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Enorme Anstrengungen notwendig: Hanau plant Ausbau der Schulen

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Von: Christian Spindler

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Die August-Gaul-Schule in Großauheim rückt in den Fokus, weil mit der geplanten Bebauung des Bautz-Geländes der Stadtteil erheblich wachsen wird. Archivfoto: privat
Die August-Gaul-Schule in Großauheim rückt in den Fokus, weil mit der geplanten Bebauung des Bautz-Geländes der Stadtteil erheblich wachsen wird. Archivfoto: privat © Archivfoto: Privat

Hanau befindet sich im Wachstum. Um der daraus resultierenden, erhöhten Nachfrage nach Schulplätzen gerecht zu werden, möchte die Stadt den Ausbau der Grundschulen vorantreiben.

Hanau – Hanau wächst beständig – und mehr als andere. Seit 2010 verzeichnet die Stadt ein Bevölkerungswachstum von gut zwölf Prozent. Hessenweit liegt nur Frankfurt darüber. Der Boom bringt aber auch Wachstumsschmerzen mit sich. Mehr Einwohner bedeutet mehr Kinder, bedeutet mehr Platzbedarf an Schulen. Das wird am Beispiel des Entwicklungsplans für die Grundschulen deutlich, den die Stadtverordneten jetzt beschlossen haben.

Bis 2026 beschreibt er ein ehrgeiziges Ausbauprogramm vor dem Hintergrund wachsender Schülerzahlen. Die Planer gehen davon aus, dass es bis dahin mit voraussichtlich 4700 Grundschülern rund 1000 mehr geben wird als noch 2020. Diese Steigerung sei „ohne rasche Entscheidungen und enorme bauliche Anstrengungen nicht zu bewältigen“, heißt es in dem Plan. Mittelfristig fehlen demnach gut 90 Räume in Grundschulen. Dabei seien laufende Projekte wie die Pioneer-Grundschule in Wolfgang oder die Erweiterung der Anne-Frank-Schule bereits herausgerechnet.

Hanau im Wachstum: Sechs Grundschul-Projekte in den nächsten Jahren

Mit ihrem Beschluss vom Montagabend haben die Stadtverordneten den Magistrat beauftragt, in den nächsten Jahren konkret ein halbes Dutzend Grundschul-Projekte voranzutreiben.

.  Den Ausbau der Anne-Frank-Schule an der Freigerichtstraße von einer Grundschule mit drei auf dann vier Parallelklassen. Die Schule in der Innenstadt gehört zu denen, die sich laut Entwicklungsplan „steigenden Herausforderungen im Bereich Integration und Inklusion“ stellen müssen.

.  Ausbau der Brüder-Grimm-Schule an der Stresemannstraße von einer derzeit dreizügigen in eine ebenfalls vierzügige Grundschule. Dazu werden statt der bisher 25 Räume 32 benötigt.

Ausbau der Hanauer Grundschulen: Künftig vier statt drei Parallelklassen

.  Den Ausbau der Pestalozzischule (Ramsaystraße) mit vier statt drei Parallelklassen.

.  Den Ausbau der Theodor-Heuss-Schule in Steinheim in eine vierzügige Grundschule. Weil das Areal der Geschwister-Scholl-Grundschule im Stadtteil mit der jüngsten Erweiterung ausgelastet sei, sei eine „zeitnahe Lösung an der Theodor-Heuss-Grundschule zu suchen“. Die derzeitigen 18 Räume seien „nicht mehr ausreichend“. Zudem sei der „Pavillon sanierungsbedürftig und könnte ersetzt und durch zusätzliche Räume erweitert werden.“

.  Den Ausbau der Tümpelgartenschule am neuen Standort Akazienweg zur vierzügigen Grundschule. Wie berichtet, wurden die bestehenden Gebäude der früheren Haupt- und Realschule saniert und umgebaut. Das Stadtparlament hat nur einem zusätzlichen Neubau zugestimmt. Die Arbeiten sollen im Mai beginnen. Kosten: 7,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für 2024 vorgesehen.

Leere Klassenräume in Schulen: Hanaus Bürgermeister fordert „intelligentes Raumkonzept“

.  Den Ausbau der Großauheimer August-Gaul-Grundschule mit momentan zwei auf dann vier Parallelklassen pro Jahrgang. Die Grundschule steht vor allem wegen des geplanten neuen Wohngebiets auf dem Bautz-Areal im Fokus. Dort sollen, wie mehrfach berichtet, einmal bis zu 3000 Menschen hinziehen. „Eine geeignete Erweiterungsmöglichkeit müsste aufgrund des alten Gebäudebestandes als Solitär auf dem Schulgelände gesucht werden“, empfehlen die Schulplaner.

Angesichts des steigenden Raumbedarfs und teurer Baukosten sei umso mehr „eine effiziente Raumnutzung“ wichtig, betonte Bürgermeister und Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) im Stadtparlament. Das heißt, dass zu Zeiten, in denen Klassenräume leer stehen, sie auch anderweitig genutzt werden sollen. Weiss-Thiel: „Es muss intelligente Raumkonzepte geben.“

Hanau: Ausbau der Grundschulen nicht das Ende

Der jetzt auf den Weg gebrachte oder geplante Ausbau der Hanauer Grundschulen wird wohl nicht das Ende sein. „Der Bedarf wird weiter steigen“, sagte Stadtverordnete Caroline Geier-Roth (SPD). Für die BfH erklärte Dorothea Stübing, dass mit den erfolgten und jetzt geplanten Baumaßnahmen in den nächsten fünf Jahren zwar elf der 16 Grundschulen in Hanau aus heutiger Sicht einen angemessen Standard haben werden. Insbesondere an Gebeschus-, Heinrich-Heine- und Eichendorffschule sowie Limes- und Wilhelm-Geibel-Schule sollte dieser Standard dann aber in vergleichbarer Weise ebenfalls hergestellt werden, fordern die BfH.

Eine Unbekannte, die alle Kommunen betrifft: Die Zahl und Aufenthaltsdauer von ukrainischen Kriegsflüchtlingen. Weiss-Thiel: „Kein Mensch kann sagen, welchen Verlauf die Tragödie in der Ukraine nimmt.“ Das jetzige Regelschulsystem werde kaum ausreichen, um die Geflüchteten angemessen zu unterrichten. Immerhin 40 Prozent der geflüchteten Ukrainer in Hanau sind laut Stadt Kinder und Jugendliche.

Prognose für kommende Jahre: Hanau wächst weiter

Ungeachtet dessen zeigen die Wachstumsprognosen für Hanau zunächst weiter nach oben. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass Hanau 2030 gut 105 000 Einwohner haben wird, 2040 um die 108 000 und 2050 dann etwa 106 000. (Christian Spindler)

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