Intendant Engel: „Es gibt noch freie Plätze“

Die Vorfreude ist riesig: Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau beginnen

Freut sich nach einem Jahr Zwangspause sehr auf den Start der Festspiel-Saison: Intendant Frank-Lorenz Engel im Hanauer Amphitheater.
+
Freut sich nach einem Jahr Zwangspause sehr auf den Start der Festspiel-Saison: Intendant Frank-Lorenz Engel im Hanauer Amphitheater.

„Endlich geht es los.“ Die Freude, die Frank-Lorenz Engel an diesem Dienstagmittag in den noch leeren Reihen des Amphitheaters versprüht, ist fast mit den Händen zu greifen. An der Bühne werden die letzten Fahnen ausgerichtet, sonst herrscht gespannte Ruhe unter dem weißen Kuppeldach. Am Donnerstag beginnen hier die 37. Brüder-Grimm-Festspiele, die 2020 wegen der Pandemie abgesagt werden mussten.

Hanau – Der Intendant, das Ensemble, alle Beteiligten können es kaum erwarten, die ersten Gästen zu begrüßen. „Die Schauspieler freuen sich wahnsinnig darauf, nach Monaten ohne Auftritte, wieder vor Publikum spielen zu können“, berichtet Engel.

Nachdem Kunst und Kultur so lange nicht möglich gewesen seien, spüre man auf der Bühne viel Leidenschaft und Herzblut. Vier Premieren stehen ab Donnerstag auf dem Programm. Eröffnet wird die Saison 2021 mit dem Musical „Das tapfere Schneiderlein“.

Brüder-Grimm-Festspiele: 350 Tickets werden pro Vorstellung angeboten

Engel rührt die Werbetrommel. „Schauen Sie sich den Platz hier an“, sagt er, deutet in die Stuhlreihen und schiebt mit einem Lächeln hinterher, „das ist einer der sichersten Orte der Stadt.“ Knapp 600 Stühle sind im Amphitheater gestellt – die Hälfte der normalen Kapazität. In den Verkauf gegangen sind nur 350 Tickets. Um den Abstand einzuhalten, ist lediglich jede zweite Reihe bestuhlt. Besucher aus einem Hausstand dürfen selbstverständlich zusammensitzen. Zwischen den einzelnen Hausständen müssen aber Plätze freibleiben.

„Das kann dazu führen, dass es am Theaterabend zu Umplatzierungen und Abweichungen vom ,Saalplan’ kommen kann“, hofft Engel, dass die Gäste der Festspiele für eventuelle Unannehmlichkeiten Verständnis zeigen. „Die Pandemie fordert von uns allen hohe Flexibilität und gleichzeitig maximale Rücksicht, um ein erneutes Ansteigen der Infektionszahlen zu verhindern.“

Auf dem Amphitheater-Gelände herrscht Maskenpflicht. Wer im Catering-Bereich oder auf seinem Besucherplatz sitzt, darf indes die Maske abnehmen.

Corona-Testzentrum vor dem Eingang zu den Brüder-Grimm-Festspielen

Vor dem Eingang hat das Rote Kreuz ein Testzentrum aufgebaut. Es ist jeweils eineinhalb Stunden vor Veranstaltungsbeginn geöffnet. Um Wartezeiten zu vermeiden, sollten die Besucher bereits getestet zum Amphitheater kommen. Grundsätzlich gilt: Die Vorstellungen dürfen nur von negativ Getesteten, Geimpften und Genesenen besucht werden. In Abstimmung mit dem Hygiene-Team der Stadt wurde entschieden, dass für den Zutritt auf das Gelände ein tagesaktuell gültiger negativer Corona-Test für Personen ab sechs Jahren vorzulegen ist, wenn noch kein vollständiger Impfschutz besteht.

„An den Wochenenden“, sagt der Intendant, „sind wir schon ganz gut verkauft, aber es gibt noch freie Plätze.“ Übrigens sogar für die beiden Premieren „Schneeweißchen und Rosenrot“ sowie „Der Rattenfänger von Hameln“, für die Kolja Erdmann die Musik komponiert und Schauspieler Dieter Gring extra Flöte gelernt hat.

Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau: Klassiker auf der Bühne

Die Hälfte der Karten, schätzt der Intendant, sei bisher verkauft worden. Mit jeder Woche, in der die Inzidenzen weiter sinken, wachse das Zutrauen der Menschen. „Wir spüren das auch im Kartenvorverkauf.“ Engel und sein Team haben in den zurückliegenden Wochen viele Fragen rund um Corona und Hygiene-Regeln beantwortet, haben aber auch sehr viel positives Feedback bekommen. „Wir freuen uns, dass die Brüder-Grimm-Festspiele wieder zurück sind“, hieß es in einer der vielen E-Mails. Das seien schöne Botschaften, sagt Engel.

Der Intendant verspricht vier „sehr unterschiedliche Stücke“ von ganz unterschiedlichen Autoren. „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich Kleist, den Engel inszeniert, sei eine tolle Mischung aus Krimi und Komödie und gehöre zu den besten Stücken deutscher Klassik. Was er jenen zurufen möchte, die noch unentschlossen sind und bisher keine Karten gekauft haben? „Kommen Sie unbedingt! Sonst verpassen Sie was.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare