Betreuungsangebot an Erich-Kästner-Schule

Zwei Nachfolger starten

Hanau - Der im Dezember gegründete neue Betreuungsverein der Erich-Kästner-Schule hat sich konstituiert. Er will ab 1. Februar die Betreuung von 40 Kindern der Grundschule übernehmen. Von Erwin Diel 

Über den bisherigen Träger der Betreuung, den Förderverein der Schule, wird voraussichtlich Anfang Februar ein Insolvenzverfahren eröffnet. Der rund 100 Mitglieder zählende Förderverein der Grundschule an der Lortzingsstraße im Hanauer Norden soll durch Untreue eines Vorstandsmitglieds in finanzielle Schieflage geraten sein. Um die 15 000 Euro Verbindlichkeiten seien durch Einnahmen nicht gedeckt, hieß es. Der Verein fungierte als Träger der Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung mit sieben Beschäftigten.

Der Verein beantragte Ende vergangenen Jahres die Einleitung eines Insolvenzverfahrens und erstattete bei der Staatsanwaltschaft Anzeige. Rechtsanwalt Frank Schmitt ist vom Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Er wolle nach Prüfung der Bücher dem Gericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorschlagen, sagte gestern ein Mitarbeiter. Das dazu erstellte Gutachten sei in der Endabstimmung, ein Entwurf dem Vorstand des Vereins zugestellt worden.

Mit Eröffnung des Verfahrens, vermutlich Anfang Februar, endet die Existenz des Fördervereins. Die Nachfolge sollen sich nach dem Willen der Eltern künftig zwei Vereine teilen. Ein Betreuungsverein soll sich um das Nachmittagsangebot und die Hausaufgabenhilfe kümmern, ein neuer Förderverein Spenden werben und die Schule unterstützen. Dem Betreuungsverein können nur Eltern beitreten, deren Kinder das Angebot nutzen, der Förderverein steht allen offen.

Die Betreuung ist bis Ende Januar aus Mitteln des Insolvenzgeldes gesichert. Der jetzt konstituierte neue Betreuungsverein werde die Arbeit nahtlos fortsetzen, so dass es für die betroffenen Familien keine Lücke gebe, teilt der Vorstand mit, der aus Sylvia Wisniwski, Dr. Claudia Kuhmünch und Dr. Lutz Theobald besteht. Um die Arbeit weiter sicherstellen zu können, sei der neue Verein auf die jährlichen Zuschüsse des Kultusministeriums angewiesen. Ein Gründungszuschuss sei ebenfalls beantragt, da der Verein bisher über keinerlei Grundkapital verfüge und selbst das Inventar der Betreuung aus der Insolvenzmasse des Altvereins aufkaufen müsse. Der Verein sei dringend auf Spenden angewiesen, heißt es in der Mitteilung. Infos dazu erhalten Interessierte über info@betreuungsverein-eks.de.

Wieviel Geld aus dem Vermögen des Altvereins zu retten ist, sei derzeit unklar. Die Masse sei groß genug, um die Kosten des Verfahrens zu decken, heißt es aus dem Büro des vorläufigen Verwalters. Die Höhe einer Verteilungsquote am Ende des Verfahrens hänge von den noch anzumeldenden Forderungen der Gläubiger ab.

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Rubriklistenbild: © dpa

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