Eine von drei Stationen

Die ersten Patienten kommen: Neue Hanauer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie eingeweiht

Schlüsselübergabe mit Abstand: Auch großzügige Frei- und Spielflächen gehören zum Konzept der neuen Hanauer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die heute ihre ersten Patienten aufnimmt.
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Schlüsselübergabe mit Abstand: Auch großzügige Frei- und Spielflächen gehören zum Konzept der neuen Hanauer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die heute ihre ersten Patienten aufnimmt.

Station 3 macht den Anfang: Die erste von drei Stationen der Vitos Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik Hanau öffnet heute ihre Pforten in einem der beiden neuen Gebäude am Sophie-Scholl-Platz.

Hanau - Im Januar und im Mai 2021 folgten dann die Stationen 1 und 2, kündigte Vitos-Konzerngeschäftsführer Reinhard Belling bei einer kleinen Einweihungsfeier an. Mit der Inbetriebnahme der Hanauer Klinik werde eine eklatante „Versorgungslücke“ für seelisch erkrankte junge Leute zwischen fünf und 19 Jahren endlich geschlossen. Denn die Patienten aus dem Bereich Hanau und Main-Kinzig sind bisher von der Klinik in Herborn betreut worden. Für die Betroffenen ein 100 Kilometer weiter Weg.

Patienten aus dem Main-Kinzig-Kreis und Stadt und Kreis Offenbach

Einen „ersten Aufschlag“ zu dem Thema Bau einer neuen, wohnortnahen Klinik, habe es im Jahr 2010 gegeben, so Belling. Bis zum Baubeginn habe es dann aber noch neun Jahre gedauert. Eine lange Zeit, in der aber auch nicht zuletzt mit der optimalen Standortwahl auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Lamboystraße ein rundum zufriedenstellendes Ergebnis für die neue Klinik erreicht werden konnte, die neben Patientinnen und Patienten aus der Stadt Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis auch zuständig sein wird für seelisch erkrankte Kinder und Jugendliche aus Stadt und Kreis Offenbach.

Insgesamt 51 Plätze in Ein- und Zweibettzimmern werden im Endausbau zur Verfügung stehen, 20 Plätze bietet Vitos, ein Unternehmen des Landeswohlfahrtsverbandes, in der Tagesklinik an. 23,4 Millionen Euro kosteten die beiden sich gegenüberliegenden Gebäude, fünf Millionen Euro stammen aus dem Krankenhausinvestitionsprogramm.

Psychiatrische Ambulanzen bereits seit Oktober im Neubau

Im Gebäude 2 befindet sich die kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik. Dazu die kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz. Beide Einrichtungen sind bereits im Oktober von ihrem bisherigen Platz in der Hanauer Geibelstraße in den Neubau umgezogen.

Das Erdgeschoss von Gebäude 1 beherbergt die Kinderstation für Patienten von fünf bis elf Jahren mit direktem Zugang zu den großzügigen Freiflächen mit entsprechenden Spielmöglichkeiten. Station 2 für Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 16 Jahren liegt darüber, gefolgt von der Station 3 für Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren. Therapieräume für Ergotherapie, Bewegungstherapie, Sporttherapie und Musiktherapie schließen sich an.

Klinik in Hanau hat 68 Mitarbeiter

Insgesamt 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich Pflege und Erziehung sollen den Betrieb letztendlich zusammen mit den zusätzlichen medizinischen und psychologischen Fachkräften gewährleisten, sagt Prof. Dr. Matthias Wildemuth, Ärztlicher Direktor der Hanauer Vitos Klinik.

Beim Gang durch die beiden neuen Häuser vor der Eröffnung der ersten Station ist es noch augenfällig: die neue Vitos Klink ist noch hier und da Baustelle. An der Elektrik wird noch gearbeitet, Farbeimer und Abdeckplanen bestimmen hier und da das Bild in Fluren, die Passage zwischen den beiden Klinikgebäuden hat noch keinen richtigen Fußboden.

Arbeiten in der Klinik sind noch lange nicht abgeschlossen

Die Liste dessen, was noch zu tun ist, ist lang. Doch davon werden die ersten Patientinnen und Patienten, die in dieser Woche in der Vitos Klinik in Hanau eintreffen, wahrscheinlich nichts mitbekommen. Für sie wird der Tagesplan in Kraft treten: 7.15 Uhr Wecken, bis 7.30 Uhr Duschen, Bett machen..., 7.30 Uhr, gemeinsames Frühstück und Morgenrunde, dann Schule und Therapietermine...

An einigen Stellen in der Klinik muss noch letzte Hand angelegt werden.

Zunächst, so der Ärztliche Direktor, werde man Patienten, die derzeit noch in Herborn betreut werden, wohnortnah nach Hanau holen, dann das Angebot auf den Offenbacher Bereich ausweiten. Frei bleiben werden in Hanau jedenfalls keine Plätze. Da ist sich Matthias Wildemuth sicher. Gerade in Coronazeiten, in denen er und seine Kollegen es zunehmend mit Depressionen, aber auch mit Gewalterscheinungen zu tun haben, wachse der Bedarf nach therapeutischen Angeboten. „Die Häute werden dünner,“ hat Prof. Wildemuth festgestellt.

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