Lidl in Hanau

Lidl-Rapper tritt bei „The Voice of Germany“ auf

Rappt mit Erfolg: Für Tillmann Urbaniaks Version von „Erfolg ist kein Glück“ von Rapper Kontra K haben sich zwei Juroren bei „The Voice of Germany“ umgedreht.
+
Rappt mit Erfolg: Für Tillmann Urbaniaks Version von „Erfolg ist kein Glück“ von Rapper Kontra K haben sich zwei Juroren bei „The Voice of Germany“ umgedreht.

Normalerweise arbeitet Tillmann Urbaniak bei Lidl in Hanau. Nun ist der Rapper bei „The Voice“ im Fernsehen aufgetreten.

Hanau – In regelmäßigen Abständen ertönt das Geräusch: Piep. Piep. Tillmann Urbaniak sitzt an der Kasse von Lidl in Großauheim. Plötzlich stellt ein Kunde ihm Fragen. Er sieht auf und erkennt TV-Moderator Thore Schölermann. Und er bemerkt das Kamerateam, das sich hinter ihm aufgebaut hat. Der Grund, warum der Fokus auf ihn gerichtet ist: Tillmann Urbaniak ist Kandidat bei der Castingshow „The Voice of Germany“.

Dabei hätte sich der 20-Jährige aus Kahl fast erst gar nicht beworben. Sein Umfeld bei der Arbeit hat ihn in Richtung Musik gestupst. In einem Gespräch mit seinem damaligen Verkaufsleiter hatte er 2020 angemerkt, dass er gerne Musik machen würde: „Die Frage, wo ich mich in fünf Jahren sehe, hat mich völlig überfordert. Ich habe spontan geantwortet, dass ich vielleicht nicht mehr im Unternehmen bin, sondern Musik mache“, sagt Urbaniak lachend im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sagt das, was er denkt. Das hat ihn auch bei seinem Auftritt auf der großen Fernsehbühne ausgezeichnet.

Lidl-Rapper in Hanau: Nächster Schritt nach Lidl-Plus-Rap

Schon mit acht Jahren hat er Sido gehört. Wollte seitdem rappen und hat es sich schließlich selbst beigebracht. In einem professionellen Tonstudio war er dann das erste Mal, als er den „Lidl Plus Rap“ aufnahm. Anfang des Jahres wurde der Song veröffentlicht und hat mittlerweile fast 3,9 Millionen Klicks auf Youtube. Die Idee dafür ist in Hanau entstanden: Sein Chef habe ihn abends mit Freunden gesehen, als er an einer Bushaltestelle gerappt hat. Urbaniak war es zuerst peinlich, als sein Chef ihn auf die Situation ansprach. „Aber er hat das voll gefeiert.“ Und ihn gebeten, einen Werbe-Rap zu schreiben. Ungefähr drei Monate später war der Rap fertig. Urbaniak hatte sich „eine Stunde auf eine Bank gesetzt und den Text geschrieben“.

Sein tägliches Umfeld: Tillmann Urbaniak arbeitet gerne im Discounter in Großauheim.

Ein Rapper der singt? Lidl-Mitarbeiter bei „The Voice“

Nach der Veröffentlichung des Songs hätten ihn plötzlich viele Menschen erkannt: „Ob bei der Arbeit oder wenn ich in Hanau unterwegs war.“ Das war erst „sehr viel auf einmal“, aber mittlerweile kann er die Aufmerksamkeit genießen. Und er rechnet damit, dass das nach der Ausstrahlung seines Auftritts bei den Blind Auditions von „The Voice of Germany“ auch so sein wird.

Für seine Musikkarriere hat Urbaniak keinen ausgefeilten Plan. Bis zum letztmöglichen Bewerbungstag hat er geschwankt, das Video, auf dem er ein Lied von Kollegah rappt, an die Castingshow, bei der vier deutsche Musikstars die Kandidaten zunächst nur hören können, abzuschicken. Heute sagt er, dass es das Beste war, was er nach dem Lidl-Rap machen konnte. Seinen ersten Bühnenauftritt vor einem Millionenpublikum im Fernsehen beschreibt er so. „Das ist krass. Unbeschreiblich. Ich war sehr nervös und das hat man gemerkt.“ Mit Nico Santos hat sich der Juror umgedreht, den er sich gewünscht hatte. „Johannes Oerding hat mir nichts gesagt, Sarah Connor kannte ich dem Namen nach und die Musik von Mark Forster höre ich nicht, auch wenn er wirklich sympathisch rübergekommen ist.“

Wie weit es für ihn in der Show gehen wird – die Blind Auditions, die den Liveshows vorangehen, sind bereits abgedreht –, darf er nicht verraten. Es geht ihm auch mehr um die Erfahrung als ums Gewinnen. Trotzdem will er weiterkommen. Dafür wäre er sogar bereit, sich im Singen auszuprobieren: „Wozu sind die Coaches denn da, wenn nicht, um uns etwas beizubringen?“ (Theresa Ricke)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare