Coronavirus in Hanau

Frau nach Infizierung aus Überwachung entlassen: Kontaktpersonen nun ermittelt und häuslich isoliert

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Im Main-Kinzig-Kreis gibt es den ersten Fall des Coronavirus. Eine Frau aus Hanau ist mit Sars-CoV-2 infiziert. (Symbolbild)

Eine Frau aus Hanau hatte sich mit Sars-CoV-2 infiziert – der erste Coronavirus-Fall im Main-Kinzig-Kreis. Als Sicherheitsvorkehrung wurden sämtliche Kontaktpersonen ermittelt und häuslich isoliert.

  • Erster Fall von Coronavirus in Hanau
  • 52-jährige Frau wurde positiv auf Sars-CoV-2 getestet
  • Sämtliche Kontaktpersonen ermittelt und häuslich isoliert

Coronavirus in Hanau: Frau infiziert – Kontaktpersonen ermittelt und isoliert

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 10:33 Uhr: Das Gesundheitsamt hat die Frau aus Hanau aus der Überwachung entlassen, die vergangene Woche positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war. Es war der erste Coronavirus-Fall im Main-Kinzig-Kreis. Als weitere Sicherheitsvorkehrung wurden auch sämtliche Kontaktpersonen ermittelt und häuslich isoliert. Deren Tests auf das Virus hätten durchweg negative Ergebnisse gezeigt, meldet das Gesundheitsamt.

Die zuständige Dezernentin Susanne Simmler will das Ende dieses „Falls“ aber grundsätzlich nicht als Entwarnung verstanden wissen. „Die Zahl der Neuerkrankten geht nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland und in Hessen nach wie vor nach oben.“ 

Die kurz- und mittelfristige Entwicklung bei diesem Thema könne man nicht abschätzen. Das Informationsbedürfnis der Menschen ist nach wie vor hoch. In den ersten sieben Tagen gab es 800 Anrufen beim Bürgertelefon des Gesundheitsamtes, das weiter unter 06051/8510000 geschaltet bleibt. Es gelten nach wie vor die Schutzhinweise des Bundesgesundheitsministeriums für das Coronavirus Sars-CoV-2.

Coronavirus in Hanau: Schutzhinweise des Bundesgesundheitsministeriums beachten

  • Regelmäßig und gründlich die Hände waschen
  • Richtig husten und niesen
  • Das bedeutet: Mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen halten und sich wegdrehen
  • In ein Einwegtaschentuch husten oder niesen
  • Abstand zu Erkrankten halten

Erster Coronavirus-Fall in Hanau

Erstmeldung vom Montag, 09.03.2020: Hanau - Wie der Main-Kinzig-Kreis am Dienstagnachmittag (03.03.2020) auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Gelnhäuser Landratsamt bestätigte, gibt es jetzt den ersten Fall des Coronavirus in Hanau. Die Betroffene zeige aber nur milde Krankheitssymptome. Wo sie sich angesteckt haben könnte, sei noch unklar.

Coronavirus in Hanau: Konzert in Gedenken an die Terroropfer abgesagt

Derweil wurde ein fürs Wochenende geplantes Konzert im Gedenken an die Terroropfer von Hanau*, bei dem im Staatspark Wilhelmsbad unter anderem die Söhne Mannheims, Sammy Deluxe und andere Künstler bei freiem Eintritt auftreten wollten, vorsorglich abgesagt. 

Die für Mittwoch (04.03.2020) geplante zentrale Trauerfeier inklusive deren Übertragung auf Großleinwände auf Markt- und Freiheitsplatz finden jedoch in Absprache zwischen der Stadt Hanau, der Wiesbadener Staatskanzlei und dem Main-Kinzig-Kreis wie geplant statt.

„Das Gesundheitsamt, alle Mediziner und auch alle Krankenhäuser des Kreises sind seit einigen Wochen auf eine solche Situation vorbereitet gewesen“, versicherte Kreis-Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD), denn aus Sicht der Experten sei es eigentlich nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das Coronavirus auch im Main-Kinzig-Kreis nachgewiesen werde. Dieser Fall sei nun eingetreten.

„Es war nur eine Frage der Zeit“: Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (Mitte), Dr. Siegfried Giernat (links) und Dr. Wolfgang Lenz informierten in Gelnhausen über den ersten Coronavirus-Fall im Main-Kinzig-Kreis. Foto: p

Coronavirus in Hanau: Infizierte 52-jährige Frau muss in häusliche Quarantäne

Die labortechnische Bestätigung habe den Main-Kinzig-Kreis am Dienstagvormittag erreicht. Das Team des Kreis-Gesundheitsamts hat daraufhin umgehend Kontakt zu der Frau aus Hanau aufgenommen und für sie häusliche Quarantäne angeordnet. Sie darf ihre Wohnung bis in die kommende Woche hinein nicht verlassen.

Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Siegfried Giernat, begründete diese Maßnahme als „wichtigste und wirksamste Schutzmaßnahme.“ Parallel dazu wurden die Familienmitglieder, Kollegen, Freunde und weitere Personen ermittelt, die zu der Frau in den vergangenen Tagen Kontakt hatten.

Auch die Kontaktpersonen zu der Erkrankten müssen vorsorglich zu Hause bleiben. Bis zum Nachmittag waren innerhalb des Main-Kinzig-Kreises zwölf Personen ermittelt, die unter diese Kategorie fielen. „Das heißt noch nichts hinsichtlich der Diagnostik der einzelnen Personen. Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, um eine Weiterverbreitung möglichst zu verhindern“, erklärte Giernat.

Erster Coronavirus in Hanau: Bevölkerung ist verunsichert

Unabhängig von diesem ersten bestätigten Fall registriert der Main-Kinzig-Kreis eine zunehmende Zahl an Anfragen aus der Bevölkerung. Zum Teil werden diese direkt ans Gesundheitsamt gerichtet, zum Teil fragen Patientinnen und Patienten ihren Hausarzt vor Ort, der sich dann wiederum an den Kreis wendet.

Die wachsende Verunsicherung in der Bevölkerung, gerade angesichts der ersten Fälle in Hessen, haben auch die Verantwortlichen des Main-Kinzig-Kreises. „Alle auftauchenden Fragen waren und sind für uns täglicher Bestandteil in einer extra für den Coronavirus eingerichteten Taskforce in der Kreisverwaltung. 

Im Gesundheitsamt laufen alle aktuellen Nachrichten zusammen, die Kolleginnen und Kollegen sind quasi rund um die Uhr im Einsatz und erreichbar und daher natürlich auch die erste Adresse für Rückfragen“, erläuterte Simmler.

Coronavirus in Hanau: Main-Kinzig-Kreis richtet Bürgertelefon ein

Da die Zahl der Anruferinnen und Anrufer in den kommenden Tagen höher ausfallen könnte als bisher, hat der Main-Kinzig-Kreis ab heute, ein Bürgertelefon eingerichtet unter der Rufnummer 06051/8510000. Im Zeitraum von 9 bis 18 Uhr stehen am Mittwoch und Donnerstag sowie am Freitag von 9 bis 15 Uhr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises zusätzlich zur Verfügung, um die Anfragen zu beantworten oder weiterzuleiten. 

Die Erreichbarkeit gilt zunächst auch für die kommende Woche (09. bis 13.03.2020): montags bis donnerstags 9 bis 18 Uhr und am Freitag von 9 bis 15 Uhr. Für das Wochenende wird das Angebot bedarfsabhängig fortgesetzt.

Zur Taskforce in Sachen Corona gehört unter anderem auch Dr. Wolfgang Lenz, Ärztlicher Leiter für den Rettungsdienst im Main-Kinzig-Kreis. Aus seiner Sicht ändert der erste bestätigte Fall für die Menschen im Kreisgebiet wie auch für den medizinischen Bereich wenig. „Wir sind vorbereitet, sowohl auf den ersten Fall wie auch für mögliche weitere Fälle. Die Abläufe sind innerhalb des Rettungswesens klar. Wichtig ist aus Sicht der Mediziner, dass jeder einzelne Bürger, jede einzelne Bürgerin selbst sorgsam mit dem Thema umgeht“, so Lenz.

Main-Kinzig-Kreis empfiehlt bei Unsicherheit telefonisch Arzt oder Gesundheitsamt zu kontaktieren

Der Main-Kinzig-Kreis empfiehlt seinen Bürgerinnen und Bürgern mit Erkältungssymptomen, diese ernstzunehmen und in Ruhe zu Hause auszukurieren. Wer unsicher ist, ob es sich bei Symptomen wie Husten, Fieber oder Halsschmerzen um eine ganz normale Erkältung oder doch etwas anderes handeln könnte, sollte zunächst telefonisch Kontakt zu einem Arzt oder zum Gesundheitsamt aufnehmen. 

Das gilt insbesondere für jene Personen, die Kontakt zu einer am Coronavirus erkrankten Person hatten oder aus einem der Risikogebiete kommen.  

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