Investitionen werden laut Stadt derzeit „priorisiert“

Einsparungen wegen Corona-Krise: Pläne für Fahrradparkhaus auf Eis gelegt

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So ähnlich sollte das Fahrradparkhaus in der Sternstraße aussehen.    

Die Corona-Krise wird Folgen haben – auch für geplante Investitionen und Projekte in der Brüder-Grimm-Stadt. 

Offenbar wird im Rathaus bereits eifrig gerechnet und kalkuliert, was unter den veränderten Rahmenbedingungen noch machbar sein wird, auch wenn OB Claus Kaminsky (SPD) dieser Tage erklärt hat, man wolle Investitionsmaßnahmen anstoßen und dürfe sich „nicht in die Krise hineinsparen.“ Auch Städten und Gemeinden beschert die Corona-Krise aber höhere Kosten, vor allem aber enorme Einnahmeausfälle – von ausbleibenden Zahlungen bei den Kita-Gebühren, fehlenden Einnahmen im ÖPNV (in Hanau sind die Fahrgastzahlen der HSB um rund 30 Prozent zurückgegangen), bis zu erheblichen Einbrüchen bei der Gewerbesteuer, der wichtigsten Finanzquelle der Stadt.

 Ein Prestigeprojekt der Hanauer Verkehrspolitik wurde bereits auf Eis gelegt: das Fahrparkhaus. Es sollte in Zeiten des Klimawandels ein Aushängeschild der Verkehrswende in der Brüder-Grimm-Stadt werden. Die Eröffnung war eigentlich für dieses Frühjahr geplant. Davon ist keine Rede mehr. „Die Stadt Hanau und ihre Gesellschaften und Eigenbetriebe priorisieren in der derzeitigen Corona-Krise Stück für Stück alle Investitionen neu“, heißt es auf Anfrage von der städtischen Pressestelle. Das gelte auch für die Hanauer Parkhaus GmbH, die das Fahrradparkhaus realisieren sollte. Seit dem Beginn der Corona-bedingten Beschränkungen Mitte März verzeichnet die Parkhaus-Gesellschaft „einen drastischen Rückgang der Einstellzahlen bei den Kurzparkern“.

Pläne für das Projekt waren schon detailliert fertig

Mit dem Lockdown lag die wöchentliche Auslastung der städtischen Parkhäuser zum Teil bei nur 25 Prozent, sonst sind es über 90 Prozent. Die städtische GmbH rechnet für dieses Jahr aus heutiger Sicht insgesamt mit einem „mindestens mittleren sechsstelligen Euro-Betrag als Verlust“. 2019 hatte sie noch einen Gewinn von 320 000 Euro erwirtschaftet. Das geplante Fahrradparkhaus an der Sternstraße im Komplex des Parkhauses „Am Forum“ (früher: Am Frankfurter Tor) war aufwändig geplant: Auf 600 Quadratmetern sollte es in den leer stehenden Räumen des früheren Tegut-Supermarkts Stellplätze für 141 Fahrräder geben, dazu 82 abschließbare Spinde. Zudem waren Toiletten und sogar Duschen sowie Umkleiden vorgesehen, daneben Ladestationen für E-Bikes und auch eine Werkstatt. 

Die Pläne für das Projekt waren schon detailliert fertig. Allerdings hapert es auch an den Zuschüssen, die sich die Stadt erhofft hat. 720 000 Euro würde das Fahrradparkhaus kosten. Fördermittel sind bisher nur in Höhe von 160 000 Euro zugesagt, Auch das ist offenbar ein Grund, das ehrgeizige Projekt aufs Abstellgleis zu schieben. Dabei hat Hanau zuletzt erhebliche Bemühungen unternommen, um eine „fahrradfreundliche Großstadt“ (Verkehrsdezernent Thomas Morlock, FDP) zu werden. Seit 2013 hat der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) in den Ausbau des Wegenetzes und in Abstellanlagen um die drei Millionen Euro investiert. Für die nächsten Jahre sind eigentlich weitere 8,6 Millionen Euro geplant. Das das war freilich vor der Corona-Krise.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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