Bevollmächtigter Weißenbrunner der IG Metall Hanau-Fulda im Amt bestätigt

„Corona als Brandbeschleuniger“

Eine klare Botschaft sandte der neue Vorstand der IG Metall Hanau-Fulda bei der jüngsten Delegiertenversammlung an die Arbeitgeber.
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Eine klare Botschaft sandte der neue Vorstand der IG Metall Hanau-Fulda bei der jüngsten Delegiertenversammlung an die Arbeitgeber.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis – Robert Weißenbrunner bleibt 1. Bevollmächtigter und Kassierer der IG Metall Hanau-Fulda. Er wurde bei der jüngsten Delegiertenversammlung der Industriegewerkschaft in seinen Ämtern bestätigt. Die 84 Delegierten repräsentieren die Interessen von 9200 IG-Metall-Mitgliedern.

Weißenbrunner wurde mit 93,6 Prozent der Stimmen gewählt. Er geht in seine vierte Amtszeit. Als 2. ehrenamtlicher Bevollmächtigter wurde einstimmig Klaus Ditzel, der auch Betriebsratsvorsitzender der Firma NORMA in Maintal ist, bestätigt.

„Wir wollen auch die nächsten vier Jahre die Erfolgsgeschichte der IG Metall Hanau-Fulda fortschreiben“, kündigten Weißenbrunner und Ditzel nach ihrer Wahl an. Die IG Metall sei in der Region gut aufgestellt. „Unsere Verankerung in den Betrieben ist kontinuierlich verbessert worden, der Mitgliederbestand weiter gestiegen.“ So sei der Anteil der betriebsangehörigen Mitglieder in den vergangenen 10 Jahren um mehr als acht Prozent gewachsen, auch die finanzielle Basis und Ausstattung der Geschäftsstelle sei solide und gut. Neben den beiden Bevollmächtigten wurden weitere elf ehrenamtliche Mitglieder aus Betrieben der Region in den IG Metall-Regionalvorstand gewählt. Es handelt sich um Michaela Heid (Vacuumschmelze Hanau), Bettina Kaufeld (Thermo Fisher Langenselbold), Tanja Viel (Hitachi-ABB Hanau), Heiko Büchner (Coatec Schlüchtern), Michael Heim (Knaus Tabbert Sinntal), Christopher Hohmann (Element Six Burghaun), Frank Hohmann (Low & Bonar Fulda), Lothar Mathes (KGM Fulda), Michael Mihm (Kunzmann Fulda), Björn Seng, (Wagner Fahrzeugteile Fulda) und Eberhard Schüttpelz als Vertreter der Senioren.

In seinem Geschäftsbericht verwies Weißenbrunner darauf, das sich die Gewerkschaftsarbeit in Zeiten von Corona fundamental verändert habe. „Gewerkschaftsarbeit, die wie kaum eine andere Arbeit vom Miteinander, vom Zusammengehörigkeitsgefühl und davon, für eine gemeinsame Sache eng zusammenzustehen, lebt, ist in dieser Zeit nur eingeschränkt möglich.“ Nichtsdestotrotz sei es der IG Metall weitestgehend gelungen, Einkommen und Arbeitsplätze zu sichern.

Bezogen auf die die wirtschaftliche Situation sagte Weißenbrunner, dass der Kampf gegen Covid-19 und seinen wirtschaftlichen Folgen die IG Metall vor gewaltige Herausforderungen stellt. „In zahlreichen Betrieben bleiben Aufträge aus, die Produktion kommt zum Erliegen und Umsatzzahlen brechen ein. In den Betrieben, die schon vorher wirtschaftlich angeschlagen oder in Umstrukturierungsprozessen waren, wirken die mit Covid19 verbundenen Einbrüche wie ein Brandbeschleuniger. Das betrifft insbesondere Betriebe entlang der Wertschöpfungskette des Automobils, aber nicht nur,“ so der Gewerkschafter.

An die Adresse der Arbeitgeber in der Region sendete der IG Metall-Bevollmächtigte eine klare Botschaft: „Wer gemeinsam mit den Beschäftigten und ihren Interessenvertretern die Zukunftsfähigkeit der Betriebe und der Arbeitsplätze sicherstellen will, hat uns als konstruktiven Verbündeten. Arbeitgeber, die sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung stehlen und Corona dazu nutzen wollen, um Arbeitsplätze abzubauen, Tarifverträge zu unterlaufen oder andere betriebliche Standards zu senken, wird uns als entschiedenen Gegner haben.“

Klaus Ditzel ging auch auf die aktuelle Situation bei NORMA in Maintal ein und zeigte sich kämpferisch. „Wenn wir bis Ende September keine Lösung am Verhandlungstisch bekommen, sind alle Vorbereitungen dazu getroffen, die IG Metall-Mitglieder bei NORMA zu einer Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf zur Durchsetzung unserer Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag aufzurufen.“ Der Ball liege nun im Spielfeld des Arbeitgebers, der sich zu den Zukunftsthemen an den Standorten Maintal und Gerbershausen auf die IG Metall zu bewegen müsse.  did

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