18 Jahre für Sauberkeit gesorgt

Dankeschön zum Muttertag: Marianne Kempel war nicht nur ihren Kindern, sondern auch dem HA-Team eine liebevolle Mutter

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Dieses Foto aus dem Jahr 1981 zeigt Marianne Kempel mit „ihren Buben“, den HA-Redakteuren Reinhard Breyer (links) und Karlheinz Schmidt (rechts).

Marianne Kempel hielt jahrelang das Druck- und Verlagshaus des Hanauer Anzeiger sauber und wurde vom ganzen Team ins Herz geschlossen. Ein Dankeschön zum Muttertag.

Als Hüterin über Sauberkeit und Ordnung sorgte sie 18 Jahre lang im Druck- und Verlagshaus des HANAUER ANZEIGER für ein aufgeräumtes Haus. Es war die Zeit, als der HA noch mitten in der Stadt, in der Hammerstraße, zu Hause war, als in der Redaktion des Zeitungshauses Frauen noch keine Rolle spielten und der Begriff „Reinigungsfachfrau“ noch nicht erfunden war.

Auf die Idee, Marianne Kempel als Putzfrau zu bezeichnen, wäre dennoch keiner gekommen. Denn die Mittvierzigerin, die damals jeden Mittag zum Reinemachen kam, hatte auf die jungen Redakteure wie Karlheinz Schmidt, Reinhard Breyer, Werner Kurz und später auch Michael Klisch ein liebevoll-wachsames Auge. „Meine Buben“, sagte sie immer, wenn sie von den Jungs sprach.

Unaufgeräumte Schreibtische und verqualmte Redaktionsräume

Auch wenn diese die Redaktionsräume durch kräftigen Zigarettenqualm vernebelten, gerne mal ihre Schreibtische unaufgeräumt hinterließen und mit schöner Regelmäßigkeit vergaßen, die Kaffeemaschine auszuschalten. Dann zog „Frau Kempel“ ihren Buben die Ohren lang. Und die ließen sich das selbst in ihrer Sturm-und-Drang-Phase gern gefallen. Denn sie wussten: Marianne Kempel hatte sie ins Herz geschlossen und war überzeugt, dass die Jungs etwas Erziehung ruhig noch gebrauchen könnten.

Dabei hatte Kempel, deren Mann als selbstständiger Silberschmiedemeister seine Werkstatt unweit von der Hammerstraße betrieb, selbst zwei Kinder. Sohn und Tochter waren damals in etwa so alt wie die Jungs – und später auch das erste Mädel im Reigen der Redakteure –, die die Sauberkeitsfee jeden Mittag beim HA unter ihre Fittiche nahm.

Kempel bleibt dem Hanauer Anzeiger verbunden

25 Jahre ist das alles nun her. Die Zeiten, da Unternehmen sich festangestellte Reinigungskräfte leisten, sind lange vorbei. Frau Kempel ist längst in Rente, „ihre Buben“ sind selbst pensioniert, weggezogen oder verstorben. Aber die Verbindung zu ihrem HANAUER hat die heute in Großauheim lebende Marianne Kempel nie abreißen lassen.

Dass sie sich jetzt wieder meldete, hat mit dem Muttertag zu tun. Kempel war vor einigen Jahren so gerührt über die Karte, die ihr ihre Tochter zu diesem Anlass einmal schrieb, dass sie das gerne kundtun wollte. In den Zeilen, die die Tochter der Mutter voller Dankbarkeit zum Muttertag widmete, sprach diese von den Wäschebergen, die sie in der Studienzeit mit nach Hause brachte, und von der lauten Beatmusik, mit der sie die Eltern in schöner Regelmäßigkeit beschallte.

Mutter stellte eigenen Bedürfnisse immer hintenan

Besonders würdigte sie aber die Selbstverständlichkeit, mit der die Mutter ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellte, ihr bei allen kleinen und großen Problemen half und mit welcher Geduld und Weitsicht sie die Tochter nach der Schulzeit in die „weite Welt“ ziehen ließ.

Wirklich zu schätzen lernte die Tochter das alles erst so richtig, als sie selbst Mutter wurde, schreibt sie weiter. Auch wenn sie selbst den Muttertag nicht wirklich schätze, weil er eine amerikanische auf Kommerz ausgerichtete Erfindung sei, mache ihr dieser Tag immer wieder klar, dass es Dinge im Leben gebe, die nicht selbstverständlich seien.

Ein großes Dankeschön aus der Redaktion

„Dinge, die uns in unserer Kindheit geprägt und oft unbemerkt mit auf den Weg gegeben wurden. Du hast einen großen Anteil daran, was aus mir wurde und wer ich heute bin“, schreibt die Tochter weiter. Und sie dankt der Mutter abschließend für all ihre Liebe und Fürsorge.

Diesen liebevollen Zeilen schließen wir uns aus der HA-Redaktion, die vor 25 Jahren noch in den Genuss von Marianne Kempels mütterlicher Fürsorge kamen, an dieser Stelle an. Denn es gibt uns Gelegenheit zu einem späten Dankeschön, das auch ein Vierteljahrhundert später noch für schöne und warmherzige Erinnerungen sorgt.

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