-Working, Konferenzräume und Event-Gastronomie.

Startschuss für Projekt im Jahr 2021

Im zweiten Bauabschnitt soll „Bruder vier“ als Büro- und Konferenzfläche sowie für Gastronomie ausgebaut werden. In einem dritten Bauabschnitt geht es um eine Verdichtungsfläche. Diesbezüglich befinde man sich noch in der Planung, so Katja Weinstock. Auf ihrer Internetseite bewerben die Pioneer Makers die Räume, die in „Bruder 5“ eingerichtet werden. Als Startschuss wird das Jahr 2021 angegeben.

Grundsätzlich sollen die Räume möglichst flexibel gestaltet sein, um für große und kleine Teams je nach Bedarf nutzbar gemacht zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung zu dem Projekt. „Was wir hier anbieten werden, ist in Hanau einzigartig und für das Rhein-Main-Kinzig-Gebiet wegweisend. Ein Ökosystem für berufliche Netzwerke, neue Geschäftsideen, mutige Arbeitskonzepte nahe am Wohnort und Kulturveränderung“, wird Katja Weinstock in der Mitteilung zitiert.

Verschiedene Tarife und Mietpreise für jeweilige Nutzung

Die Finanzierung des Innenausbaus übernehme die Pioneer Makers GmbH. Die Miete richte sich nach dem Ausbaustandard des komplett sanierten Gebäudes mit Glasfaserinternet und modernem Raumluftkonzept und werde laut der Mitgründerin je nach Fläche und finalem Ausbau zwischen elf und 13 Euro plus Nebenkosten liegen. Bei der Nutzung von variablen Arbeitsplatz- und Konferenzlösungen (Co-Working, kurzfristige Nutzung von Büros, Meeting- oder Eventräumen) werde es gemäß Paket und Nutzungslaufzeiten eigene Tarife geben, so Weinstock.

Im Main-Kinzig-Kreis gibt es derzeit drei sogenannter Co-Working-Spaces: das „Brick37“ in Hanau, „The Roof“ in Maintal sowie das „Kinzig Valley“ in Gelnhausen und das „Kinzig Valley 2“ in Wächtersbach.

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