Fusion in Hanau

Nachschlag für Doppelchef?

Hanau - Die kürzlich von Oberbürgermeister Claus Kaminsky angekündigte Fusion der beiden Eigenbetriebe Hanau Verkehr und Entsorgung (HVE) und Hanau Grünflächen soll voraussichtlich zum 1. Juli erfolgen. Von Erwin Diel

Chef soll bis 2015 Bernd Lenz bleiben, der beide Unternehmen bisher schon in Personalunion führt. Dazu müsste die laufende Altersteilzeitvereinbarung mit dem leitenden Mitarbeiter aufgehoben werden.

Die seit längerem diskutierte Fusion der Eigenbetriebe ist den jeweiligen Betriebskommissionen in den vergangenen Tagen vorgestellt worden. Die Gremien tagen nichtöffentlich. Nach Informationen unserer Mediengruppe ist die geplante Zusammenführung zustimmend zur Kenntnis genommen worden.

Stadt erhofft sich Kosteneinsparungen

Die Stadt erhofft sich Kosteneinsparungen. Hanau Verkehr und Entsorgung ist für Müllabfuhr, Straßenbau und -reparatur. Abwasser und Kläranlagen sowie die Stadtreinigung zuständig. Der Eigenbetrieb Grünflächen kümmert sich ums Straßenbegleitgrün, Parks und die Friedhöfe. Ob eine Fusion Vorteile bringt, hat die Stadt von einem Beratungsunternehmen untersuchen lassen.

Ergebnis sei, dass die bisher praktizierte Zusammenarbeit der beiden Eigenbetriebe an ihre Grenze stoße, sagte der zuständige Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) auf Anfrage. Beide Eigenbetriebe hören mit Bernd Lenz auf den gleichen Chef. Durch diese gemeinsame Betriebsführung seien bereite viele Potenziale gehoben worden.

Mehr Gemeinsamkeit

Mehr Gemeinsamkeit scheitere unter anderem an bürokratischen Hemmnissen und kaufmännischen Dingen, die man nicht weiter vereinfachen könne. Das betreffe zum Beispiel die Zuschreibung gemeinsam genutzter Maschinen zum jeweiligen Betrieb oder die Vergütung von Leistungen. „Die Betriebe schreiben sich gegenseitig Rechnungen,“ sagte der Stadtrat.

Die vielen über das Stadtgebiet verteilten Betriebsstätten könnten künftig gemeinsam genutzt werden. Das spare laut Gutachten erhebliche Wegezeiten ein und fördere den flexiblen Personaleinsatz. Optimal wäre die Konzentration beider Eigenbetriebe auf einem gemeinsamen Gelände. Die dafür erforderlichen Investitionen könne die Stadt allerdings nicht finanzieren, sagte der Stadtrat. HVE sitzt im Bauhof an der Daimlerstraße, die Grünflächen sind an der Theodor-Fontane-Straße zuhause.

Künftige Betriebsleitung

Konkrete Einsparsummen die durch die Fusion zu erzielen wären, nennt das Gutachten laut Weiss-Thiel nicht. Es würden nur Maßnahmen beschrieben und jeweils „niedrige, mittlere oder hohe Effekte“ zugeordnet. Trotzdem hätten sich die 20000 Euro Kosten für das Gutachten gelohnt. Das spare man nach einer Fusion schon im ersten Jahr ein, weil nur noch eine Bilanz statt deren zwei von Wirtschaftsprüfern testiert werden müsse.

„Keine Auskunft“ gab Weiss-Thiel zur Frage der künftigen Betriebsleitung. Doppelchef Bernd Lenz, der nach bisheriger Vereinbarung im September in die passive Phase der Altersteilzeit wechseln wollte, solle nun bis 2015 im Amt gehalten werden, verlautete aus Kreisen der Betriebskommissionen. Der Mann sei für den laufenden Stadtumbau unverzichtbar. Der Eigenbetrieb gibt in diesem und nächsten Jahr zusammen mehr als 25 Millionen Euro alleine auf dem Freiheits- und Marktplatz aus. Zudem wechselt zur Jahresmitte der verantwortliche Dezernent. Für HVE und Grünflächen soll der noch zu wählende Grüne Andreas Kowol zuständig sein. Die Personalfrage Lenz sei Sache des Magistrats, sagte Weiss-Thiel.

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