Wie die Tiere mit dem vielen Regen klarkommen

Wildpark Klein-Auheim: Elche mögen’s nass

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Elche leben in der freien Natur vorzugsweise in und am Wasser, insofern macht ihnen die derzeitige Witterung überhaupt nichts aus.

Klein-Auheim - Regen, Regen und nochmals Regen. Teiche bis zum Rand gefüllt, volle Gräben, überflutete Waldwege, schlammige Gehege. Von Holger Hackendahl 

Hat das viele Nass der letzten Wochen Auswirkungen auf die tierischen Bewohner des Klein-Auheimer Wildparks? Ein Rundgang mit Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel. „Das Teichgehege von Polarwolf Scott steht teilweise unter Wasser, deswegen habe ich es abgesperrt. Es ist deutlich nässer als in den letzten Jahren“, zeigt Ebel. Das Leben des 14-jährigen Polarwolfs sei aber nicht beeinträchtigt. Bei Regen zieht sich Scott, der nach dem Ableben der betagten Wölfin Ayla nun allein im Gehege ist (wir berichteten), in seinen Unterstand zurück. „Aber bei Nieselregen legt er sich sogar raus“, hat Ebel beobachtet, denn „den meisten Tieren macht das nasse Wetter gar nichts aus.“ Auch biologisch hat die Witterung keine Auswirkungen auf Paarungsverhalten oder den Nestbau der Tiere. „Hier leben ja keine Bewohner des Regenwaldes“, schmunzelt die Biologin. Entscheidend für die Wildpark-Bewohner seien Hormonspiegel und die Tageslänge.

Die Ziegen sind insbesondere bei Kindern beliebt. Auch zur Winterzeit gibt es bei ihnen Nachwuchs.

„Das Sauwetter macht vor allem der Sau gar nichts“, sagt Ebel. Im Gegenteil: Die Wildschweine fühlen in ihren Gattern bei matschigem Boden tatsächlich sauwohl, weil sie bei nassem Boden leichter mit ihren Rüsselnasen in der Erde wühlen können. Die Wildpark-Haustierabteilung hat den vielen Regen hingegen nicht so gern. Vor allem Ziegen und Esel, die ursprünglich aus südlicheren Gefilden stammen, „mögen’s lieber warm und trocken“, weiß Ebel. Auch Wildkatzen und Luchs bevorzugen trockene Verhältnisse. Echte Fans der Nässe in den zum Teil überschwemmten Gehegen sind indes Storch, Gänse und Enten, die sich in den Pfützen und Teichen besonders wohlfühlen. Liebhaber des nassen Elements sind auch die Elche, die, so erläutert Ebel, zwischen ihre Klauen Schwimmhäute haben. „In der freien Natur leben die Elche im und am Wasser und fressen 350 Arten von Sumpf- und Wasserpflanzen.“ Elche stört eher große Hitze. Das gilt auch für viele weitere Tierarten. Etwa für die Schneeeulen Knut und Elfie, die als „Weltmeister der Minustemperaturen“ sogar bis zu minus 55 Grad aushalten können.

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Auch Rehe, Rot-, Sika- und Damwild seien mit ihrem Winterfell bestens gegen die Nässe geschützt, sagt Ebel beim Rundgang. Und Waschbären und Marderhunde halten ohnehin Winterruhe und verschlafen den Tag.

In Kürze rechnet die Biologin mit Nachwuchs bei den Thüringer Waldziegen. Bei den Hausziegen hat’s bereits geklappt. Zuletzt erblickten neun Zicklein das Licht der Welt. Und obwohl die Wildschweine gut mit der Nässe klar kommen, wäre ihr Nachwuchs gegen nasskaltes Wetter nicht gewappnet. „Frischlinge können ihre Körpertemperatur nicht regulieren, würden auskühlen und sterben“, hofft die Biologin, dass sich die Bachen im Wildpark noch ein wenig Zeit mit dem Frischen lassen.

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