Alte Fasanerie

Eröffnung erst im Frühjahr: Sanierung des Jagdhauses am Wildpark aufwendiger und teurer als geplant

Manche Schäden an der Bausubstanz des alten Jagdhauses sind erst während der Sanierung zutage getreten und haben zur Folge, dass der Kostenrahmen nicht eingehalten werden kann.
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Manche Schäden an der Bausubstanz des alten Jagdhauses sind erst während der Sanierung zutage getreten und haben zur Folge, dass der Kostenrahmen nicht eingehalten werden kann.

Klein-Auheim – Die Sanierungsarbeiten am historischen Jagdhaus am Klein-Auheimer Wildpark schreiten voran. Allerdings: Wegen immer neuer Bauschäden wurde der Eröffnungstermin für die Gastronomie verschoben. Die Forstamtsleitung avisiert inzwischen das Frühjahr 2021. Der bisher geplante Termin Herbst 2020 lässt sich nicht mehr einhalten.

Weitere, während des Baufortschritts entdeckte Schäden an der Bausubstanz – vor allem am historischen, 315 Jahre alten Dachgebälk – haben zudem den vorgesehenen Kostenrahmen gesprengt. Die „kleine Gastronomie-Lösung“ sei mit 1,5 Millionen Euro gedeckelt, sagte Günter Hunold, technischer Leiter der Alten Fasanerie, noch Ende März. Eigentlich dürfe es nicht teurer werden. „Durch den Austausch massiver Holzbalken hat sich der Stundenaufwand im Holzgewerk gegenüber der ursprünglichen Planung verdreifacht“, berichtet er nun. Immer mehr tragende Balken in der Dachkonstruktion mussten – weil sie laut Hunold „bis in den Kern verfault waren“ – ausgetauscht werden. Das erfolgte in enger Absprache mit dem Architekten und der Fachfirma. „Das sind gute Leute, echte Holzspezialisten“, betont Hunold.

In das 1705 errichtete, denkmalgeschützte Gebäude habe es wohl, so vermuten die Experten, hin und wieder hineingeregnet. Der historische Bau mit dem „kunstvoll gestalteten Dachstuhl“, auf dem einst Feldfrüchte wie Getreide getrocknet wurden, sei noch nie richtig saniert worden, so Hunold. Das Dach wird mit roten Biberschwanzziegeln neu gedeckt. Darunter wurde eine zweite Schutzhaut gegen das Eindringen von Feuchtigkeit eingezogen. Die Regenrinnen sind bereits befestigt.

Gebäude hat sich im Laufe der Zeit um einen halben Meter abgesenkt

Im Nebengebäude ist für die Sanitäranlagen eine Druckerhöhungsanlage eingebaut worden.

Das historische Bauwerk musste im Laufe seiner Geschichte schon einiges aushalten. „Das Gebäude hat sich im Laufe der Jahrhunderte in der Mitte um einen halben Meter abgesenkt“, erläutert Hunold. Die dadurch entstandene Neigung versuchte man früher mit Sand auszugleichen. „Insgesamt wurden 60 Tonnen feinster Schwemmsand aus der Decke zwischen Erd- und Obergeschoss herausgeholt“, erläutert Hunold. Architekt Christian Bernard ließ das historische Gebäude mit Hilfe einer tief verankerten Pfahlkonstruktion stabilisieren. Viel Geld verschlangen zudem die Entsorgungskosten für Rigipsplatten, Styropor, Bauschäume und Plastikfolien. „Neuartige Bauchemie zerstört ein historisches Gebäude“, weiß Hunold.

Im Erdgeschoss ist der Baufortschritt derzeit am deutlichsten erkennbar. Die Gefache im Fachwerk sind gefüllt, die neuen Fesnter eingesetzt und der Dielenboden ist verlegt. Im Nebengebäude, wo die Sanitäranlagen untergebracht werden, wurden die Fundamente und eine Druckerhöhungsanlage eingebaut. Günter Hunold ist zuversichtlich, den neuen Eröffnungstermin im Frühjahr einhalten zu können. Und einen Pächter für das Jagdhaus gibt es auch schon. „Der Wirt ist türkischer Nationalität und betreibt seit vielen Jahren erfolgreich Gastronomie.“ Wildgerichte soll es auch geben, das gastronomische Angebot mit Biergarten auf Wildparkbesucher abgestimmt sein. Neben einem Mittagstisch gibt es auch abends eine Auswahl für Gäste, die die Jagdhaus-Küche genießen wollen.

Im Dachgebälk waren viele tragende Balken gefault und mussten ausgetauscht werden.

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