Elch-Paten zahlen 500 Euro

Tierpatenschaften eine wichtige Einnahmequelle  für Wildpark

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Auch das handzahme Reh Mary hat einen Tierpaten.

Klein-Auheim - Tierpaten sind ein wichtiger und finanzieller Eckpfeiler für die Arbeit des Klein-Auheimer Wildparks „Alte Fasanerie“. Sie leisten durch ihre Spenden an den Wildpark-Förderverein einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung neuer Projekte. Von Holger Hackendahl 

Zum Dank werden sie einmal jährlich zum geführten Tierpaten-Spaziergang an die Gehege ihrer Schützlinge eingeladen. Beim jüngsten Tierpaten-Spaziergang mit anschließender Kaffeetafel konnten Wildpark-Fördervereinsvorsitzende Hannelore Moravec und Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel mehr als 60 Tierpaten und ihre Familien begrüßen. „Wir haben insgesamt 118 Tierpaten, die uns allein im vergangenen Jahr durch ihr Engagement rund 21.000 Euro in die Kasse der Wildparkfördervereins spülten“ freut sich Moravec. „Sieben Tierpaten sind seit 1998 - also von Anfang an dabei. In dem Jahr haben wir die Patenschaftsaktion ins Leben gerufen.“

Beim Spaziergang vorbei an Fasanenvoliere, Waschbär-, Reh- und Mufflongehege war auch Liesbeth Eppert aus Klein-Auheim mit dabei. Sie war 1998 Premieren-Patin und hatte damals für den braunzotteligen SkuddeSchafbock „Joschi“, eine alte Haustierrasse, die Patenschaft übernommen. Lisbeth Eppert war Zeit ihres Lebens leidenschaftliche Tierfreundin und hat selbst lange Zeit für den Wildpark Tiere aufgezogen. Für sie sei ihre Tierpatenschaft eine Herzensangelegenheit.

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Mehr als 60 Tierpaten und ihre Familien beteiligten sich am jüngsten Tierpaten-Spaziergang. Insgesamt zählt der Wildpark-Förderverein zur Zeit 118 Tierpaten, weitere Unterstützer, beispielsweise für Luchse und Wölfe, sind gerne gesehen.

Die Tierpaten können sich ihren vier- oder zweibeinigen Liebling unter den 38 im Wildpark lebenden Tierarten auswählen - sofern die einzelnen Tiere noch keinen Paten haben. Doch viele der im Wildpark lebenden Tiere haben inzwischen einen spendablen Freund. Etwa das putzige Eselsfohlen „Elvis“, das an Karfreitag das Licht der Tierwelt erblickte, es kostet den Paten 200 Euro im Jahr. „Wir haben eine Patenfamilie, die jedes bei uns geborene Eselsfohlen unterstützt“, so Moravec. Die kleinsten im Wildpark von den Tierpflegern betreuten Tiere sind die Buntmäuse. Sie sind so klein, dass es dafür nur eine Sammelpatenschaft gibt. „Die Patenschaft für die 20 im Mäusehäuschen am Infozentrum lebenden Nager kostet 250 Euro im Jahr“, berichtet Moravec. „Die Tierpatenschaften können für ein, drei oder fünf Jahre abgeschlossen werden. Selbstverständlich sind auch dauerhafte Patenschaften möglich.“

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Die teuerste Patenschaft ist die für einen Elch mit 500 Euro für zwölf Monate. Kein Wunder, denn brünftige Elche vergreifen sich im Testosteronrausch gern auch mal am Gatter, da geht das Patengeld oft allein schon für Reparaturen drauf. Wildschwein-Patenschaften sind mit 100 Euro per anno am günstigsten. Für einen Storch werden vom spendablen Paten 120 Euro Freundschaftsgebühr berappt, nur fünf Euro mehr kostet ein gehörnter Bewohner im Hausziegen-Gehege. Thüringer Waldziegen, eine alte Haustierrasse, kosten 150 Euro für die zwölfmonatige Patenschaft. Fuchs und Dachs schlagen mit 200 Euro zu Buche. Eine Uhu-Patenschaft ist schon für 150 Euro zu haben, doppelt so teuer ist eine Luchs-Patenschaft. „Zwei der acht im Wildpark lebenden Luchse haben aber noch keinen Paten“, wirbt Moravec um weitere Unterstützer.

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Die im Sommer als Jungtiere in den Wildpark gekommen europäischen Wölfe haben alle noch keinen Paten. Eine Patenschaft für einen Wolf kostet 400 Euro im Jahr. Alle Tierpatenschaften werden mit einer Urkunde bescheinigt. Und natürlich bekommen die Tierpaten auch eine Jahreskarte, damit sie ihre Schützlinge möglichst oft besuchen können.

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