Epochales Werk in drei Bänden

Ex-Kulturamtsleiter bringt „Die Geschichte Hanaus“ zu Papier

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Der ehemalige Kulturamtsleiter Dr. Günter Rauch (81) hat „Die Geschichte Hanaus“ in drei Bänden verfasst. Band I ist nun erschienen.

Hanau - Es ist ein in mehrfacher Hinsicht epochales Werk, dessen erster Band gestern im Rathaus vorgestellt wurde: Die „Geschichte Hanaus“ in drei Bänden, erforscht und zu Papier gebracht vom früheren Hanauer Kulturamtsleiter Dr. Günter Rauch. Von Dirk Iding 

Das dürfte das neue Standardwerk zur Hanauer Stadtgeschichte werden und damit die 1903 erstmals erschienene Hanau-Chronik von Ernst Julius Zimmermann (1855-1929) ablösen. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) nannte denn auch die gestrige Pressekonferenz „historisch“, bei der Band I der Hanau-Trilogie, der sich mit der Zeit „Von den Anfängen bis zum Tod Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg (1612)“ beschäftigt, der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Erstmals seit mehr als 100 Jahren liege mit „dem Rauch“ wieder eine umfassende Geschichte Hanaus vor, die allerdings weit mehr ist als eine reine Stadtchronik.

Denn der 81-jährige Historiker stellt die Hanauer Ereignisse stets in Kontext zu den großen geschichtlichen Entwicklungen jener Zeit. Dr. Rauch: „Viele Stadtchroniken haben aus meiner Sicht das Manko, dass ihnen der historische Rahmen fehlt. Ich habe mich bei meiner Arbeit bemüht, auch die Kulisse darzustellen, in der sich das Stück „Geschichte Hanaus“ abspielt.“ Und so wird auch bei der Lektüre von Band I der „Geschichte Hanaus“ deutlich, wie stark lokale Ereignisse häufig abhängig sind von überregionalen Entwicklungen.

Dabei befleißigt sich der Historiker Dr. Rauch bewusst einer leicht verständlichen Sprache: „Ich wollte nichts Abgehobenes schaffen, sondern ein Werk, das Menschen, die sich dafür interessieren, einen leichten Zugang zur Geschichte dieser Stadt verschafft.“

Deshalb ist aus Sicht von Oberbürgermeister Claus Kaminsky Rauchs Werk, dessen zweiter und dritter Band wahrscheinlich im nächsten und im übernächsten Jahr erscheinen wird, sowohl für alle alteingesessene Hanauer als auch für Hinzugezogene interessant. Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Kultur bei der Stadt Hanau, der gemeinsam mit dem Verleger Joachim Schulmerich vom Hanauer Cocon Verlag die redaktionelle Betreuung des Projekts übernahm, sieht in dem Werk von Dr. Günter Rauch denn auch ein „spannendes Lesebuch der Geschichte Hanaus“.

Und dessen 454 Seiten umfassender erster Band reicht zurück bis in die Vor- und Frühgeschichte mit Hinweisen auf die ersten Zeugnisse menschlicher Existenz in der Hanauer Gegend aus dem späten Paläolithikum über die Römerzeit und das Hochmittelalter sowie die Reformationszeit bis hin zur Gründung der Hanauer Neustadt durch Graf Philipp Ludwig II.

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Es ist eine ebenso spannende wie lesenswerte Reise durch die Geschichte Hanaus, die in Band II mit der Zeit vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Zerstörung der Stadt am 19. März 1945 fortgesetzt und in Band III mit den Jahrzehnten des Wiederaufbaus, der Eingemeindung von Stadtteilen und der Neugestaltung der Innenstadt ihren Abschluss finden wird.

Als sich Dr. Rauch Ende der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts erstmals mit dem Gedanken trug, die damals vorhandene Informationsbroschüre „Eine kleine Geschichte Hanaus“ zu aktualisieren, hätte er nicht ahnen können, welch großes Werk daraus einmal werden würde. Vor allem in den vergangenen 16 Jahren nach seiner Pensionierung hat sich der ehemalige Kulturamtsleiter mit großer Hingabe in diese Arbeit gestürzt, hat unzählige lokalhistorische Arbeiten ausgewertet, in Archiven geforscht und Dokumente gesichtet. Oberbürgermeister Kaminsky würdigte Rauchs unermüdliche, ehrenamtliche Arbeit denn gestern auch als „eine große lokalpatriotische Tat, die sicherlich weit in die Zukunft reichen wird“.

Die „Geschichte Hanaus, Band I“ ist mit einer Startauflage von 1500 Exemplaren im Cocon Verlag erschienen (ISBN 978-3-86314-320-6). Das Werk kostet 24,80 Euro. Es wird am Dienstag, 29. November, ab 18 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Buchpräsentation mit anschließender Signierstunde im Kulturforum Hanau vorgestellt.

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