Eiszeit in Hanau war zu kalt

Hanau - Schlittschuhbahn schließt am Sonntag

(cs.) Bei minus 15 Grad macht Wintersport keinen Spaß mehr. Da sehnt man sich eher nach einem heißen Bad, denn nach Eis. Entsprechend zeigten viele Hanauer bei klirrender Kälte der Eisbahn auf dem Marktplatz die kalte Schulter. Der erhoffte Besucherrekord bei der vierten Auflage des vierwöchigen Eiszeit wird ausbleiben. Mit unterm Strich 14 000 Besuchern rechnet man, wenn am Sonntag die Schlittschuhbahn schließt, so Joachim Haas-Feldmann, Sprecher der Hanau-Marketing-GmbH. Ursprünglich hatte man gehofft, die Besucherzahl von 18000 aus dem Vorjahr zu übertreffen.

Der Start war vielversprechend. Nach acht Tagen wurden bereits 5000 Besucher gemeldet - und damit rund 1000 mehr als in der Vorsaison. Der Schlittschuhverleih hatte an einzelnen Tagen sogar alle 200 Paar ausgegeben. Und die Eisbahn war phasenweise so voll, dass es sogar Überlegungen gab, zeitweilig zu schließen.

Dann jedoch kam die große Kälte. Und vor allem abends wollte kaum mehr jemand aufs Eis. Haas-Feldmann: „Ab 18 Uhr war es auf der Bahn richtig kalt.“ Die Eiseskälte sorgte außerdem für natürliche Konkurrenz zur Kunsteisbahn. Da etliche Gewässer zugefroren waren bzw. sind - etwa die Kaiserteiche in Kesselstadt - tummeln sich auch dort viele Menschen mit Schlittschuhen oder Schlitten.

15 000 bis 20000 Euro musste die Stadt in den vergangenen Jahren zum 110000-Euro-Etat zuschießen, um das Eisbahn-Vergnügen auf dem Marktplatz zu finanzieren. Die Hoffnung, dass man diesmal plus/minus-null rauskommt, dürfte sich angesichts der Besucherzahlen kaum erfüllen, auch wenn laut HMG-Sprecher derzeit „noch keine Zahlen“ dazu vorliegen.

Fest steht: Die Eislaufbahn soll es auch im nächsten Winter auf dem Marktplatz wieder geben. Im kommenden Jahr will man das Angebot zum Eisstockschießen ausbauen, dass es diesmal versuchsweise von der Sparkasse an einem Abend für geladene Gäste gab. Für nächstes Jahr sei auch an Jedermann-Turniere gedacht, so Haas-Feldmann. Damit will man wohl auch die Abendstunden nach 20 Uhr beleben, bisher das Ende des Publikumslaufs. Diesmal gab es erstmals die Möglichkeit, dass Firmen, Vereine oder private Gruppen die Bahn zwei Stunden lang für 200 Euro mieten. Gebucht hat das niemand, wohl auch, weil gezielte Werbung dafür ausgeblieben war. Ausnahme: Die Sparkasse Hanau hatte frühzeitig vier Abende für Geschäftspartner und Kunden reservieren lassen. Hingegen ist die Eisbahn bei Schulen und Kindergärten der Renner. Hier galt: Alle verfügbaren Vormittagstermine waren frühzeitig ausgebucht.

Die Eislaufbahn hat heute und am Samstag von 12 bis 20 Uhr offen; letztmals dann am Sonntag von 12 bis 22 Uhr. Zum Abschluss gibt es ein Schmankerl: Von 18 bis 22 Uhr steigt eine Eislaufparty, die die städtische Marketing-Gesellschaft als Veranstalter der Hanauer Eiszeit zusammen mit einem Internet-Portal-Anbieter präsentiert. Der Eintritt ab 18 Uhr ist frei.

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