Pandemie

Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis steigt rasant: Diese Maßnahmen drohen bei 100

Eine Passantin trägt eine FFP2-Maske in der Hand.
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Eine Passantin trägt eine FFP2-Maske in der Hand.

Die Corona-Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis stieg zuletzt deutlich an – besonders in Hanau. Bestätigt sich der Trend, drohen bald neue Regeln.

Hanau ‒ Die vierte Corona-Welle hat Deutschland erfasst. Die Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) berichteten in ihrem jüngsten Wochenbericht von deutlich steigenden Infektionszahlen - insbesondere unter jungen Menschen. Der Anteil positiver PCR-Tests in Laboren stieg innerhalb einer Woche von vier auf sechs Prozent (Stand: 19.08.2021).

Die Sieben-Tage-Inzidenzen haben sich seit Anfang August fast verdreifacht und liegen am Samstag (28.08.2021) im bundesweiten Mittel bei mehr als 72 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Das bekommt auch der Main-Kinzig-Kreis zu spüren: Innerhalb von drei Wochen stieg der Inzidenzwert hier sprunghaft von 16,4 auf 77,3 an.

Corona-Pandemie: Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis nähert sich der 100

Innerhalb einer Woche hat der Main-Kinzig Kreis damit die Regeln in Stufe 1 (ab einer Inzidenz von 35) fast übersprungen und liegt nun seit dem 19. August auf Stufe 2 des hessischen Präventions- und Eskalationskonzeptes. Nach dem aktualisierten Eskalationskonzept, das seit dem 19. August in Hessen in Kraft ist, gelten im Kreis daher die Corona-Regeln für die Inzidenz ab 50.

Hält der deutliche Aufwärtstrend bei den Corona-Fallzahlen im Main-Kinzig-Kreis an, könnte allerdings schon bald die dritte Eskalationsstufe erreicht werden. Überschreitet die Inzidenz die Schwelle von 100, würden demnach noch schärfere Regeln auf die Region zukommen.

Corona im Main-Kinzig-Kreis: Schwellenwert 100 in Hanau bereits überschritten

Den Allzeit-Höchstwert seit Beginn der Pandemie erreichte der Main-Kinzig-Kreis den Daten des RKI zufolge am 20. Dezember 2020 mit einer Inzidenz von 311,3. Der Höchstwert von 2021 ist vom 27. April und liegt bei 201,2. Am 23. Juni und 13. Juli fiel die Inzidenz dann auf 6,7, dem niedrigsten Wert in diesem Sommer.

DatumSieben-Tage-Inzidenz
28.08.202177,3
27.08.202171,9
26.08.202173,0
25.08.202177,5
23.08.202174,7
16.08.202129,2
09.08.202119,5
02.08.202117,4
26.07.202119,3
Quelle: Robert Koch-Institut | Stand: 28.08.2021, 8.51 Uhr 

Im Verlauf der Pandemie entwickelte sich Hanau, die größte Stadt im Main-Kinzig-Kreis, immer wieder zum Corona-Hotspot in der Region. Eine Vielzahl aller Neuinfektionen im Kreis wurden in Hanau registriert. Die Inzidenz der Stadt lag häufig deutlich über der des Kreises. Auch in der vierten Wellte hatte die Stadt Hanau den kritischen Wert von 100 bereits überschritten. Nach Angaben der Stadt liegt die Inzidenz am Samstag (28.08.2021) aber wieder bei 89. Das RKI weist die Zahlen der Stadt Hanau nicht explizit aus.

Da die geltenden Corona-Maßnahmen allerdings von der kreisweiten Infektionslage abhängig sind, ist auch in Hanau weiterhin die Eskalationsstufe 2 des Landes Hessen in Kraft.

Corona-Inzidenz im Main-Kinzig-Kreis: Diese Regeln gelten ab einer Inzidenz von 100

Steigt die Inzidenz im gesamten Main-Kinzig-Kreis allerdings weiter an, könnten schon bald umfassendere Maßnahmen in Kraft treten - auch in Hanau. Im Corona-Hotspot Offenbach soll jetzt bereits über weitere Beschränkungen beraten werden, die Schutzverordnung des Landes soll dabei aber wohl nicht vollständig umgesetzt werden. Für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis gibt es dazu allerdings noch keine konkreten Pläne.

