„Einklang von Denken, Glauben und Handeln“

Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Kreuzburg-Gymnasiums  

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Über 100 Sänger und Musiker umrahmten die große Feier zum 50-jährigen Bestehen des Franziskanergymnasiums Kreuzburg in Großkrotzenburg. 

Großkrotzenburg - Gleich drei feierliche Anlässe führten am Freitagabend mehr als 500 Menschen in der Aula des Franziskanergymnasiums Kreuzburg in Großkrotzenburg zusammen: 50 Jahre trägt der Orden die Verantwortung für die Schule, ebenso lange gibt es an Ort und Stelle ein Franziskanerkonvent und seit 40 Jahren das franziskanische Bildungswerk. Von Oliver Klemt 

Zahlreiche Ehrengäste hatten sich zur Jubiläumsfeier eingefunden. Von links Schulleiter Thomas Wolf, Pater Provinzial Cornelius Bohl, Pater Udo Schmälzle (Kreuzburg GmbH), Schulseelsorger Michael Blasek, Bischof Heinz Josef Algermissen, Diakon Bernward Bickmann, Kultusminister Alexander Lorz und Julia Metzger, Leitende Schulamtsdirektorin vom bischöflichen Generalvikariat.

Zum Festakt kamen unter anderem der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen und der hessische Kultusminister Professor Ralf Alexander Lorz. Mit den Ehrengästen und dem Jubiläumsmotto „Ein Weg, der bewegt“ war der inhaltliche Rahmen für die Feier abgesteckt, die mit einem Festgottesdienst in der fast voll besetzten Aula begann. Wie später der Minister, so stellte der Bischof den gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsauftrag von Staat und Kirche in den Mittelpunkt. Jungen Menschen Lebensraum zu selbstbestimmter Entwicklung zu geben, sei seit Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 Aufgabe katholischer Schulen, betonte Algermissen in seiner Predigt. Den christlichen Glauben nannte er grundlegend für die Vorbereitung junger Menschen auf die Lebenswirklichkeit und erinnerte an die Geschwister Scholl: Ihnen und ihren Mitkämpfern habe christliche Grundüberzeugung im Widerstand gegen die Nazis geistige Stärke und moralische Standfestigkeit verliehen.

„Erziehung ist nicht teilbar“, bekräftigte der Kultusminister am Abend in seiner Festansprache. Staat und Kirche verbänden als Bildungsträger gemeinsame Werte. Die Franziskaner qualifiziere der Grundsatz ihres Ordensstifters, aus dem Kloster hinaus ins Leben zu gehen, auch als weltliche Vorbilder. Wie Papst Franziskus die Menschen mitzunehmen und zu begeistern verstehe, habe sein Namenspatron vor acht Jahrhunderten den Einklang zwischen Denken, Glauben und Handeln vorgelebt. Franziskus habe auch gewusst, dass Glaube sich nicht erzwingen lasse. Für den Erfolg jeglicher Pädagogik sei die Beziehung zwischen Denken und Handeln von fundamentaler Bedeutung, betonte Lorz. Dies im Schulsystem abzubilden, gelinge an der Kreuzburg besonders gut.

Das Zusammenwirken der drei Diözesen Fulda, Mainz und Würzburg mit staatlichen Instanzen für das Kreuzburg-Projekt hatten zuvor unter anderem Dr. Cornelius Bohl, Pater Provinzial der Franziskanerprovinz München, und Schulseelsorger Bruder Michael Blasek gewürdigt. Schulleiter Thomas Wolf setzte die vergleichsweise kurze Geschichte seines Gymnasiums, das die Franziskaner 1967 von den zuvor dort wirkenden „Weißen Vätern“ übernahmen, in Beziehung zum 500-jährigen Reformationsjubiläum und zu 2000 Jahren Christenheit. Immerhin zähle die Kreuzburg zu den fünf größten unter den 904 katholischen Schulen in der Bundesrepublik. Aktuell werden an dem Gymnasium Schüler unterrichtet, die aus 50 Grundschulen in den Kreisen Main-Kinzig, Offenbach und Aschaffenburg kommen. Zwischen 1977 und 2017 hat die Schule 4588 Abiturienten entlassen, seit 1980 sind 125 Referendare dort ausgebildet worden. 21 Franziskanerbrüder haben in fünf Jahrzehnten als Lehrer, je vier als Schulseelsorger und Präfekten an der Kreuzburg gewirkt.

Die Rolle des Franziskanischen Bildungswerks in der außerschulischen Jugendbildung und Familienarbeit hob dessen Leiter Bernward Bickmann hervor, gleichzeitig Geschäftsführer der Kreuzburg GmbH. Grußworte sprachen später unter anderem Dr. Karl Weber, Geschäftsführer der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke, Main-Kinzig-Landrat Thorsten Stolz, Großkrotzenburgs Bürgermeister Thorsten Bauroth sowie mehrere Vertreter der Schulgemeinde.

Bilder: Abifeier an der Kreuzburg

Für Unterhaltung und den festlichen Rahmen sorgten die Kreuzburg-Schüler selbst. Unter anderem sagten die beiden Schulsprecher Anna Scholl und Benedikt Dey als Moderatoren eine Filmpremiere an: Im Streifen von Jan Konen, Heiko Sauer und Jonas Seibert, der unter anderem bei einer Rom-Reise entstand, kam auch Papst Franziskus vor. Vergnügliche Szenen aus der Schulzeit spielten die AG Darstellendes Spiel und die Kreuzburg-Bigband vor. Mit der Begleitung des Pontifikalamts verdiente sich die Sacro-Pop-AG ein Sonderlob des Kultusministers. Und nicht zuletzt boten die Chöre des Musikseminars 2017 mit dem Kreuzburg-Orchester über 100 Sänger und Musiker auf.

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