Entdeckung der Arbeitswelt

Hanau - Die Otto-Hahn-Schule hat das Angebot zur Berufsorientierung und Berufsfindung ihrer Schüler um einen „wichtigen Baustein erweitert,“ erklärte der stellvertretende Schulleiter Heribert Becker. Er stellte gestern das neue Projekt vor. Von Dieter Kögel

In den nächsten beiden Wochen haben rund 130 Schüler der achten Klassen der Hauptschule und der neunten Klassen des Realschulzweiges die Möglichkeit, sich in elf Hanauer Betrieben einen Tag lang mit den entsprechenden Berufsbildern vertraut zu machen. Erarbeitet wurde die neue Möglichkeit zur Orientierung von „Pilot,“ der Evangelischen Fachstelle für Jugendberufshilfe in Hanau, dem Fachbereich Bildung, Soziale Dienste und Integration der Stadt Hanau und von den zuständigen Lehrkräften, bei denen Ramona Zeller für die Koordination des Projektes sorgte.

„Der Zeitpunkt jetzt ist sehr günstig,“ so Birgit Eckrich, Leiterin des Realschulzweiges an der Otto-Hahn-Schule. Denn die Orientierung ein Jahr vor Schulabschluss zu vertiefen sei zwingend notwendig, um den Weg für eine berufliche Zukunft zu ebnen. Entscheidungen für weiterführende Schulen sollten nicht aus Mangel an beruflichen Alternativen getroffen werden, sagt die Direktorin. Und dass im Bereich der Hauptschule jetzt nicht mehr nur die „Schubklasse,“ die regelmäßig in Betriebe geht, in den Genuss von praktischer Anschauung kommt, findet auch Rita Katzer, Leiterin des Hauptschulzweiges, äußerst begrüßenswert.

In die Betriebe gehen

Zusammen mit Lehrern werden die Schüler während der nächsten zwei Wochen in die Betriebe gehen und nicht nur in der Vorbereitung auf die Praxis erarbeitete Fragenkataloge abarbeiten. Denn es werden bei den Betriebsbesuchen sicherlich auch manche Vorstellungen von Ausbildungsberufen korrigiert werden müssen, oder es lassen sich ganz neue Berufsbilder kennenlernen. Auch das sei Ziel des Projekts, unterstreicht Margarete Petersein von „Pilot.“ Viele Berufsbilder seien bei den Jugendlichen nicht bekannt.

Beispiel aus dem Vinzenz-Krankenhaus, das sich beteiligt: Nicht nur im pflegerischen Bereich, auch im kaufmännischen Bereich werde dort ausgebildet, berichtete Annette Flasche, Beauftragte für Fort- und Weiterbildung im Vinzenz-Krankenhaus. Und für Petra Brüggemann von der Schreinerei „Brüggemann Innenausbau GmbH“ in Hanau hat das Öffnen der betrieblichen Türen für den potenziellen Nachwuchs auch ganz eigennützige Gründe. Denn altes Handwerk sterbe aus. Das gelte es zu verhindern. Die Liebe zum Handwerk der zwölf Mitarbeiter und drei Auszubildenden könne sich, so hofft Brüggemann, auch auf die jungen Gäste übertragen, denen man während des Projekts den „Beruf nahebringen“ will.

Rubriklistenbild: © AP

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