Engpass spitzt sich zu

Stadtteilläden vorerst dicht

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Vor verschlossenen Türen stehen Bürger ab Montag nicht nur am Stadtteilladen Steinheim (Bild). Sämtliche Stadtteilläden werden bis zum 31. August geschlossen bleiben. Der Bürgerservice wird dann zentral im Hanauer Stadtladen erledigt. Aber auch da sind die Warteschlangen lang.

Hanau -  Die Personalnot beim Bürgerservice der Stadt Hanau spitzt sich zu. Und die Verwaltung sieht keinen anderen Ausweg, als die Öffnungszeiten weiter zu reduzieren.

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Stadtladen-Probleme reißen nicht ab

Von Montag, 16. Juli, bis zum 31. August werden die Stadtteilläden Steinheim, Klein-Auheim, Großauheim und Mittelbuchen komplett geschlossen. Bürger aus den Stadtteilen müssen dann ihre Angelegenheiten im Stadtladen Hanau erledigen, wo schon jetzt häufig die Warteschlangen lang sind.
„Mit dieser vorübergehenden Schließung der Stadtteilläden reagiert die Abteilung Bürgerservice und Zentrale Dienste auf bestehende Personalengpässe, die temporär durch Urlaub und Krankenstand entstehen“, erklärte der zuständige Amtsleiter Thorsten Wünschmann gestern. Durch die Schließung der Stadtteilläden würden die Arbeitskräfte zentral im Stadtladen in der Innenstadt gebündelt, um dort das komplette Serviceangebot vorhalten zu können. Ab dem 3. September würden dann auch wieder die Stadtteilläden zu den gewohnten Öffnungszeiten besetzt sein, verspricht Wünschmann.

Der Stadtladen im Rathaus, der übrigens am heutigen Freitag - wie berichtet - wegen einer internen Fortbildungsveranstaltung geschlossen bleibt (auch ein Notdienst wird nicht eingerichtet), werde ab der nächsten Woche uneingeschränkt zu den üblichen Öffnungszeiten zur Verfügung stehen. Dort können dann auch alle in den Ortsteilen beantragten und fertiggestellten Ausweis- und Passdokumente, Führerscheine und Fischereischeine abgeholt werden.

„Terminkunden werden an allen Wochentagen vorrangig bedient“, ruft Thorsten Wünschmann dazu auf, sich vor einem Besuch im Stadtladen online oder telefonisch einen festen Termin zu sichern. Dies ist ganz einfach und mit einem Vorlauf von 45 Tagen möglich: Über die städtische Homepage unter www.hanau.de lässt sich mit wenigen Klicks ein persönlicher Termin beim Stadtladen online sichern. Wer keinen Internetzugang hat, kann auch telefonisch über die zentrale Servicenummer des Stadtladens unter 06181-295-0 oder unter 295-640 oder persönlich vor Ort an der Rathausinformation einen Termin vereinbaren.

Für Spontankunden werden je nach Personalkapazität tagesaktuell jeden Morgen weitere Termine freigeschaltet. Stornierte Termine werden automatisch anderen Kunden wieder zur Verfügung gestellt.

Kunden mit dringenden, unaufschiebbaren Angelegenheiten, insbesondere für die Erstellung von Expresspässen für Reisen und von Ersatzdokumenten bei verlorenen oder gestohlenen Ausweisdokumenten, werden allerdings im Rahmen der Möglichkeiten am laufenden Sprechtag bedient und zusätzlich in den Organisationsablauf eingesteuert.

Viele Serviceangebote der Stadt(teil)läden sind mit den entsprechenden Anträgen und Formularen im Internet unter www.hanau.de/buergerservice verfügbar.

Bilder vom Frühlingsmarkt in Hanau

Die Engpässe beim Bürgerservice der Stadt Hanau sind kein neues Problem. Seit Monaten und Jahren kommt es immer wieder zu langen Schlangen, vorübergehenden Schließungen und Ausfällen. Erst Anfang Juni hatte der für den Bürgerservice zuständige Dezernent Thomas Morlock (FDP) im Gespräch mit unserer Zeitung angedeutet, dass es über den Sommer zu weiteren Serviceeinschränkungen kommen könnte.

Im Bereich Bürgerservice weist der Stellenplan der Stadt Hanau 19 Planstellen aus, von denen allerdings zwei seit geraumer Zeit vakant sind. Es fehlte zunächst an internen Bewerbern, jetzt wurden die Stellen extern ausgeschrieben. Doch selbst wenn diese Stellen nun zügig besetzt werden könnten, bräuchte es einige Zeit, bis die neuen Mitarbeiter geschult werden. Aktuell teilen sich 23 Mitarbeiter die Planstellen.

Zur Behebung der Misere denkt die Stadt nicht nur über eine personelle Aufstockung des Bürgerservice nach, sondern setzt auf Digitalisierung und darauf, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Angelegenheiten mehr und mehr online erledigen können. Auch die Einrichtung von Selfservice-Terminals im Stadtladen und den Stadtteilläden ist im Gespräch. Doch kurzfristige Lösungen für die akuten Engpässe sind das alles nicht. J did

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