Gemeinsame Hilfsaktion

„Hanau lässt keinen allein“: Lieferservice für Menschen in Not startet

„Hanau lässt keinen allein“: Ein Lieferservice für Menschen in Not startet. (Symbolbild)
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„Hanau lässt keinen allein“: Ein Lieferservice für Menschen in Not startet. (Symbolbild)

Mit einem kommunalen Lieferservice will die Stadt Hanau während der Corona-Krise die Versorgung von Bürgern sicherstellen, die sich in einer Notlage befinden, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und keine Hilfe haben oder wegen Quarantäne-Maßnahmen die Wohnung nicht verlassen können.

  • Stadt Hanau reagiert auf Corona*-Probleme der Menschen im Alltag
  • Lieferservice für Menschen in Not startet
  • Motto: „Hanau lässt keinen allein“

Hanau – Der Service startet am heutigen Freitag und soll die Grundversorgung der Betroffenen sicherstellen. Nach dem Motto „Hanau lässt keinen allein“ solle dafür gesorgt werden, dass sich auch die am stärksten von den Einschränkungen Betroffenen keine Sorgen um die Bewältigung ihres Alltags machen müssen, erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Der Lieferservice wird von der Stadt in Kooperation mit dem Rewe-Markt Cifci organisiert und koordiniert.

Coronavirus in Hanau: Lieferservice soll Menschen in Not helfen

Dabei gehe es nicht darum, den bereits bestehenden Lieferdiensten Konkurrenz zu machen, erklären dazu Barbara Battenhausen und Bernd Michel von der Stadt, die das Projekt leiten. Der Service sei vor allem als Notdienst gedacht, insbesondere für ältere Menschen, denen dieses System bisher fremd ist, die alleinstehend sind oder sich das eigenständige Einkaufen nicht zutrauen.

Die Abwicklung soll möglichst einfach und unkompliziert ablaufen. Betroffene Personen können sich beim speziell gebildeten Versorgungsteam per Telefon unter 06181 2958130 oder per E-Mail an versorgung@hanau.de melden und mit der Stadt Kontakt aufnehmen. Das Versorgungsteam montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr erreichbar.

Hier wird dann die Bestellung aufgenommen, wobei eine Notfall-Produktauswahl angeboten wird, die auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe als Grundversorgung vorgeschlagen wird. Die Produktliste, die zudem im Internet einsehbar ist, umfasst dabei unter anderem Nudeln, Konserven, Obst, Gemüse und auch Drogerieartikel. Die Bestellung wird mit Hilfe des Supermarkts zusammengestellt und am Folgetag von Mitarbeitern der Stadt an die Betroffenen geliefert.

Coronavirus in Hanau: Ware soll vor die Tür der Besteller gestellt werden

Dabei wird ebenfalls streng auf die Hygiene-Empfehlungen geachtet. Ein direkter Kontakt zwischen Helfer und Kunden ist nicht vorgesehen. „Wir stellen uns das so vor, dass der Helfer die Ware vor die Tür stellt, klingelt und dann in entsprechendem Abstand wartet, bis der Besteller die Lieferung angenommen hat. Aus diesem Grund wird die Bestellung auch nicht an der Haustür kassiert. Die Stadt finanziert die Bestellung vielmehr vor und schickt dann eine Rechnung an die Besteller“, so Bernd Michel.

„Leider können wir durch die aktuelle Lage, die durch die verantwortungslosen Hamsterkäufer entstanden ist, keine konkreten Produkte mit definierten Preisen anbieten“, so Barbara Battenhausen. Vielmehr sei auf der Produktliste jeweils ein Mindest- und ein Höchstpreis pro Artikel vermerkt, wobei garantiert werde, dass jeweils das günstigste verfügbare Produkt geliefert wird.

Zusätzlich gibt es ein Angebot mit zahlreichen Tiefkühl-Fertiggerichten eines externen Anbieters, das vor allem für Menschen gedacht ist, die nicht mehr selbst kochen können. Außerdem findet man auf der Internetseite oder als Beratung am Telefon Hinweise auf Restaurants, die auch außerhalb der begrenzten Öffnungszeiten fertige Mahlzeiten zum Abholen oder als Lieferservice anbieten, wobei auch hier das Versorgungsteam der Stadt Hilfestellung leisten kann.

Coronavirus in Hanau – „Niemand muss sich Sorgen machen, mit seinen Problemen allein zu stehen.“

„Für uns ist wichtig, dass sich niemand in dieser Stadt Sorgen machen muss, mit seinen Problemen allein da zu stehen“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky zu dem außergewöhnlichen Angebot. Man denke dabei vor allem an Menschen, die keine andere Hilfsmöglichkeit finden.

In diesem Zusammenhang lobt der Oberbürgermeister aber auch die zahlreichen Initiativen von Vereinen, Organisationen, Privatpersonen und Nachbarn, die Hilfe anbieten und sich solidarisch um ihre Mitbürger kümmern. Nach der schrecklichen Terrornacht des 19. Februar habe die Losung gelautet „Hanau steht zusammen“. Dies spüre man jetzt auch in der Corona-Krise und das mache dankbar und stolz, so der Oberbürgermeister abschließend.

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did

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