Wohnkultur aus Passion

Einrichtungshaus blickt auf 100-jährige Geschichte zurück

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Mit dem Möbelhandel „Reinhold Meiser“ fing an der Steinheimer Ludwigstraße alles an. In diesem Jahr feiert das Familienunternehmen, das in dritter Generation von Christine und Reinhold Meiser geleitet wird, sein 100-jähriges Bestehen.  

Steinheim - Gehobene Wohnkultur, dafür steht „Meiser Home of Living“. Das Familienunternehmen mit Hauptfirmensitz und 3 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Herzen Steinheims feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Von Laura Hombach 

Christine und Reinhold Meiser führen das Unternehmen in der dritten Generation. Die Adresse an der Ludwigstraße 71 zieht heute solvente Kunden aus allen Himmelsrichtungen an - aus Fulda, dem Taunus, der Wetterau, Unterfranken und von der Bergstraße. Bei Kunden, die das erste Mal kommen, gäbe es häufig ein Aha-Erlebnis, wenn sie das in den Straßenzug eingebettete Einrichtungshaus gefunden haben, schildert Reinhold Meiser. „Das hätten wir jetzt hier nicht erwartet“, sei eine Reaktion, die er und sein Team häufig zu hören bekommen.

Dabei kommen die Kunden von heute immer noch an jenen Ort, an dem vor 100 Jahren alles angefangen hat. Mit Großmutter Anna, Tochter aus einem Steinheimer Landwirtschaftsbetrieb, die zunächst Bettwaren verkaufte, und mit dem aus dem Saarland zugezogenen Großvater, der mit Vornamen Reinhold hieß, so wie auch seine beiden Nachfahren in der Meiser-Dynastie. Sie gründeten 1917 die Firma „Reinhold Meiser“, einen Möbelhandel mit angeschlossener Polsterei. 1919 kauften sie eine ehemalige Zigarrenmanufaktur an der Ludwigstraße und richteten hier ihren Firmensitz ein.

Die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens nahm ihren Lauf. Meisers nannten in den 20er Jahren bereits vier Filialen in der Region ihr eigen. Mit innovativen Ideen brachte der Firmengründer sein Unternehmen voran. So bevorratete er in seinen Geschäften das, was sich gut verkaufte, etwa komplette Schlafzimmereinrichtungen, Küchenbuffets, Esstische und Stühle, die jedes junge Paar als Erstausstattung benötigte, in größeren Mengen. Außerdem bot er seinen Kunden an, sie in seinem Privatauto zuhause abzuholen, um sie in sein Geschäft zu bringen. Der Dämpfer kam mit der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre. Der Großvater zog die Konsequenzen: Die Filialen wurden aufgegeben, der Firmengründer konzentrierte sich ganz auf das Geschäft in Steinheim, das 1940 in „Möbel Meiser“ umbenannt wurde.

Ab 1960 übernahm dann der Vater des heutigen Firmenchefs die Zügel. Als Innenarchitekt richtete er sein Augenmerk auf die innenarchitektonische Konzeption mit individueller Planung für den Kunden. Einen weiteren wichtigen Grundstein legte er, indem er die in den 60 Jahren aufkommenden Systemeinbauküchen ins Programm der Firma aufnahm. 1980 stand im Hause Meiser dann der nächste Generationenwechsel an: Nach Abschluss seines Architekturstudiums übernahm der heutige Firmenchef mit 27 Jahren das Unternehmen. „Das hat mir die Möglichkeit gegeben, das Unternehmen so zu gestalten wie es heute ist“, sagt Reinhold Meiser. Die weitere Intensivierung der innenarchitektonischen Planung sei ihm dabei ein besonderes Anliegen gewesen, schildert er.

Und das Einrichtungshaus wächst: Nachdem bereits 1977 ein neuer Ausstellungspavillon eröffnet wurde, kommt 1985 der erste Neubau unter der Regie des aktuellen Chefs hinzu, 1987 wird ein Bulthaup-Küchenhaus an der Pfaffenbrunnenstraße eröffnet, zwei Jahre nach der Maueröffnung ein weiteres in Dresden, das allerdings inzwischen geschlossen wurde. Mitte der 90er Jahre entsteht in Leipzig eine weitere Meiser-Filiale. 1999 dann der ganz große Schritt: Die alten Firmengebäude in Steinheim werden abgerissen, an der Ludwigstraße wird auf drei Geschossen das Konzept von „Meiser Lebensart“ verwirklicht, das es ermöglicht, „unter einem Dach alles für den Kunden zu zeigen, der sich anspruchsvoll möblieren möchte“, so Reinhold Meiser. Neben Möbeln gehören dazu auch ein Textil- und Lichtstudio und Partner, die den Kunden weitere Angebote rund ums Wohnen machen. Sogar ein Gastronom findet unter dem Dach des Einrichtungshauses Platz.

Kein leichtes Unterfangen, ein solches Projekt inmitten vorhandener Bebauung zu realisieren. „Ich bin in Steinheim geboren und hier sehr verwurzelt“, antwortet Reinhold Meiser auf die Frage, ob er nie überlegt habe, seinen Geschäftssitz zu verlegen. Zudem sprächen viele Faktoren für den Steinheimer Standort: Etwa die 150 Parkplätze, die direkt am Einrichtungshaus zur Verfügung stehen sowie die ideale Autobahnanbindung.

So haben Christine - ebenfalls diplomierte Innenarchitektin - und Reinhold Meiser, die Entscheidung, in Steinheim zu bleiben, keine Sekunde bereut. Nach dem Erfolgsrezept gefragt, zählt Meiser die Komponenten auf, die „Meiser Home of Living“ zu dem gemacht haben, was es heute ist. So werde den Kunden auf den 3 500 Quadratmetern eine repräsentative Ausstellung aller führenden internationalen Einrichtungsmarken geboten. Auch bei Beratungskompetenz und Kundenservice lege Meiser Wert auf höchste Qualität. Innenarchitekten stehen den Kunden beratend zur Seite, übernehmen - so gewünscht - die komplette Ausstattung der Immobilie von der Innenaugenscheinnahme, der Planung, bis hin zur tatsächlichen Umsetzung. Ein firmeneigenes Team von Schreinern kümmert sich um die Montage. Ein Komplettangebot, von dem die zahlungskräftigen Kunden immer häufiger nicht nur für ihren Erstwohnsitz, sondern auch für ihr Feriendomizil Gebrauch machen. So ist das Meiser-Team auch in Südfrankreich, auf Sylt, Rügen, Mallorca oder gar in Russland im Einsatz.

In Vorbereitung des 100-jährigen Bestehens wurden im letzten Jahr eine neue Firmenphilosophie und ein neues Erscheinungsbild entwickelt, aus „Meiser Lebensart“ wurde „Meiser Home of Living“. Und pünktlich zum Jubeljahr gibt es für das Meiser-Team weiteren Grund zum Feiern: Die Zeitschrift „Schöner Wohnen“ zeichnet in ihrer Februar-Ausgabe das Einrichtungshaus als „Händler des Monats“ aus.

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