CDU unterstützt Kasernen-Lösung

Flüchtlinge: FDP befürchtet Brennpunkt

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Hanau - Für seine Pläne, Flüchtlinge in den früheren Kaserne „Sportsfield Housing“ in Wolfgang unterzubringen, bekommt Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) Unterstützung auch von der CDU-Opposition.

Die FDP indes sieht noch offene Fragen - und befürchtet einen sozialen Brennpunkt. Wie berichtet, sollen in der „Sportsfield Housing“ Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden, weil anderweitig in Hanau nicht genügend geeignete und günstige Wohnungen zur Verfügung stehen. Wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft seien, so sei es „sehr vernünftig, auf diesem Wege menschenwürdige Unterkünfte zu schaffen“, meint der CDU-Vorsitzende Joachim Stamm.

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„Unsere Unterstützung“, so Stamm, „ergibt sich auch aus dem Bewusstsein, dass wir aus einer christlichen Tradition heraus zu Hilfestellung verpflichtet sind.“ Bei der Betreuung der Flüchtlinge setzt Stamm auch auf viele Menschen, die sich ehrenamtlich als Helfer betätigen, um so die Behörden zu entlasten. Solche freiwillige Aktionen sollten von professioneller Stelle koordiniert werden. „Menschliche Zuneigung ist das, was die betroffenen Flüchtlinge jetzt am meisten brauchen.“ Der Arbeitsgruppe „Runder Tisch Asyl“ sichert die CDU ebenfalls ihre Unterstützung zu. In diesem Gremium könnte, so der CDU-Chef, die Koordination weiterer freiwilliger Hilfeleistung erfolgen. Für Joachim Stamm steht „über alle Gesetze und Verordnungen hinweg, zunächst die humane und christliche Pflicht der eigenen menschlichen Hilfeleistung im Vordergrund.“

Hingegen sehen der Hanauer FDP-Vorsitzende Dr. Ralf-Rainer Piesold und der der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Alexander Noll, „noch viele offene Fragen“ bei der Unterbringung von Flüchtlingen in der ehemaligen Wohnanlage „Sportsfield Housing“ neben der Pioneer-Kaserne. So müsse beachtet werden, dass die Gruppe der Flüchtlinge, die dort einquartiert werden soll, von ihrer Herkunft her sehr heterogen sei. Derzeit kommen die meisten Asylsuchenden, die Hanau zugewiesen werden, aus Afghanistan, Somalia und Eritrea.

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Es müsse geklärt werden, inwieweit eine Unterbringung der Asylbewerber in den amerikanischen Wohnungen überhaupt baurechtlich zulässig sei. Dies sei auch deswegen notwendig, da es sich bei den früheren US-Wohnblocks um komplett eingerichtete Wohnungen handele, die wohl nicht nur als Übergangslösung von den Betroffenen gesehen würden, meint FDP-Chef Dr. Piesold. Da sich die Anerkennungsverfahren für Asylbewerber teilweise über mehrere Jahre erstreckten, sei „bei einer hohen Konzentration auch mit einem weiteren sozialen Brennpunkt zu rechnen“. Stadtrat Weiss-Thiel hatte erklärt, dass die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung bleiben sollen, bis geeignete Wohnungen gefunden werden.

cs.

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