„Ein Bild des Stillstands“

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Um Hanau verdient gemacht: Der Ehrenvorsitzende des Hanauer Geschichtsvereins, Dr. Eckhard Meise (links), wurde vom Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt ( IGHA), Werner Bayer, in den Stand eines „Maitre de Secours“ erhoben.

Hanau (dk) - Als „hochverdiente Anerkennung für einen hochverdienten Bürger“ würdigte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky gestern beim Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) die Ernennung von Dr. Eckhard Meise zum neuen „Maitre de Secours."

IGHA Vorsitzender Werner Bayer überreichte die Auszeichnung, die von dem Verein bereits zum fünften Mal für besonderer Verdienste um die Stadt verliehen worden ist. Insbesondere die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Hanaus und die engagierte Rettung der Grabsteine des deutschen Friedhofes nannte Bayer als Hauptgründe für die Auszeichnung des Ehrenvorsitzenden des Hanauer Geschichtsvereins.

Ansonsten stand der Neujahrsempfang der IGHA am Sonntag im Foyer des Congress Parks Hanau ganz im Zeichen der anstehenden Stadterneuerung. Die Hoffnung von Werner Bayer und seinem Verein, dass der Investor HBB bei seiner Zusage bleibt, im ehemaligen Regierungsbau am Schlossplatz ein Brüder-Grimm-Zentrum einzurichten und auch den Hotelbau an der Südseite des Platzes zu realisieren, konnte Festredner und Geschäftsführer von der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft, Harald Ortner, bestärken. Die HBB habe sich von diesen Plänen nicht verabschiedet, auch wenn zuletzt Absichtserklärungen des Hanauer Investors Albrecht Krebs, das ehemalige Kanzleigebäude am Schlossplatz in ein Hotel umwandeln zu wollen, für Verunsicherung gesorgt hatten. Die HBB stehe zu ihrer Aussage und werde das Grimm-Zentrum nicht nur erstellen, sondern auch kaufmännisch betreuen, versicherte Ortner vor den rund 200 Gästen im Foyer.

Den Umzug der kulturellen Einrichtungen ins „Forum Hanau“ am Freiheitsplatz machte Ortner den Zuhörern mit den Worten schmackhaft: „Sie werden die schönste Bibliothek Deutschlands bekommen.“ Die Unannehmlichkeiten der mehrjährigen Bauzeit wolle HBB „so gering wie möglich halten,“ versprach der Geschäftsführer, für den die Veränderung eine Notwendigkeit darstellt. Der Freiheitsplatz biete ein Bild des „Stillstandes,“ das Einkaufszentrum verspreche „Produktivität, Lebensqualität und Arbeitsplätze“ und werde dafür sorgen, dass sich Hanau bis weit ins Umland hinein „neu, positiv und attraktiv positionieren“ könne.

Für OB Claus Kaminsky ist das eine Investition in die Zukunft. Denn seit der aktiven Gestaltung der Konversionsflächen habe die Hanauer Bevölkerung um über 6 Prozent zugelegt. „Hanau ist ein Stück jünger geworden.“ Eine Tendenz, die mit der Modernisierung der Innenstadt unterstützt werde, wie der OB meint. Und auch wenn alle demographischen Prognosen die Überalterung der Gesellschaft prognostizieren würden, Hanau und das direkte Umland brauchten angesichts dieser Zahlen „bis 2030 darüber keine Sorgen zu machen,“ ist sich auch Landrat Erich Pipa sicher.

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