HBB erhielt den Zuschlag

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So wie in dieser ersten Planungsskizze könnte es einmal aussehen, das neue Einkaufs- und Literaturzentrum am Freiheitsplatz: Unterirdisch durch eine Ladenpassage und oberirdisch über eine gläserne Brücke sollen die Neubauten diesseits und jenseits der Hammerstraße verbunden werden.

Hanau ‐ „Es ist alles in Sack und Tüten.“ Oberbürgermeister Claus Kaminsky war die Freude gestern deutlich anzumerken. Investor HBB ist es nach harten Verhandlungen gelungen, das ehemalige Karstadt-Gebäude sowie das frühere Sporthaus Barthel am Freiheitsplatz zu erwerben. Von Dirk Iding

Nun wird das Lübecker Unternehmen, das bekanntlich den Wettbewerblichen Dialog zur Umgestaltung der Innenstadt gewann, auch diese zuletzt leer stehenden Immobilien in seine Planungen für ein Einkaufs- und Literaturzentrum auf der Westseite des Freiheitsplatzes einbeziehen. Über diese Absicht hatte unsere Zeitung bereits vor vier Wochen berichtet.

Karstadt und Barthel sowie ein Wohnhaus der Baugesellschaft mit derzeit noch acht Mietparteien werden komplett abgerissen. Das gesamte Karrée wird neu bebaut und ans geplante Einkaufs- und Literaturzentrum auf der Westseite des Freiheitsplatzes angebunden.

Gestern stellte der Investor erste Planungen vor. Eine der wichtigsten Veränderungen findet unterirdisch statt. Die bisher auf der Ostseite des Freiheitsplatzes geplante Tiefgarage rückt nach Nordwesten unter die neuen Einzelhandelsimmobilien diesseits und jenseits der Hammerstraße. Insgesamt sollen dort bis zu 500 Parkplätze auf zwei Ebenen geschaffen werden. Über eine Ladenebene im ersten Untergeschoss werden die neuen Baukörper verbunden.

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Die Verlegung der Tiefgarage hat den Planern zufolge mehrere Vorteile. Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage erfolgt ebenso wie die Andienung des Einkaufszentrums zentral über die Straße Im Bangert. Dafür wird die Straße um sieben Meter verbreitert und künftig keine Durchgangsstraße mehr sein. Durch die Verlegung der Tiefgarage entfallen auch die bislang vorgesehenen Zufahrtsrampen südlich und nördlich des Freiheitsplatzes. Ebenso kommt es zu einer stärkeren Entflechtung des Bus- und Individualverkehrs. Und: Durch die Verlegungen der Tiefgarage besteht zumindest die theoretische Möglichkeit, einen Teil der Schnurbäume vor dem Behördenhaus zu erhalten. Ob das allerdings unter städtebaulichen und gestalterischen Gesichtspunkten sinnvoll sei, das sei noch zu auszudiskutieren, erklärte OB Kaminsky gestern.

Kaminsky zeigte sich ebenso wie seine Magistratskollegen Dr. Piesold und Axel Weiss-Thiel erleichtert, dass es nun für das „Sorgenkind Karstadt/Barthel“ rasch eine Lösung gibt. Harald Ortner vom Investor HBB nannte „Ostern 2013“ als ehrgeiziges Ziel für die Eröffnung des neuen Einkaufs- und Literaturzentrums. Im Frühjahr 2012 soll Baubeginn sein.

Allein am Freiheitsplatz will HBB Ortner zufolge 150 bis 160 Millionen Euro investieren. Um das dafür notwendige Kapital aufzubringen, verkauft HBB das „Postcarré“ am Westbahnhof an einen französischen Immobilienfonds. Für die Mieter des neuen Einkaufs- und Dienstleistungszentrums ändere sich nichts. Die Betreibergesellschaft bleibe auch unter dem neuen Eigentümer die selbe, versicherte Ortner.

Anders als beim Postcarré werde HBB die neuen Immobilien am Freiheitsplatz dauerhaft in Besitz halten, versicherte Ortner. Beim Erwerb der Karstadt-Immobilie vom Highstreet-Konsortium und des früheren Sporthaus Barthel vom einstigen Wedi-Konkurrenten ECE sei HBB bis an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen, gab der HBB-Manager einen kleinen Einblick in den mehrmonatigen Verhandlungspoker, der am vergangenen Donnerstag mit der notariellen Beurkundung der Verträge seinen Abschluss fand.

OB Kaminsky, der gestern die Stadtverordneten über die neue Entwicklungen informierte, glaubt fest daran, dass sich Hanau mit dem neuen Einkaufszentrum am Freiheitsplatz als „Einkaufsstandort mit Magnetwirkung in die Region hinein“ etablieren werde. „Ich wünsche mir, dass die Hanauer Bürger diese große Chance erkennen und die Gestaltung selbstbewusst anpacken, anstatt nun in allzu keinen Karos die Dinge zu betrachten.“

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