Luftbilder als Basis

Digitales Grünflächenkataster: Übersicht soll Pflegeeinsatz bei optimieren

Auch kleine Pflanzbeete wie hier das vor dem Bürgerhaus Reinhardskirche gilt es für Wiebke Katelhön zu erfassen – hier im Gespräch mit Hauke Wessels vom Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service.
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Auch kleine Pflanzbeete wie hier das vor dem Bürgerhaus Reinhardskirche gilt es für Wiebke Katelhön zu erfassen – hier im Gespräch mit Hauke Wessels vom Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service.

Wiebke Katelhön notiert die unterschiedlichen Pflanzen, die in einem Wechselbeet am Rand der Bienenstraße gepflanzt sind, ebenso die Einfassung mit Natursteinen. Das ist quasi ein Puzzleteil für das große Ganze, nämlich ein entstehendes digitales Grünflächenkataster der Stadt Hanau.

Hanau - Über dessen Einrichtung informiert die Stadt in einer Mitteilung. Stadtrat Thomas Morlock begründet die Investition von rund 65  000 Euro so: „Ein Baumkataster haben wir schon. Auch dieses Datenbanksystem erleichtert die Arbeit und verbessert die Dokumentation.“ Bis zum Sommer 2021 wollen Katelhön und ein Kollege laut Mitteilung das gesamte Stadtgebiet durchkämmt haben.

Die Geografin arbeitet für die Firma Hansa Luftbild. Grünflächenkataster gehören zu deren Dienstleistungen. Bevor die Firma vor wenigen Wochen ihren Auftrag zuerst im Stadtteil Mittelbuchen umsetzte, waren zuvor Überflüge mit einer Cesna notwendig, um über Luftbilder eine Kartierung einer beauftragten Gesamtfläche von etwa 280 Hektar – ohne Waldflächen – anlegen zu können.

„Die Flüge können nur bei einem bestimmten Sonnenwinkel und bei wolkenfreiem Himmel stattfinden“, erläutert Markus Henrich, Leiter des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) laut Mitteilung. Denn es gelte, Verschattungen zu vermeiden, um möglichst viele zu erhebende Objekte städtischen Inventars im Freien erfassen zu können.

Das Kataster ist mit dem im Rathaus schon vorhandenen Geo-Informationssystem gekoppelt. Lagegenau werden die Standorte verschiedener Objekte aufgelistet, auch von Schul- und Kita-Freiflächen: Rasen, Wiesen, Bäume, Sträucher, Hecken, Rank- und Kletterpflanzen, Uferbepflanzung, Staudenbeete, Kübel und Pflanztröge, Wege, Treppen und Plätze, Sand- und Fallschutzflächen auf Spielplätzen, Einfassungen aus verschiedenen Materialien, fließende Gewässer, Kneippanlage, Mauern, Brücken und Stege in Grünanlagen, Zäune, Absperrungen und Einfriedungen, Ballfangzäune, Geländer und Schranken, Lärmschutzwände und -wälle, Bänke, Tische und Fahrradständer, Hütten, Sonnensegel, Findlinge, Skulpturen und Denkmale, Brunnen und Wasserbecken, Poller und Abfallbehälter.

Ein langer Objektkatalog also, der einen Überblick gibt, um was sich die 68 Landschaftsgärtner verschiedener HIS-Regiekolonnen im Arbeitsalltag zu kümmern haben. „Bisher haben wir die Grünflächen nicht nach einem einheitlichen Konzept gepflegt, zudem sind unsere papiernen Liegenschafsunterlagen nicht auf dem neuesten Stand“, so Henrich.

Das entstehende digitale Kataster helfe für eine Neuorganisation, um mit bestimmten Pflegeklassen einzuteilen, was wie oft, wie intensiv, von wie vielen Beschäftigten, mit passender Zuordnung und entsprechendem Zeit bearbeitet werde. Künftig lasse sich wie bei der Baumkontrolle unterwegs per Laptop erfassen und ergänzen, welche Pflege an unterschiedlichen Standorten notwendig und passend sei.

„Mehr Effizienz sowie gezielteren und transparenteren Kosteneinsatz versprechen wir uns vom neuen Grünflächenkataster“, blickt Stadtrat Morlock laut Mitteilung in die nahe Zukunft. Die Einsatzplanung bei Personal und Maschinen lasse sich bedarfsgerechter steuern als derzeit, ergänzt HIS-Leiter Henrich. Und schließlich: „Wie viel Fläche wir im Endeffekt tatsächlich zu bewirtschaften haben, wird die digitale Bestandsaufnahme zeigen.“

Geografin Katelhön hat außer im Stadtteil Kesselstadt auch schon in der Innenstadt Daten erhoben. Aus den bisher gesammelten Erfahrungen heraus macht sie der Brüder-Grimm-Stadt und HIS ein Kompliment: „Die Grünflächen sind in Hanau deutlich gepflegter, dekorativer und netter als in anderen Städten.“ Diesen guten Ruf gilt es nun auszubauen – dank neuem Grünflächenkataster, betont die Stadt.    cd

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