Tiere im Klein-Auheimer Wildpark trotzen Hitze

Eiswürfel für die Wölfe

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Auch die von Marion Ebel betreuten Tundrawölfe im Klein-Auheimer suchen derzeit Abkühlung.

Klein-Auheim - Bei diesen Temperaturen suchen auch die Tiere im Klein-Auheimer Wildpark Abkühlung. Sie gehen ins Wasser, verkriechen sich unter der Erde. Und für die Tundrawölfe und ihre europäischen Verwandten sind zur Abkühlung sogar Eiswürfel-Bäder geplant. Von Holger Hackendahl 

Trotz, oder gerade wegen der großen Hitze erfreut sich der Wildpark im Wald eines großen Zuspruchs. Als am Donnerstag der Förderverein zum Abendspaziergang mit Wildbiologin Marion Ebel zu den drei Wolfsgehegen eingeladen hatte, kamen zur Freude und zum großen Erstaunen der Organisatoren an die 150 ältere und jüngere Besucher.

In Dreierreihen verfolgten die „Zaungäste“ die Erläuterungen der Wolfsfachfrau im Gehege des sieben Jahre alten Polarwolfsrudels mit Monja, Inuq und Aslan. Ebel hatte die Wölfe als Welpen aufgezogen. Am Donnerstag lagen sie träge im Schatten des Teichs, in dem sie wegen ihres sehr dichten Fells (im Sommer 3 000 Haare pro Quadratzentimeter, im Winter das Doppelte) auch gerne baden gehen. Das Trio musste von Wolfsmutter Marion Ebel zur Fütterung persönlich abgeholt werden. Und auch die europäischen Wölfe Siegfried, Tristan, Richard und Gunther halten sich bei den hohen Temperaturen lieber in ihren Erdhöhlen auf.

Wohl den Tieren, die angesichts der subtroptischen Hitze einen Teich in ihrem Gehege haben, wie zum Beispiel das Sika- oder das Rotwild, um sich dort abzukühlen.

„Ich lege mich beim Besuch des 14-jährigen Polarwolfs mit ihm erstmals in seine aus einem Betonrohr gebaute Höhle im Wolfshügel“, erzählt die Biologin Marion Ebel, die wegen der geringen Höhlenhöhe zu ihrem Schützling rein robbt. „Scott, der alte Bub, hat nicht nur einen Teich, sondern auch eine Höhle, ein idealer Ort, um der Hitze zu trotzen. Und wohl der kühlste Ort im Wildpark“, meint die Biologin. Morgens bekommt der alte Wolf seine Tabletten und hat dort auch seine Wasserschüssel. „Ich lege mich dann zu ihm in die Höhle und streichele ihn“, sagt Ebel. Senior Scott wird bei der Hitze auch in seiner Höhle gefüttert, damit er sie selten verlassen muss.

Und wie kommen die anderen Tiere mit Temperaturen von über 30 Grad zurecht? Ebel: „Die Wildschweine legen sich in die Suhle und kommen mit dicker Schlammschicht heraus.“ Die hilft gegen Plagegeister wie Insekten. Kaninchen verkriechen sich in Erdröhren wegen der Hitze. Und die Waschbären sitzen entspannt auf 20 Meter Höhe in den Bäumen, berichtet Ebel. „Das weht ein kühlendes Lüftchen.“ Sikawild und Rotwild indes gehen in den Teich, um sich im Wasser abzukühlen. „Alle anderen Tiere, die keinen Teich haben, suchen sich bei diesen hohen Temperaturen ein schattiges Plätzchen und bewegen sich so wenig wie möglich“, so Ebel. Damit das möglich ist, füttern die Tierpfleger während der Hitzeperiode frühmorgens oder spät abends. Ein Tierpfleger kommt bereits um 6 Uhr und bringt Elchen, Wisenten, Auerochsen und Highlandern ihr Futter.

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Und wie kühlen sich die Tundrawölfe bei diesen extremen Temperaturen ab? „Ich habe für sie ein großes Wasserfass in die Tiefkühlung gestellt und, Eisbomben’ gemacht. Das Eis hacke ich auf“, berichtet die Wildparkbiologin, die sich freuen würde, wenn etwa ein Eiswürfelhersteller mehrere Fässer gefüllt mit Eiswürfel vorbeibringen könnte. „Das wäre prima und würde einigen Tieren, etwa den Wölfen, bei dieser großen Hitze eine echte Freude machen. Ich würde die Wannen, gefüllt mit Eiswürfel, dann in die Gehege stellen.“

Der letzte Wolfsspaziergang des Jahres steht am Mittwoch, 31. Oktober, um 16 Uhr auf dem Programm. Davor wird am Sonntag, 19. August, beim großen Wildpark-Waldfest das 50-jährige Bestehen des Wildpark-Fördervereins gefeiert.

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