Mieterbund weist auf Regelung hin

Energieausweis wird oft unterschlagen

Hanau - Viele Vermieter halten nach wie vor die verpflichtenden Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht ein. Das beklagt der Hanauer Mieterbund.

In der Verordnung ist festgelegt, dass in Immobilienanzeigen für Vermietung und Verkauf bestimmte Energiekennwerte angegeben werden müssen. Doch diese Angaben über den energetischen Zustand des Gebäudes und die zu erwartenden Heizkosten fehlten häufig. „In einer Marktprobe über etliche Wochen hinweg haben wir in Zeitungen und Internetportalen die Wohnungsanzeigen analysiert und dabei festgestellt, dass mehr als zwei Drittel der Anbieter keinerlei Angaben zur energetischen Qualität machen, zum Beispiel zur Art der Heizungsanlage, zum Wert des Energiebedarfs oder -verbrauchs oder zur Energieeffizienzklasse laut Energieausweis“, berichtet Hans-Egon Heinz, der Vorsitzende des Mieterbundes Hanau. Solche Angaben können dem Energieausweis entnommen werden.

Einen gültigen Energieausweis muss der Vermieter laut geltender Verordnung schon seit 2009 spätestens bei der Besichtigung der Wohnung dem Mieter vorlegen. „Ohne diese Angaben droht ein Bußgeld von bis zu 14.000 Euro“, sagt Hans-Egon Heinz

Es komme nicht selten vor, dass zwei sehr ähnliche und auch flächengleiche Mietwohnungen in derselben Straße einmal mit 6,50 Euro und im andere Falle mit 7,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten werden, berichtet der Mieterbund. Natürlich greife der Wohnungsinteressent dann zum vermeintlich preiswerteren Mietobjekt. „Doch wenn die auf den ersten Blick teurere Wohnung nur ein Drittel des Energiebedarfs im Vergleich zur vermeintlich preiswerten Wohnung hat, ist die Wahl falsch gewesen“, warnt Mieterschützer Heinz.

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Gerade in angespannten Wohnungsmärkten wie in Hanau oder in Maintal glaubten offenbar viele Vermieter, ihre wenig energieeffizienten Wohnungen auch ohne Angaben der Kennwerte vermieten zu können, hat der Hanauer Mieterbund festgestellt. Die Mieter seien in der Praxis schließlich froh, überhaupt an vier Wände zu kommen und verzichten daher auf die Durchsetzung ihres Anspruchs auf energetische Transparenz. Heinz warnt: „Das dicke Ende kommt dann mit der ersten Betriebskostenabrechnung und einer saftigen Nachzahlungsforderung.“

Dort, wo das Wohnungsangebot größer als die Nachfrage ist, hätten viele Vermieter noch nicht erkannt, „dass ein energetisch modernisiertes Gebäude ein Marktvorteil ist, der die Vermietung erleichtert“. Bedauerlich sei, so beklagt der Mieterbund Hanau in einer Pressemitteilung, dass die zuständigen Behörden bei Verstößen gegen die Informationspflichten der Energieeinsparverordnung viel zu selten Sanktionen verhängten. (cs)

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Rubriklistenbild: © dpa

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