Neues Jahresprogramm verspricht so manche Überraschung

Fast 120. 000 Besucher in Hanauer Museen

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Geballte Frauenpower: An der Spitze der Museen in Hanau stehen allesamt Frauen. Das Bild zeigt von links Dr. Christianne Weber-Stöber (Goldschmiedeaus), Sabine Scholl (Forstmuseum), Sabine von Bebenburg (KulturRegion FrankfurtRheinMain), Dr. Katharina Bechler (Schloss Philippsruhe), Dr. Maren Raetzer-Heerwagen (Puppenmuseum), Fachbereichsleiter Martin Hoppe, Sabine Küppers (Museum Schloss Steinheim) und Beate A. Hofmann (Museum Großauheim)

Hanau - Von orientalischen Dolchen über deutsche Gartenzwerge bis hin zu einem in Hanau fast vergessenen Maler, der als Sohn dieser Stadt in Österreich große Erfolge feierte. Von Dirk Iding

Die Museen in Hanau halten für ihre Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr eine ganze Reihe von Überraschungen bereit. Gestern wurde bei einer Pressekonferenz im Rathaus das umfangreiche Jahresprogramm der Museen vorgestellt. „Mit seiner überaus vielfältigen Museumslandschaft ist Hanau ein ganz wichtiger Bestandteil des Kulturstandorts Rhein-Main-Gebiet“, lobte Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerin der „KulturRegion FrankfurtRheinMain“ das Angebot, das es verdiene, dass Menschen weit über Hanau hinaus darauf aufmerksam würden. Immerhin 11. 000 Besucher zählten die Museen in Hanau im vergangenen Jahr – und das neue Jahresprogramm des Historischen Museums Schloss Philippsruhe, des Deutschen Goldschmiedehauses, der Museen in Steinheim und Großauheim, des Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseums in Wilhelmsbad sowie des Hessischen Forstmuseums am Klein-Auheimer Wildpark gibt Anlass zur Erwartung, dass es in 2016 nicht weniger Gäste werden.

Hier nur einige wenige Höhepunkte: So lockt das Museum Schloss Philippsruhe ab dem 10. Juli mit der Ausstellung „Wiener Welten“, die dem Werk des aus Hanau stammenden, hier fast in Vergessenheit geratenen Porträt- und Historienmalers Johann Peter Krafft (1780 - 1856) gewidmet ist, der als Schüler an der Staatlichen Zeichenakadmie später in Wien eine große Karriere machte, unter anderem mit monumentalen Darstellungen aus der Zeit der Napoleonischen Kriege. Wesentlich kleiner sind üblicherweise die Werke, die im Deutschen Goldschmiedehaus präsentiert werden. Dieses Museum präsentiert sich 2016 nicht nur einmal mehr als Plattform für international gefragte Schmuckdesigner, sondern überrascht auch ab 24. April mit einer Sonderausstellung, die kunstvoll gefertigte orientalische Blankwaffen präsentiert.

Bilder: Weihnachtsmarkt auf dem Hanauer Marktplatz

Wesentlich friedfertiger ist das, was das Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum ab 10. April zu bieten hat. Dann entführt das Haus nämlich in „Die bunte Welt der Gartenzwerge“. Und im Museum Schloss Steinheim dreht sich ab dem 4. Juni bis Mitte Oktober alles um den Äppelwoi. Dabei geht es nicht nur um die Kulturgeschichte von Bembel und Stöffche sondern beispielsweise auch ums Keltern oder um den Erhalt von Streuobstwiesen. Bereits Mitte März wird im Großauheimer Museum die Ausstellung „Von Hoffnung, Angst und Hunger – Großauheim im Ersten Weltkrieg“ eröffnet. Diese Ausstellung wird in Kooperation mit der Lindenauschule und dem Heimat- und Geschichtsvereins Großauheim präsentiert.

Überhaupt setzen alle Museen in Hanau mittlerweile auf vielfältige Kooperationen nach außen, aber auch untereinander, wie Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur bei der Stadt Hanau betonte. Dr. Katharina Bechler, Leiterin des Museums Schloss Philippsruhe, sieht darin ein in den vergangenen Jahren gewachsenes „kulturelles Wir-Gefühl“ in Hanau. Die Museen wollten Menschen aller Generationen ansprechen, insbesondere auch Kinder. So haben sich die Museen auf freien Eintritt für Flüchtlingskinder verständigt.

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