25 Prozent für CDU-Kandidat

Durchmarsch für den Amtsinhaber: Claus Kaminsky (SPD) bleibt Oberbürgermeister von Hanau

Uneinholbar vorn: Claus Kaminsky beobachtet die Wahlergebnisse, die an die Leinwand im Hanauer Kinopolis geworfen werden. Am Ende holt der Sozialdemokrat 56,1 Prozent der Stimmen.
+
Uneinholbar vorn: Claus Kaminsky beobachtet die Wahlergebnisse, die an die Leinwand im Hanauer Kinopolis geworfen werden. Am Ende holt der Sozialdemokrat 56,1 Prozent der Stimmen.

Der alte ist auch der neue Oberbürgermeister der Brüder-Grimm-Stadt: Bei der Direktwahl wurde der Sozialdemokrat Claus Kaminsky mit 56,2 Prozent der abgegebenen Stimmen eindeutig im Amt bestätigt. Der 61-Jährige, der seit 2003 im Amt ist, setzte sich gegen insgesamt sechs Mitbewerber durch. Aufgerufen waren 67 000 Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,0 Prozent.

Hanau – Der studierte Verwaltungsfachmann sitzt bereits seit 2003 auf dem Chefposten im Hanauer Rathaus. Bei seiner dritten Wiederwahl hat Kaminsky erneut die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereint. Nach 2009 (75,5 Prozent) und 2015 (63,0 Prozent) haben diesmal 15 880 Hanauerinnen und Hanauer für den 61-Jährigen votiert.

Statt einer Wahlparty hatte die Stadt Corona-konform ins Kinopolis eingeladen. Hier, in Saal 1, stand Kaminsky der anwesenden Presse Rede und Antwort. „Ich nehme dieses Wahlergebnis mit beachtlicher Demut entgegen. Bei sechs Mitbewerben hatte ich mich auf eine Stichwahl eingestellt“, erklärte der Kaminsky. Er dankte den anderen Kandidaten für einen sehr fairen Wahlwettbewerb.

Obrerbürgermeisterwahl in Hanau: CDU-Kandidat hätte sich Stichwahl gewünscht

Auf Kaminskys Gegenkandidat Jens Böhringer von der CDU entfielen 25,8 Prozent der Stimmen. Anja Zeller von den Grünen erzielte 8,1 Prozent. Auf Meysam Ethemai (AfD) entfielen 4,3 Prozent der Stimmen, auf Jochen Dohn (Die Linke) 3,0, auf den parteilosen Bewerber Sven Zinserling 1,4 und auf Dr. Gerhard Stehlik (parteilos) 1,1 Prozent der Stimmen.

„Ich hätte mir eine Stichwahl gewünscht“, erklärte der CDU-Kandidat Jens Böhringer auf Nachfrage unserer Zeitung. Dass mehr als 25 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei dem 38-Jährigen gemacht haben, stimmte diesen am Ende dann doch wieder froh. „Es ist ein schönes Zeichen. Darauf kann ich aufbauen.“

Mitbewerber nehmen Wahlergebnis in Hanau gelassen

Anja Zeller, die erste Grünen-Kandidatin überhaupt bei einer Oberbürgermeisterwahl in Hanau, nahm’s mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ja, sie habe mehr erwartet, als die 8,1 Prozent. Dass die Ökopartei in der Stadtverordnetenversammlung deutlich zulegen konnte, stimmte Zeller wenigstens etwas zufrieden. Dr. Gerhard Stehlik, der wie Böhringer und Zeller auch ins Hanauer Kino gekommen war, hatte mit mehr Stimmen gerechnet. „Aber als Parteiloser ist das sehr schwierig.“

Meysam Ehtemai (AfD) zeigte sich enttäuscht von der niedrigen Wahlbeteiligung. Dass er über 1000 Stimmen auf sich vereinen konnte, freut ihn: „Ich wurde in Hanau aufgenommen.“ Der Linken-Poliker Jochen Dohn hatte sich mehr erhofft. „Für mich persönlich ist das kein gutes Ergebnis“, sagt er. Sven Zinserling nahm das Wahlergebnis gelassen hin: „Immerhin haben knapp 400 Leute an mich geglaubt“, erklärte er auf Nachfrage.

Hanau: Oberbürgermeister Kaminsky rückt durch Anschlag mehr in die Öffentlichkeit

Zuletzt war der OB nach dem rassistisch motivierten Anschlag mit neun Toten vor gut einem Jahr stark gefordert und dadurch auch bundesweit bekannt geworden. Danach sei, so erklärte Kaminsky es immer wieder, die Entscheidung gereift, „als Kapitän an Bord zu bleiben“ und noch einmal zu kandieren.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare