„Ein sichtbares Zeichen der Erinnerungskultur“

Hanau - Kaminsky will Initiative zur Rekonstruktion der Turmhaube der Alten Johanneskirche aufgreifen / Förderverein angeregt

(did) Die Idee ist nicht ganz neu, aber Oberbürgermeister Claus Kaminsky glaubt, „dass jetzt endlich die Zeit gekommen ist, den Wunschtraum gemeinsam mit vielen Unterstützern Wirklichkeit werden zu lassen“. Die Rede ist von der Wiederrichtung des Turmhelms der Alten Johanneskirche, der im zweiten Weltkrieg zerstört und nie wieder augebaut wurde. „Wenn es uns gelingt, in einem gemeinsamen Kraftakt dieses Wahrzeichen der Hanauer Altstadt in einer Rekonstruktion wiedererstehen zu lassen, ist dies ein deutlich sichtbares Symbol dafür, dass wir nicht nur das Neue gestalten, sondern dass wir uns der Verantwortung für die Tradition und Geschichte unserer Stadt bewußt sind,“ meint der Rathauschef.

Vor rund zehn Jahren gab es schon mal einen Anlauf. Damals wurde die Pläne allerdings auf Eis gelegt. Nun regte Dr. Rolf Ruthardt im Gespräch mit Kaminsky an, die Turmhauben-Rekonstruktion in Angriff zu nehmen.

Inzwischen wurden Sondierungsgespräche geführt, an denen neben Dekanin Claudia Brinkmann-Weiß, Pfarrer Dr. Michael Ebersohn (Gesamtverband der evangelischen Kirche Hanau) und Pfarrer Christian Lisker (Marienkirchgemeinde) auch Dr. Ruthardt, Werner Bayer (Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt), Helmut Geyer (Märteswein-Vereinigung) sowie Martin Hoppe (Hanauer Geschichtsverein) und Klaus Remer (Kulturbeauftragter) teilgenommen haben. Von allen Beteiligten wurde das Projekt befürwortet. Nun wollen sie in den jeweiligen Gremien für das Vorhaben werben.

Sollte es auch hier ein klares Votum für den Plan geben, könne ein Förderverein gegründet werden, der die Rekonstruktion des Turmhelms der Alten Johanneskirche im 345. Jahr der Fertigstellung des Sakralgebäudes neu angehen würde. Oberbügermeister Kaminsky rechnet damit, dass die Turmhaube der Alten Johanneskirche in fünf jahren rekonstruiert werden könnte. Damit werde der Wert der einstigen Grabes- und Hofkirche des Hauses Hanau-Lichtenberg angemessen gewürdigt.

Denkbar ist nach den Worten des Oberbürgermeisters auch, den Turm gegebenenfalls als Aussichtsplattform für die Altstadt und damit ganz Hanau bereitzustellen. „So würde ein sichtbares und begehbares Zeichen der Erinnerungskultur in unserer Stadt entstehen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare