Filmische, literarische und musikalische

Erinnerungen an Manny Herrmann

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Tim Cammerzell von „Cliffsight“ und die einstigen Backgroundsängerinnen von „The Tumbling Dice“, Nina Vabic und Nicole Epifanie, (v. l.) erinnerten am Freitagabend an Manny Herrmannn.

Hanau - Da war er wieder einmal, der Hauch des Lebensgefühls der Rock‘n‘Roll-Generation von vor 45 Jahren. Von Dieter Kögel 

Ausgelöst durch die Buchveröffentlichung „Red Rooster“ von Helmut Wenske, der Leben und Tod des Hanauer Rockmusikers Manny Herrmann und die Geschichte dessen Band „The Tumbling Dice“ beschreibt. Fünf Jahre nach dem Tod des Musikers und Songschreibers Manny Herrmann, der im Januar 2011 im Altern von 57 Jahren starb, hatte Autor Wenske am Freitag unter den organisatorischen Fittichen des Hanauer Kulturvereins zur großen Feier anlässlich der Buchveröffentlichung in die Remisengalerie eingeladen. Und als digitalisierte schwarz-weiß Mitschnitte von Konzerten auf der Leinwand im Kassettensaal erschienen, da wurde es wieder transportiert, dieses Gefühl von damals.

Gezeigt wurden Konzertausschnitte aus legendären Einrichtungen wie beispielsweise des „Kulturbasars“ in der Kastanienallee, wo Manny Herrmann allerdings mit seiner Band „Manny & The Cockroaches“ aufspielte. Das war 1988. Die Session von „Rollsplitt“ mit Manny Herrmann und mit seiner Formation „Tequilla Flight“, sie stammte aus dem Jahr 1986. Und auch die letzte Bandbesetzung aus dem Jahr 2003 von „The Tumbling Dice“ gab es unter anderem zu sehen.

Und viele Musiker dieser letzten Besetzung waren am Freitag in die Remise gekommen, hatten ihre Anlage aufgebaut, ihre Instrumente mitgebracht. Tim Cammerzell, Sänger der Hanauer Gruppe „Cliffsight“, gab Herrmanns „Boulevard Of Broken Dreams,“ Nina Vabic und Nicole Epifanie, bereits 2003 wesentlich mehr als nur Backgroundsängerinnen bei „The Tumbling Dice“, haben ihr stimmliches Handwerk nicht verlernt, Thorsten Brüsser von „Capitano“ gab den „Wenske Blues“, und Peter „Fips“ Schmidt, Sänger der Stones-Coverband „Glitter Twins“, interpretierte neben den „Wild Horses“ auch die „Sympathie for the devil“, ganz so, wie es auch Manny Herrmann bei seinen Auftritten immer getan hatte.

So wirkt Musik auf unseren Körper

„The Tumbling Dice“ waren in ihrer Zeit eine feste Größe in der jungen Hanauer Musikwelt, feierten Erfolge, die ausbaufähig gewesen wären. Da ist sich Autor Helmut Wenske sicher. Aber Kompromisse waren nicht die Sache von Manny Herrmann, und so kam eine überregionale Musikerkarriere nicht ins Rollen. Vielleicht war es aber auch genau diese Eigenart, die Manny Herrmann nicht nur bei Helmut Wenske, sondern auch bei vielen anderen im Gedächtnis hält.

Nicht umsonst war die Veranstaltung am Freitag bereits zwei Wochen vorher restlos ausverkauft. Trost für alle, die keine Karten mehr bekommen haben: Der Hanauer Kulturverein plant für Freitag, 15. April, eine Neuauflage in der Remisengalerie. Mit welcher Besetzung ist allerdings noch unklar. Wer am 15. April an den Instrumenten steht, wird der Verein noch bekanntgeben.

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