Appell zur Gewaltfreiheit an Gegendemonstranten

FDP zeigt Verständnis für AfD-Kundgebung

Steinheim - Mit Besorgnis verfolgt die Steinheimer FDP die öffentliche Diskussion um die AfD-Veranstaltung zum 20. Juli, dem Jahrestag des Attentats auf Hitler durch Graf von Stauffenberg. Die Veranstaltung, die heute Abend ab 18.30 Uhr in der Kulturhalle stattfindet, wird von einer Gegenkundgebung begleitet, die um 17 Uhr beginnen soll.

Ab etwa 16.30 Uhr wird die Ludwigstraße im Abschnitt zwischen Doorner Straße und Thüringer Straße komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Betroffen davon ist auch der Busverkehrt.

Während viele Kritiker daran Anstoß nehmen, dass ausgerechnet die AfD, der eine fehlende Abgrenzung zu Rechtsextremisten, Nationalismus und Rassismus vorgeworfen wird, den Jahrestag des gescheiterten Hitlerattentats zum Anlass nimmt, um über das Thema „Widerstand heute“ zu diskutieren, hält der FDP-Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament und Steinheimer Ortsbeiratsmitglied Holger B. Vogt es für legitim, „wenn eine Partei am 20. Juli das Attentat auf Hitler mit einer Veranstaltung in das Bewusstsein der Mitbürgerinnen und Mitbürger rückt.“ Natürlich sei aber auch der Protest dagegen legitim. In Deutschland bestehe schließlich ein Grundrecht auf Meinungsfreiheit, was von den Liberalen als hohes Gut angesehen werde, so Vogt. „Ob man gegen eine Veranstaltung, die an den Widerstand gegen die NS Diktatur erinnert, mit einer Gegenveranstaltung begegnen muss, weil einem der Veranstalter nicht passt, ist allerdings fraglich“, so der FDP-Politiker. Auch sei es fraglich, „ob so ein Vorgehen der Würde der Veranstaltung und dem Andenken an die Widerstandkämpfer angemessen ist.“

Demonstration gegen AfD-Veranstaltung: Bilder 

Der FDP-Mann hofft auf einen friedlichen Protest. Er erinnerte daran, dass im März 1998 ein Parteitag der Republikaner in Steinheim stattgefunden hatte. Auch damals habe sich ein Aktionsbündnis dagegen formiert. „Als Resultat war zu verzeichnen, dass marodierende Autonome einen Sachschaden von über 5000 Euro in der Kulturhalle verursachten“, spricht Vogt in diesem Zusammenhang von einer „extremen linksautonome Gewaltbereitschaft“. Wer glaube, der Demokratie zu dienen, indem er Schaden an öffentlichem und privatem Eigentum anrichtet, missbrauche das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht, so Vogt. (did)

Rubriklistenbild: © dpa

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