Nach dem Corona-Eskalationskonzept des Landes Hessen könnten ab einer Inzidenz von 100 dann die folgenden Regeln in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis gelten:

  • Verschärfte Kontaktbeschränkungen:
  • Im öffentlichen Raum maximal 10 Personen aus verschiedenen Haushalten, oder zwei Haushalte. Geimpfte, Genesene oder Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit
  • Entsprechende Empfehlung auch für den privaten Raum
  • Maskenpflicht:
  • Nicht geimpftes oder genesenes Personal in Alten- und Pflegeheim muss eine FFP2-Maske (oder gleichwertig) tragen
  • Anordnung medizinischer Masken in den Schulen auch am Sitzplatz
  • FFP2-Maskenpflicht (oder gleichwertig) im ÖPNV. Gilt nicht für Kinder unter 16 Jahren.
  • FFP2-Maskenpflicht (oder gleichwertig) bei körpernahen Dienstleistungen (bspw. beim Friseur)
  • Veranstaltungen:
  • 3G-Regel bei Messen, Veranstaltungen oder Kulturangeboten: Einlass nur mit negativem Test oder Geimpften- bzw. Genesenennachweis
  • Maximal 200 Teilnehmer bei Veranstaltungen im Freien und 100 Teilnehmer in Innenräumen. Geimpfte und Genesene zählen nicht mit
  • Veranstaltungen mit mehr als 200 bzw. 100 Teilnehmern müssen explizit behördlich genehmigt werden
  • Gastronomie, Clubs, Diskotheken:
  • 3G-Regel für den Einlass auf die Außenflächen von Tanzlokalen, Diskotheken und Clubs sowie für die Außengastronomie (Betriebskantinen ausgenommen)
  • Auch der Zugang zu Prostitutionsstätten wird nur Kunden mit einem Negativnachweis gestattet (vollständig geimpft, genesen oder negativer PCR-Test)
  • Sport:
  • 3G-Regel in Fitnessstudios, Hallenbädern und Sporthallen (Profisport ausgenommen)
  • Einzelhandel:
  • Quadratmetervorgaben im Einzelhandel beschränken Zugang zu Supermärkten und Geschäften (auf die ersten 800 m² ein Kunde pro 10 m², dann ein Kunde pro 20 m²)
  • In Einkaufszentren zählt die jeweilige Gesamtverkaufsfläche
  • Mit Ausnahme von Supermärkten, Drogerien etc. (Geschäfte der Grundversorgung) wird in Geschäften ein aktueller Negativnachweis empfohlen
  • Arbeit:
  • Generelle Empfehlung zum Homeoffice

Corona in Hanau und der Region: Imfpungen sollen vierte Welle im Main-Taunus-Kreis dämpfen

Das neue Eskalationskonzept des Landes sieht nun keinen Lockdown mehr vor, stattdessen werden die Maßnahmen eher auf die 3G-Regel (Geimpft, Getestet, Genesen) gestützt. Die Hoffnung, dass die vierte Corona-Welle in diesem Herbst und Winter milder verläuft als im vergangenen Jahr, liegt dementsprechend weiterhin vor allem auf der Schutzimpfung gegen das Virus.

Die Quote vollständig geimpfter Menschen liegt laut RKI in Hessen derzeit bei knapp 59 Prozent - doch vor allem in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen haben die wenigsten bereits ein Impfangebot erhalten. Auch, weil die Ständige Impfkommission (Stiko) die Corona-Impfung lange nicht generell für Personen unter 18 empfohlen hat. Doch das soll sich nun ändern: Der Main-Kinzig-Kreis macht seit Ende Juli auch Minderjährigen ein Impfangebot. Dafür werde der Kreis die noch bestehende Infrastruktur der Impfzentren nutzen, hieß es in einer Mitteilung. (iwe)

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