„Das Bessere ist der Feind des Guten“

Hanau ‐ Einer raus, zwei noch drin. Und mit diesen zwei Investoren, der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungs-Gesellschaft (HBB) und der holländischen 3 W-Gruppe, die sich um die Umgestaltung der Hanauer Innenstadt bewerben, sollen bereits in Kürze erste Vertragsgespräche geführt werden. Von Christian Spindler

Das wurde gestern bei der Pressekonferenz angekündigt, bei der das Ergebnis der Magistratssitzung vom Montag verkündet wurde.

Wie unsere Zeitung vorab berichtete, wurde der Hamburger Investor ECE Development aus dem Verfahren aussortiert. Die Reduzierung auf zwei Investoren sei „ein weiterer Meilenstein“ im „Wettbewerblichen Dialog“ gewesen, so OB Claus Kaminsky. Das Votum des elfköpfigen Magistrats war einstimmig.

Dass die ECE-Planungsvariante nicht weiter verfolgt wird, hat mit dem Einkaufszentrum am Freiheitsplatz zu tun - „ein zentraler Punkt“, so der OB. Das von ECE geplante Shoppingcenter sei nicht in dem Maße nach außen geöffnet wie die anderen Entwürfe. Bei 3W und HBB habe der Freiheitsplatz zudem eine bessere „Scharnierfunktion“ zwischen Alt- und Neustadt. ECE hatte bis zum Stichtag am 30. September ferner kein verlässliches Kino-Projekt vorlegen können.

Bei der jetzigen Entscheidung waren vor allem städtebauliche Aspekte berücksichtigt worden. Anhand der umfangreichen Bewertungsmatrix, die Grundlage des komplexen Verfahrens ist, wurden aber auch wirtschaftliche Gewichtungen vorgenommen.

Ein „Imagegewinn für Hanau“

Kaminsky lobte die Qualität aller drei Planungen, die zuletzt im Rennen waren. „Das Bessere ist der Feind des Guten“, so der OB. Für sich allein genommen, hätte auch der ECE-Plan eine signifikante Verbesserung gebracht. HBB und 3 W wurden aber als besser eingestuft. Dennoch sei es ein „Imagegewinn für Hanau“, dass der renommierte Investor ECE am „Wettbewerblichen Dialog“ teilgenommen habe, so Wirtschaftsdezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold.

Am 7. Dezember soll das Stadtparlament entscheiden, dass die Investoren HBB und 3 W konkrete Angebote abgeben. Auch wenn erst dieses Datum offiziell der „Point of no Return“ ist, ist diese Marke „politisch, wirtschaftlich und faktisch“ für Kaminsky schon erreicht. Er rechnet „mit einer übergroßen Mehrheit“ der Parlamentarier, die den „Wettbewerblichen Dialog“ zu Ende führen wollen.

Im Frühjahr soll vom Magistrat entschieden werden, welcher Investor den Zuschlag bekommt. Mit ihm wird dann ein umfassender Vertrag geschlossen. Die City-Umgestaltung soll am Freiheitsplatz beginnen, so Martin Bieberle, Chef des Fachbereichs Stadtentwicklung. Auch am Marktplatz will man rasch „Signale setzen“ und in der ersten Phase zudem eine neue Wohnbebauung an der Westseite der Französischen Allee realisieren.

Rubriklistenbild: © AP

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